Scolopendra subspinipes

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Scolopendra subspinipes

Systematik
Klasse: Hundertfüßer (Chilopoda)
Ordnung: Riesenläufer (Scolopendromorpha)
Familie: Skolopender (Scolopendridae)
Unterfamilie: Scolopendrinae
Gattung: Scolopendra
Art: Scolopendra subspinipes
Wissenschaftlicher Name
Scolopendra subspinipes
(Leach, 1815)

Scolopendra subspinipes zählt innerhalb der Familie der Skolopender (Scolopendridae) zur Gattung Scolopendra.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Scolopendra subspinipes erreicht eine Körperlänge von etwa 19,0 bis 25,0 Zentimeter. Die Grundfarbe ist olivegelb. Die Beine heller und an den Endglieder zeigt sich eine olive-grünliche Farbe. Die schwarzen Augen weisen eine gelbe Iris auf. Der Kopf und die Freßzangen sind eingestochen punktiert. Die zwei Hinterbeine dünn und lang. An der Innenseite befinden sich zwei und an der Unterseite zwei Zähne. Der Kopf flach gewölbt, oben fast ganz flach, ziemlich herzförmig, am Hinterrand gerade, mit etwas kurz abgerundeten Hinterrandswinkeln. Die Seiten bis zu den Augen gerundet, die Fläche glänzend, ohne Längsnähte, ziemlich grob eingestochen punktiert. Die drei Vorderaugen ziemlich gleichgroß, die zwei oberen einander, bis auf einen sehr schmalen Raum, genähert, das untere ein wenig weiter entfernt, von der Größe des vorderen, alle drei ein Dreieck bildend. Das hintere Auge gebogen birnförmig und ziemlich groß. Der Zwischenraum im Dreieck der drei vorderen Augen ist grob eingestochen punktiert. Die Fühler mäßig lang, vorn dick, gegen die Spitze sehr verdünnt und die Mittelglieder erscheinen länglich. Die Kehle groß, glänzend, vorn mit einem Längsgrübchen, die Spitze stumpf, die Fläche glänzend und eingestochen punktiert. Die geteilte Lefze ziemlich glatt, mit gebogenem Außenrand, auf jedem dieser Teile sechs zahnartige Höcker, die drei vom Innenwinkel an zusammengeflossen. Die Freßzangen stark, von gewöhnlicher Gestalt, ziemlich grob eingestochen punktiert, besonders unten. Die Fangkrallen lang und gebogen. <1>

Scolopendra subspinipes subspinipes - juvenile
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Scolopendra subspinipes subspinipes - juvenile

Der Halsschild oben etwas flach, ziemlich lang und wie die Körperschilde glänzend, letztere von nicht ungewöhnlicher Gestalt, vom fünften an mit Einschluß dieses die folgenden mit einer Seitenfurche, die Furche der vorderen schwach, die der hinteren deutlich ausgeprägt, mit aufgeworfenen Seitenrändern. Die Bauchschilde glänzend und groß. Der Afterschild ziemlich lang mit stumpfrunder Spitze, der Länge nach rinnenförmig eingedrückt. Der Endring unten beiderseits wenig aufgeblasen und mit einem langen, kegelförmigen Innenwinkel und mit zwei Zähnchen auf der Spitze versehen. Die Fläche ziemlich grob und dicht eingestochen punktiert. Die Beine von gewöhnlicher Grösse und Gestalt, die zwei Endbeine aber lang und im Verhältnis zum Körper wirken sie ziemlich dünn. Die Glieder walzenförmig, das erste und zweite mit der gewöhnlichen Einkerbung an der Spitze, der Innenwinkel des ersten dornförmig verlängert und mit einem kurzen und einem längeren Zähnchen an der Spitze besetzt. An der Innenseite zwei Zähne, schief untereinander, unten ebenfalls zwei Zähne, weiter entfernt hintereinanderliegend. Die Farbe dieser Art ist olivegelb. Der Kopf, der Halsschild, die Kehle und die Freßzangen weisen eine ockergelbe Farbe auf. Die Fangkrallen der Freßzangen sind schwarz. Die Augen schwarz mit gelber Iris. Die Bauchschilde und die Beine etwas heller als die Rückenschilde, die drei Endglieder der Beine erscheinen etwas grünlich. Die Fühler gelb, an der Spitze ins Olive-bräunliche übergehend. Die zwei Teile des Endschildes sind unten von einer rostroten Farbe. <2>

Lebensweise

Scolopendra subspinipes ist eine nachtaktive Art und jagt nicht nur Insekten (Insecta), sondern gelegentlich auch kleine Wirbeltiere wie zum Beispiel junge Eidechsen (Lacertidae). Tagsüber hält sich Scolopendra subspinipes unter Steinen und in Bodenspalten auf, wo die Art vor Hitze und Austrocknung geschützt ist. Im Gegensatz zu anderen Arten ist das Gift für den Menschen ungefährlich. Bei einem Biss gegen einen Menschen können die Giftklauen die Haut gegebenenfalls durchschlagen und mehr oder weniger schmerzhaft zubeißen.

Unterarten

Scolopendra subspinipes subspinipes
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Scolopendra subspinipes subspinipes
  • Scolopendra subspinipes subspinipes - (Leach, 1815)
  • Scolopendra subspinipes cingulatoides - (Attems, 1938)
  • Scolopendra subspinipes dehaani - (Brandt, 1840)
  • Scolopendra subspinipes fulgurans - (Bücherl, 1946)
  • Scolopendra subspinipes gastroforeata - (Muralevicz, 1913)
  • Scolopendra subspinipes japonica - (L. Koch, 1878)
  • Scolopendra subspinipes mutilans - (L. Koch, 1878)
  • Scolopendra subspinipes piceoflava - (Attems, 1934)
  • Scolopendra subspinipes spinosissima - Kraepelin, 1903

Verbreitung

Scolopendra subspinipes spinosissima
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Scolopendra subspinipes spinosissima

Ursprünglich erschien Scolopendra subspinipes nur in Asien in den tropischen und subtropischen Regionen, darunter zählen unter anderem China, Japan, Malaysia, Taiwan, Indonesien, Philippinen sowie Java. Aufgrund menschlicher Aktivitäten wurde das Tier dann in Südamerika, Brasilien, Afrika sowie in Australien eingeführt. Scolopendra subspinipes ist die größte asiatische Skolopender-Art.

Ernährung

Scolopendra subspinipes jagt nicht nur Insekten (Insecta), sondern gelegentlich auch kleine Wirbeltiere wie junge Eidechsen (Lacertidae). Mit einem Biss gibt die Art ein Gift in die Wunde ab, das die Opfer lähmt. Mit den kräftigen Kieferklauen wird das Beutetier dann zerteilt und aufgefressen. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere nur in der Nacht. Beim ersten Kontakt mit der Beute geben sie ein für die Beute hochwirksames, lähmendes Gift über ihre Giftdrüsen ab.

Fortpflanzung

Wie bei den Spinnentieren (Arachnida) erfolgt auch bei den Hundertfüßern (Chilopoda) eine indirekte Befruchtung. Das Männchen formt dabei aus seinem Sperma kleine Spermapakete, die sogenannten Spermatophoren. Diese legt er an einer geeigneten Stelle ab. Die Befruchtung erfolgt, indem sich ein Weibchen über eines der Spermatophoren bewegt und die Spermien aufnimmt. Das Weibchen legt ihre Eier einzeln in kleine Löcher. Dies geschieht meist in feuchter Erde, moderndes Holz oder in Komposthaufen. Die geschlüpften Jungtiere weisen sieben Beinpaare auf, von denen das hinterste stark verlängert ist und zum Ergreifen von Beute verwendet wird. Mit jeder Häutung verlängert sich der Körper um ein Sepment und somit auch um ein Beinpaar.

Weitere Synonyme

Scolopendra subspinipes dehaani
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Scolopendra subspinipes dehaani
Scolopendra subspinipes subspinipes
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Scolopendra subspinipes subspinipes
Scolopendra subspinipes dehaani
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Scolopendra subspinipes dehaani
  • Otostigmus politoides - (Attems, 1953)
  • Otostigmus puncticeps - (Attems, 1953)
  • Rhombocephalus gambiae - (Newport, 1845)
  • Rhombocephalus smaragdinus - (Butler, 1876)
  • Scolopendra aringensis - (Sinclair, 1901)
  • Scolopendra atra - (Wood, 1861)
  • Scolopendra audax - (Gervais, 1837)
  • Scolopendra aurantipes - (Tömösváry, 1885)
  • Scolopendra bispinipes - (Wood, 1862)
  • Scolopendra borbonica - (Blanchard, 1844)
  • Scolopendra byssina - (Wood, 1861)
  • Scolopendra cephalica - (Wood, 1861)
  • Scolopendra ceylonensis - (Newport, 1845)
  • Scolopendra damnosa - (C.L. Koch, 1878)
  • Scolopendra dinodon - (Wood, 1861)
  • Scolopendra elongata - (Porat, 1871)
  • Scolopendra flava - (Newport, 1845)
  • Scolopendra flavicornis - (Tömösváry, 1885)
  • Scolopendra gervaisii - (Newport, 1845)
  • Scolopendra gracilipes - (Wood, 1861)
  • Scolopendra lutea - (Newport, 1845)
  • Scolopendra machaeropus - (Attems, 1900)
  • Scolopendra macracanthus - (Bollman, 1889)
  • Scolopendra mactans - (C.L. Koch, 1847)
  • Scolopendra meyeri - (Haase, 1887)
  • Scolopendra nesuphila - (Wood, 1862)
  • Scolopendra newporti - (Lucas, 1849)
  • Scolopendra ornata - (Newport, 1845)
  • Scolopendra parvidens - (Wood, 1861)
  • Scolopendra placeae - (Newport, 1845)
  • Scolopendra planiceps - (Newport, 1845)
  • Scolopendra plumbeolata - (Wood, 1861)
  • Scolopendra polyodonta - (Daday, 1893)
  • Scolopendra rarispina - (Gervais, 1847)
  • Scolopendra repens - (Wood, 1862)
  • Scolopendra rugosa - (Meinert, 1886)
  • Scolopendra sandwichiana - (Gervais, 1847)
  • Scolopendra septemspinosa - (Brandt, 1840)
  • Scolopendra sexspinosa - (Newport, 1844)
  • Scolopendra sulphurea - (C.L. Koch, 1847)
  • Scolopendra variispinosa - (Tömösváry, 1885)
  • Scolopendra cephalica gracilis - (Wood, 1861)
  • Scolopendra subspinipes - (gracilipes Daday, 1891)
  • Scolopendra subspinipes - (molleri Verhoeff, 1892)

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • [1] [2] Die myriapoden: getreu nach der natur, abgebildet und beschrieben, Band 1 von Carl Ludwig C. Koch. Halle, Druck und Verlag von H. W. Schmidt. 1863
  • Heiko Bellmann: Der große Kosmos Tierführer - 1.000 Arten Mitteleuropas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN 3-440-10093-6
  • Eisenreich, Handel und Zimmer: Tiere und Pflanzen; BLV Verlagsgesellschaft mbH, ISBN 3-405-16740-X
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