Sechurafuchs

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Lycalopex sechurae
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Hunde (Canini)
Gattung: Lycalopex
Art: Sechurafuchs
Wissenschaftlicher Name
Lycalopex sechurae
(Thomas, 1900)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Sechurafuchs Lycalopex sechurae; Syn. Pseudalopex sechurae (Thomas, 1900, Wozencraft, 2005) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung Lycalopex.

Im Englischen wird die Art Sechura Fox, Peruvian Desert Fox oder Sechura Desert Fox genannt. Ein weiteres deutsches Synonym ist Perufuchs. Es sind keine Unterarten des Sechurafuchses bekannt, die Art ist demnach monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Ähnliche Arten

Der Sechurafuchs ähnelt im Wesentlichen dem Argentinischen Graufuchs (Pseudalopex griseus), der sich durch eine rötliche Gesichtstönung und einen schwarzen Fleck am Kinn auszeichnet. Der Sechurafuchs weist ein rötliches Gesicht und Schnauze auf. Markant ist zudem ein schwarzer dorsaler Aalstrich und eine allgemein hellere Färbung. Beim Argentinischen Graufuchs sind die Fänge etwas schmäler.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Sechurafuchs ist in seiner Gattung die kleinste Art. Er erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 500 bis 780 (670) mm, eine Schwanzlänge von 270 bis 340 (292) mm, eine Schulterhöhe von 220 bis 360 (288) mm, eine Ohrlänge von 60 bis 80 (70) mm sowie ein Gewicht von 2.600 bis 4.200 (3.600) g. Der Kopf ist klein, die Ohren wirken mit einer Länge von 2/3 des Kopfes sehr lang. Dieser Eindruck wird durch die kurze Schnauze unterstützt. Das Fell besteht aus feinem und dichtem Unterflor sowie aus gröberem Deckhaar. Dorsal ist das Fell bräunlich gefärbt, ventral zeigt sich eine cremefarbene Färbung. Dorsal ist ein schwach ausgeprägter Aalstrich erkennbar, der jedoch nicht bei allen Individuen ausgeprägt ist. Das Gesicht ist gräulich gefärbt, rund um die Augen zeigt sich ein rotbrauner Augenring. Der lange Schwanz ist dicht behaart und endet in einer dunkel gefärbten Spitze. Das Gebiss besteht aus 42 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p4/4, m2/3.

Lebensweise

Sechurafüchse sind ausschließlich in der Nacht aktiv. Am Tage ruhen die Tiere in geschützten Erdbauten. Die geringe Größe und die großen Ohren stellen eine Anpassung an das Leben in der Wüste dar. Über das Sozialverhalten der Art ist nur wenig bekannt. Sechurafüchse leben in der Regel paarweise oder in kleinen Familiengruppen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Sechurafuchses erstreckt sich über das südwestliche Ecuador und das nordwestliche Peru. Die Art ist für gewöhnlich in sandigen Wüstenregionen mit einer geringen Dichte an Pflanzen anzutreffen. Lokal kommt der Sechurafuchs auch auf landwirtschaftlichen Flächen und in lichten Trockenwäldern vor. Die Siedlungsdichte liegt in Peru bei 12,6 Tiere je km².

Biozönose

Sympatrie und Konkurrenz

Der Sechurafuchs lebt in Randbereichen des Verbreitungsgebietes in Nahrungskonkurrenz zum Magellanfuchs (Lycalopex culpaeus). Dies ist insbesondere im Bereich der Küste im südlichen Perus der Fall.

Prädatoren

Lokal fallen vor allem die Welpen der Abgottschlange (Boa constrictor) zum Opfer. Erwachsene Sechurafüchse werden gelegentlich von Pumas (Puma concolor) und dem Jaguar (Panthera onca) gerissen. Greifvögel (Falconiformes) wie der Blaubussard (Geranoaetus melanoleucus), der Königsgeier (Sarcoramphus papa) und einige Arten der Bussarde (Buteo) haben es auf Jungtiere und juvenile Sechurafüchse abgesehen.

Ernährung

Als Allesfresser und Generalist ernährt sich der Sechurafuchs opportunistisch von kleineren Wirbeltieren und Aas. Hin und wieder werden auch Sämereien gefressen, die sich hauptsächlich Kapernsträucher (Capparis) und Bayahonda (Prosopis juliflora) zuordnen lassen. Entlang der Küste konnten im Kot der Füchse Krebstiere (Crustacea) und verschiedene Vogelarten (Aves) nachgewiesen werden. An kleinen Nagetieren stehen beispielsweise Blattohrmäuse (Phyllotis) wie Phyllotis gerbillus auf der Speisekarte. Ansonsten werden auch Insekten (Insecta) und Skorpione (Scorpiones) wie Carica candicans gefressen. Auf Trinkwasser sind die Füchse wahrscheinlich nicht angewiesen. Man geht davon aus, dass die Tiere in den frühen Morgenstunden auf Tau und Kondenzwasser zurückgreifen.

Fortpflanzung

Beobachtungen zu Folge fallen die meisten Geburten in die Monate Oktober und November. Ein Weibchen bringt nach einer Tragezeit von 55 bis 60 Tagen 4 bis 5 Jungtiere zur Welt. Weitere Daten liegen zum Fortpflanzungsverhalten und zur Lebenserwartung nicht vor.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Es ist nicht dokumentiert, dass sich Sechurafüchse über Hausgeflügel und andere kleinere Haustiere hermachen. Dies kommt nach einhelliger Meinung eher selten vor. In einigen Regionen macht der Mensch Jagd auf den Sechurafuchs. Schamanen haben es auf verschiedene Körperteile wie Pfoten, Köpfe und Schwänze abgesehen. Die Körperteile finden in traditionellen Ritualen Verwendung. Der Sechurafuchs steht heute auf der Vorwarnliste und wird in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie NT, Near Threatened, geführt. Die Gründe für die Gefährdung sind vielfältig. Zum einen wird der Sechurafuchs vom Menschen stark bejagt, zum anderen leidet die Art unter der Zerstörung der natürlichen Lebensräumen. Auf dem Schwarzmarkt hat sich zudem ein lukrativer Handel mit Welpen etabliert. Die Bejagung erfolgt heute illegal, da diese seit dem Jahre 2000 verboten wurde.

Taxonomie, Diskussion

Ursprünglich wurde der Sechurafuchs der Gattung der Falklandfüchse (Dusicyon) zugeordnet (Simpson, 1945). In dieser Gattung wird heute jedoch nur noch der Falklandwolf (Dusicyon australis) geführt. Im Jahre 1969 wurde die Art nach Langguth innerhalb der Gattung Pseudalopex der Untergattung Dusicyon zugeordnet. Dieser taxonomischen Einordnung folgen auch Wozencraft (1993) und Nowak (1999). Dies bedarf jedoch noch einige Diskussionen, da einige Forscher den Sechurafuchs in die Gattung Lycalopex einordnen.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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