Seehund

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Seehund

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Cynoidea)
Familie: Hundsrobben (Phocidae)
Gattung: Echte Hundsrobben (Phoca)
Art: Seehund
Wissenschaftlicher Name
Phoca vitulina
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Seehund (Phoca vitulina) gehört innerhalb der Familie der Hundsrobben (Phocidae) zur Gattung Echten Hundsrobben (Phoca).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Seehund erreicht eine Körperlänge von bis zu 200 cm sowie ein Gewicht von bis zu 100 Kg. Weibchen werden etwas schwerer als Männchen. Als ausgezeichnete Schwimmer und Taucher erreichen sie unter Wasser Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h. In Anpassung an ihren Lebensraum, ist der Körperbau äußerst stromlinienförmig ausgelegt. Das Fell ist überwiegend graubraun bis grau und ist beim Männchen hell-dunkel gefleckt. Das Fell wird zum Sommer hin gewechselt. Die Augen sind relativ groß und ermöglichen dem Seehund unter Wasser eine gute Sicht. Hauptsächlich orientieren sie sich unter Wasser über ihr feines Gehör sowie über den Tastsinn. In Bereich der Schnauze zeigen sich zahlreiche Tasthaare. Die Anzahl der Tasthaare liegt beim Seehund bei 100 und dienen im Wesentlichen der Orientierung.

Auch wenn die im Wasser hauptsächlich einzelgängerisch leben, so sind sie an Land dennoch gesellige Tiere, die oft in großen Gruppen an Land oder auf Sandbänken anzutreffen sind. Aufgrund starker Bejagung, Wasserverschmutzung und Nahrungsmangel wegen Überfischung der Küstengewässer sind Seehunde in ihrem Bestand stark bedroht.

Verbreitung

Seehunde sind in weiten Teilen der nördlichen Erdhalbkugel beheimatet. Ihre Hauptverbreitungsgebiete liegen in Europa, Nordamerika und Ostasien in gemäßigten Breitengraden. Sie bewohnen Küsten und Riffe der Gezeitenzonen und können sowohl in Süss- als auch in Salzwasser leben.

Nahrung

Sie ernähren sich hauptsächlich von Fisch, Krabben und anderen Meeresgetier. Sie sind dabei nicht wählerisch und fressen was sie erbeuten können.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird bereits nach 6 Monaten erreicht. Die Paarungszeit erfolgt im Sommer, wobei die eigentliche Paarung unter Wasser stattfindet. Nach einer Tragezeit von 11 Monaten bringt das Weibchen ein Jungtier (Heuler) zur Welt, daß ein Geburtsgewicht von rund 10 Kg und eine Körperlänge von bis zu 90 cm hat. Die Geburt erfolgt an Land. Das Jungtier wird 6 Wochen mit einer besonders nahrhaften Milch gesäugt, die ihnen im 1. Lebensmonat eine Gewichtsverdoppelung ermöglicht. Nach sechs bis 8 Wochen fressen sie dann nur noch feste Nahrung und sind selbständig. Seehunde können ein Alter von bis zu 30 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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