Silbergrüner Bläuling

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Silbergrüner Bläuling

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
Gattung: Polyommatus
Art: Silbergrüner Bläuling
Wissenschaftlicher Name
Polyommatus coridon
(Poda, 1761)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Silbergrüner Bläuling (Polyommatus coridon), auch unter den Synonymen Lysandra coridon, Lysandra philippi und Polyommatus slovacus bekannt, zählt innerhalb der Familie der Bläulinge (Lycaenidae) zur Gattung Polyommatus. Im Englischen wird der Silbergrüne Bläuling chalkhill blue genannt.

Das Julius-Kühn-Institut (JKI) wählte in Kooperation mit dem Naturschutzbund (NABU) den Silbergrünen Bläuling zum Insekt des Jahres 2014.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Zwischen den Geschlechtern besteht ein deutlicher Dimorphismus. Das Männchen weist hellblaue Flügelspitzen auf. Die perlgraue submarginale Linie ist mit grauen Punkten begrenzt. Das Weibchen ist braun gefärbt und die submarginale Linie ist mit orangefarbenen Ringeln dekoriert. An den zwei Hinterflügeln zeigen sich weiße Fransen und eine dünne schwarze Linie, die zusammen einen weißen Fleck bilden. Die Unterseite ist ocker-blau licht durchflutet. Diese Färbung ist mit weißen dunklen Flecken umrandet. Des Weiteren zeigt sich eine untere Abgrenzungslinie von schwarzen Flecken und sind mit weißen Ringen verziert. Die Raupe ist klein und untersetzt. Der einziehbare Kopf der Raupe ist schwarz gefärbt und der Körper weist eine grüne Farbe mit zwei gelben Streifen sowie einer Doppellinie auf.

Lebensweise

Der Silbergrüne Bläuling tritt auf kalkhaltigen Böden mit trockenen und blumenreichen sowie kurzer Vegetation auf. Er scheint überdachte Plätze zu bevorzugen. Gelegentlich können die Populationen extrem groß sein, was vor allem am späten Nachmittag zu beobachten ist, wenn die Schmetterlinge ihren Schlafplatz aufsuchen. Dann sind Hunderte von Schmetterlingen zu sehen, die ihren Kopf aufrecht nach unten in die Vegetation halten, dabei glänzen die Flügel in der Abendsonne silbergrün. Der Gewöhnliche Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) ist die einzige Futterpflanze, auf deren Blätter das Weibchen die Eier ablegt. Die Eier überwintern. Die Raupen werden von Ameisen der Gattung Myrmica, Lasius, Formica, Plagiolepis, Tetramorium, Aphaenogaster und Tapinoma besucht. Der Silbergrüne Bläuling verpuppt sich in der Streuschicht. Es gibt in der Regel nur eine Generation pro Jahr. Die Lebensräume dieser Art sind: Trockener Magerrasen und trockene Steppen (35%), trockener Kieselrasen (13%), mesophiles Grünland (13%), Heide und Buschland (5%), alpine und subalpine Wiesen (5%) sowie breitblättrige Laubwälder (5%).

Unterarten

Silbergrüner Bläuling - Pärchen
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Silbergrüner Bläuling - Pärchen
  • Polyommatus coridon coridon - (Poda, 1761); Nordspanien, Pyrenäen
  • Polyommatus coridon caelestissima - (Verity, 1921); Ostspanien
  • Polyommatus coridon asturiensis - (de Sagarra, 1924); Nordspanien
  • Polyommatus coridon gennargenti - (Leigheb, 1987); Sardinien
  • Polyommatus coridon nufrellensis - (Schurian, 1977); Korsika

Verbreitung

Der Silbergrüne Bläuling tritt in Mitteleuropa auf und fehlt in Irland, Schottland, Skandinavien, den Niederlanden, auf der Iberischen Halbinsel (außer Nordprovinzen) sowie auf den Mittelmeerinseln (außer Korsika und Sardinien) und im Süden Italiens. Er wird in Höhen von 100 bis 2.000 Meter gefunden . Dies ist eine europäische endemische Art. Er ist in folgenden Ländern heimisch: Albanien, Andorra, Österreich, Weißrussland, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Tschechische Republik, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik, Republik Moldau, Montenegro, Polen, Rumänien, Russische Föderation, Serbien, Slowake, Slowenien, Spanien, Schweiz, Türke, Ukraine und Großbritannien.

Ernährung

Die Raupen ernähren sich überwiegend vom Gewöhnlichen Hufeisenklee (Hippocrepis comosa).

Fortpflanzung

Silbergrüner Bläuling - Raupe
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Silbergrüner Bläuling - Raupe

Der Gewöhnliche Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) ist die einzige Futterpflanze, auf deren Blätter das Weibchen die Eier ablegt. Die Eier überwintern. Die Raupen werden von Ameisen der Gattung Myrmica, Lasius, Formica, Plagiolepis, Tetramorium, Aphaenogaster und Tapinoma besucht. Der Silbergrüne Bläuling verpuppt sich in der Streuschicht. Es gibt in der Regel nur eine Generation pro Jahr.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Silbergrüne Bläuling heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Silbergrüne Bläuling selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Die Art ist in Europa weit verbreitet, jedoch ist der Lebensraum mit guter Qualität sehr beschränkt. Starke Rückgänge der Population von mehr als 30 Prozent sind in Luxemburg, der Ukraine und in Großbritannien zu verzeichnen. Des Weiteren sind Rückgänge der Population von 6 bis 30 Prozent in Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Deutschland, Litauen, Rumänien und in Spanien zu beobachten.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X

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