Siler semiglaucus

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Siler semiglaucus
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Siler
Art: Siler semiglaucus
Wissenschaftlicher Name
Siler semiglaucus
(Simon, 1901)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:036162]

Die Spinnenart Siler semiglaucus gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Siler. Die Farbmusterung anderer Arten aus der Gattung Siler können stark variieren, aber Siler collingwoodi aus dem Verbreitungsgebiet Hong Kong sieht der Siler semiglaucus in Größe und Färbung sehr ähnlich.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Siler semiglaucus erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 8 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Im Allgemeinen ist die kleine Art eine helle oder bunte, manchmal schillernde Spinne. Einige Exemplare sind mit dichten, farbigen und schillernden Härchen bekleidet, die sie besonders attraktiv und auffällig machen. Das Prosoma zeigt einen flachen Kopf mit einem länglichen Thorax, der von den hinteren Augen bis zum hinteren Rand schräg abfallend wirkt und fast senkrechte Seiten aufweist. Der Panzer erscheint U-förmig, in der Nähe der vorderen seitlichen Augen ist er mäßig verbreitert und der hintere Rand zeigt sich etwas abgerundet. Das Opisthosoma ist länglich oval und ist in der hinteren Hälfte am breitesten, anterior wirkt das Opisthosoma abgeschnitten. Die mäßig bestachelten Beine sind lang und schlank. Das erste Beinpaar ist kräftiger als die übrigen Beinpaare und das vierte Beinpaar ist deutlich länger ausgebildet. Die Grundfärbung des Kopfes ist braun und ein Teil des Panzers ist hell orange getönt. Die Spitze des Panzers, die zusammen mit dem Bereich der hinteren Augen in Richtung des hinteren Randes konvergiert, ist mit dichten, abgeflachten, langen, beigefarbenen Härchen besetzt. Zwei Drittel des Opisthosoma ist leuchtend orange und daran angrenzend zeigen sich vier große, glänzende, silberfarbene Ovale. Dieser Bereich ist durch einen dünnen braunen Saum umrandet und dieser ist wiederum durch eine breite Bande von glänzenden silberfarbenen Härchen besetzt. Der hintere Teil des Opisthosoma in der Nähe der Spinndüsen ist mit schillernden dunkel lilafarbenen Härchen versehen. Der Femur und die Patellae des ersten Beinpaares sind orangefarben bis gelblich, während die Tibiae eine bräunliche Tönung aufweisen. Alle anderen Segmente erscheinen orangefarben bis gelblich und weisen einen braunen Längsstreifen an dem dritten und vierten Beinpaar auf. Oberhalb und unterhalb der Tibiae I zeigt sich ein dichter Rand von schwarzen Härchen und in geringerem Maße auch unter Femur I sowie unter Patellae I. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen und als Schutz beim Häuten sowie bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Siler semiglaucus kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Annam, Ceylon, China, Colombo, Habarana, Krakatau, Nepal, Philippinen, Singapur, Sri Lanka und Sumatra. Des Weiteren kommt die Spinne auch in Malaysia, auf Japan und im Osten von Papua-Neuguinea vor. Sie hält sich zwischen Sträuchern, auf Pflanzen, vor allem auf großen breitblättrigen grünen Pflanzen wie zum Beispiel auf Ingwer (Zingiber) auf. Die Spinne kann man oft beim Sonnenbaden auf den Blättern oder ruhend in einer Blattzelle finden. Oft sucht sie Zuflucht in zwei eng überlappenden Blättern, wo sich auch das Wohngespinst der Spinne befindet. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera), Ameisen (Formicidae) sowie Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

  • Siler semiglaucus - (Simon, 1901)
  • Cyllobelus semiglaucus - Simon, 1901c
  • Cyllobelus semiglaucus - Simon, 1901a
  • Cyllobelus semiglaucus - Reimoser, 1925
  • Siler semiglaucus - Prószynski, 1984a
  • Siler semiglaucus - Prószynski, 1985
  • Siler semiglaucus - Xie, 1993
  • Siler semiglaucus - Peng et al., 1993
  • Siler semiglaucus - Song, Zhu & Chen, 1999

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge