Singdrossel

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Singdrossel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
Unterfamilie: Eigentliche Drosseln (Turdinae)
Gattung: Echte Drosseln (Turdus)
Art: Singdrossel
Wissenschaftlicher Name
Turdus philomelos
Brehm, 1831

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Singdrossel (Turdus philomelos) zählt innerhalb der Familie der Fliegenschnäpper (Muscicapidae) zur Gattung der Echten Drosseln (Turdus). Im Englischen wird die Singdrossel song thrush genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Singdrossel erreicht eine Körperlänge von gut 23,0 Zentimeter, eine Flügelspannweite von durchschnittlich 35,0 Zentimeter sowie ein Gewicht von 70,0 bis 80,0 Gramm. Das Obergefieder und die Oberseiten der Flügel weisen eine überwiegend bräunliche bis olivbraune Färbung auf. Das Brust- und Bauchgefieder ist mit weißlich bis cremefarben deutlich heller gefärbt. Uneinheitliche braun gesprenkelte Flecken zieren die hellen Gefiederbereiche. Der Kopfbereich weist einen leicht gelblichen Schimmer auf. Die Unterseite der Flügel sind hellbraun gefärbt und bilden vor allem beim Flug einen deutlichen Kontrast zum Obergefieder. Der Schnabel ist relativ lang und von bräunlicher Färbung. Die Extremitäten sind fleischfarben und enden in vier Zehen. Eine Zehe zeigt dabei nach hinten, drei Zehen nach vorne. Insgesamt zeigen die Geschlechter keinen Geschlechtsdismorphismus.

Lebensweise

In den meisten Verbreitungsgebieten ist die Singdrossel ein Teilzieher. Vor allem die Skandinavischen und die Nordöstlichen Populationen ziehen im Herbst in den Süden. Sie überwintern dabei meist in Spanien und Italien. Die Populationen im deutschen Raum ziehen im Oktober in den Süden. Auf ihrem Zug nach Italien und Spanien fallen dabei sehr viele Vögel dem Fang mit Netzen zum Opfer. Vor allem in Italien werden Singvögel wie die Singdrossel mit Netzen gefangen, in denen sie qualvoll verenden. Die Vögel werden landestypisch gegessen.

Unterarten

Gelege der Singdrossel
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Gelege der Singdrossel
  • Turdus philomelos philomelos - Brehm, 1831 - Europa. Kontinental-Europa. Westeuropa. Grönland (selten/gelegentlich). Westgrönland (selten/gelegentlich). Ostgrönland (selten/gelegentlich). Nordost-Grönland (selten/gelegentlich). Großbritannien und Irland. Isle of Wight. Luxemburg. Frankreich. Spanien. Balearen. Mallorca. Kanarische Inseln. Las Palmas. Gran Canaria. Katalonien. Liechtenstein. Griechenland. Lesbos. Afrika. Türkei. Palästina. Arabische Halbinsel. Vereinigte Arabische Emirate. Iran. Armenien. Aserbaidschan. Georgien. Asien. Russland. Turkestan. Kasachstan. Holarktis. Paläarktis. Westpaläarktis.
  • Turdus philomelos clarkei - Hartert, 1909 - Europa. Kontinental-Europa. Westeuropa. Großbritannien und Irland. Frankreich. Spanien. Balearen. Mallorca. Katalonien. Afrika. Kontinental-Afrika. Marokko. Algerien. Westafrika. Mauretanien & Senegal. Senegambia. Mali. Tschad. Zentralafrikanische Republik. Äquatorialguinea. Ozeanien (eingeführt). Australien (eingeführt). Neuseeland (eingeführt). Neuseeland (Festland) (eingeführt). Südinsel (eingeführt). North Island (eingeführt). Stewart Island (eingeführt). Neuseeland Inseln (eingeführt). Snares Island (eingeführt). Kermadec Island (eingeführt). Chatham Island (eingeführt). Antipoden Island (eingeführt). Auckland Island (eingeführt). Campbell Island (eingeführt).
  • Turdus philomelos hebridensis - Clarke, 1913 - Europa. Westeuropa. Großbritannien und Irland. Schottland. Afrika. Holarktis. Paläarktis. Westpaläarktis.
  • Turdus philomelos nataliae - Buturlin, 1929 - Afrika. Iran. Asien. Russland. Russland (Asien). Sibirien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas. Nur auf einigen nördlichen Inseln wie Island sind sie nicht zu Hause. Man trifft sie meist in Wäldern, an deren Ränder und in großen naturbelassenen Gärten und Parks an. Offenes Gelände wird weitestgehend gemieden.

Ernährung

Ihre Nahrung suchen die Singdrosseln meist nur am Boden, selten auch in den Bäumen. Sie ernähren sich von Würmern, Insekten, Schnecken und reifen Beeren. Schnecken brechen sie üblicherweise auf einem Stein auf, um an das Fleisch zu kommen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Singdrossel meist im Jahr nach dem Schlupf. Pro Saison kommt es meist zu zwei Bruten, die sich über den Zeitraum von April bis Juli erstrecken. Während der Brutzeit entfaltet das Männchen einen ausgefeilten Gesang, bei dem sich einzelne Strophen wiederholen. Zum einen sucht das Männchen so Kontakt zu seiner Partnerin und zum anderen werden Rivalen auf Distanz gehalten. Das Nest ist recht stabil und wird in einer Astgabel meist aus dünnen Ästchen und Grashalmen errichtet. Ausgepolstert wird das Nest mit weichem Material. Das Weibchen legt zwischen vier und fünf Eier, die eine hellblaue Färbung aufweisen und mit dunklen Punkten gesprenkelt sind. Die Brutzeit dauert je nach Verbreitunggebiet zwölf bis vierzehn Tage. Gefüttert wird die Brut mit allerlei Insekten. Nach etwa sechzehn Tagen sind die Jungvögel flügge und fliegen aus.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Singdrossel heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Singdrossel selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Singdrossel als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Galerie

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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