Sitatunga

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Sitatunga

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Waldböcke (Tragelaphinae)
Gattung: Kudus (Tragelaphus)
Art: Sitatunga
Wissenschaftlicher Name
Tragelaphus spekeii
Sclater, 1864

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Sitatunga (Tragelaphus spekeii), auch Wasserkudu genannt, zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Kudus (Tragelaphus). IM Englischen wird die Art Marshbuck genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Sitatunga erreicht eine Körperlänge von rund 150 cm, eine Schulterhöhe von 100 bis 115 cm sowie ein Gewicht von gut 60 bis 110 Kg. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das Fell ist bei den Geschlechtern im Alter unterschiedlich gefärbt. Während das Fell des Männchen dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt ist, so weist das Fell des Weibchen eine helle rostbraune Färbung auf. Jungtiere haben eine rostbraune Färbung, jedoch ist der Aalstrich bei Männchen weiß und bei Weibchen schwarz. Beide Geschlechter haben an ihren Flanken eine Querbänderung aus hellen Streifen, die zum Hinterteil hin in Punkte übergehen. Diese Streifung dient offensichtlich der Tarnung. Männliche Tiere tragen imposante Hörner, die eine Länge von bis zu 90 cm aufweisen können und leicht nach innen gedreht sind. Weibchen haben kein Gehörn. Die Hörner ähneln denen der Nyala, mit der sie nah verwandt sind. Insgesamt ist der Körper recht kräftig gebaut, der Rücken fällt vom Hinterteil her nach vorne leicht ab. Die langen Beine wirken fast zerbrechlich. Der kurze Schwanz erreicht eine Länge von etwa 20 cm und ist mit einer dunklen Spitze versehen. Die Ohren sind groß und fast trichterförmig. Die Ränder der Ohren sind mit weißlichem Fell bedeckt. Die Hinterseiten der Ohren sind graubraun gefärbt. Der Nasenrücken weist eine gräuliche Färbung auf.

Diese Antilopen-Art lebt in kleinen Gruppen, die aus einem Bock, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs besteht. Vereinzelt leben Sitatungas aber auch einzelgängerisch. Die Tiere können in Anpassung an ihren Lebensraum sehr gut schwimmen und können selbst größere Entfernung im Wasser zurücklegen. Eine weitere Anpassung an ihren sumpfigen Lebensraum sind ihre Hufe. Die Hufschalen, die eine Länge von gut 18 cm erreichen können, sind extrem spreizbar. Die Aufspreizung verhindert das leichte Einsinken auf weichem Untergrund. Zu ihren Hauptfeinden zählen Krokodile, der Leopard sowie verschiedene Arten von Riesenschlangen.

Verbreitung

Die Sitatunga ist in weiten Teilen des tropischen Regenwaldes in West- und Zentralafrika verbreitet. Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Zaire, Uganda, Kenia und Gabun zählen zu den Ländern mit den größten Populationen. Die Tiere bevorzugen feuchte Habitate wie Sümpfe, Moore, Überschwemmungsgebiete und Seenlandschaften.

Nahrung

Die Tiere ernähren sich rein vegetarisch von Schilf und allerlei Wasserpflanzen. Dabei scheuen sie sich nicht, ins Wasser zu steigen. Auch entfernte Inselchen in den weitläufigen Sumpfgebieten können sie mühelos schwimmend erreichen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt etwa mit zwei Jahren ein. Die Paarung ist an keine bestimmte Jahreszeit gebunden und kann ganzjährig vollzogen werden. In der Paarungszeit kommt es zwischen den männlichen Tieren zu ritualisierten Kämpfen, die aber selten mit einer Verletzung enden. Nach einer Tragezeit von etwa 220 bis 230 Tagen bringt das Weibchen ein - zwei Jungtier/e an geschützter Stelle zur Welt. Bereits kurz nach der Geburt kann es der Mutter folgen, wird aber von ihr meist auf Schilfinseln abgelegt. Das Jungtier wird für etwa sechs Monate gesäugt. Die Lebenserwartung liegt bei rund 15 bis 20 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN

0801857899

  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni.

Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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