Skellett-Vogelspinne

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Skellett-Vogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Aviculariinae
Gattung: Ephebopus
Art: Skellett-Vogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Ephebopus murinus
(Walckenaer, 1837)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001994]

Die Skellett-Vogelspinne (Ephebopus murinus) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Ephebopus. Im Englischen wird die Skellett-Vogelspinne skeleton tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Skellett-Vogelspinne erreicht eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Zentimeter bei einer Beinspannweite von etwa 13 Zentimeter. Die Größe der Skellett-Vogelspinne kann sehr vielfältig sein, wahrscheinlich hängt dies von der geographischen Herkunft der einzelnen Exemplare ab. Die Grundfärbung der Skellett-Vogelspinne ist dunkelgrau bis schwarz. Die Skellett-Vogelspinne ähnelt auf Grund ihrer Grundfärbung des Körpers und der gestreiften Beine sehr der Gestreiften Guatemala-Vogelspinne (Aphonopelma seemanni). Das Prosoma der Skellett-Vogelspinne weist eine hellbeige Färbung auf und an den Beinen zeigen sich ebenfalls hellbeige Streifen. Das adulte Weibchen weist ein schwarz getöntes Opisthosoma auf. Der gesamte Körper beider Geschlechter ist mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Das Männchen weist eine schwarzbraune Körperfärbung auf und ist mit langen braunen Haaren besetzt. Im Allgemeinen ist das Männchen stärker behaart, kleiner als das Weibchen und meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Des Weiteren besitzt das Männchen Tibialhaken für die Paarung, die sich an dem unteren vorderen Beinpaar befinden. Bereits nach zwei Jahren ist das Männchen geschlechtsreif. Die Lebenserwartung der weiblichen Skellett-Vogelspinne liegt bei etwa 15 Jahren, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Die Skellett-Vogelspinne ist nicht nur in der Abenddämmerung und in der Nacht aktiv, sondern jagd auch während des Tages Insekten (Insecta) oder andere Kleintiere. Die Art ist recht bissig und bei Belästigung ziemlich angriffslustig, jedoch setzt die Spinne bei Verteidigung nicht ihre Hinterleibshaare ein. In Französisch-Guyana gibt es zwei Varianten dieser Spinne, eine Variante lebt in der Savanne und die andere Variante kommt in den Regenwäldern vor. Beide Varianten sind von unterschiedlicher Größe und möglicherweise auch in der Färbung. Exemplare, die in Brasilien vorkommen, weisen oft ein unterschiedliches Muster an den Beinen auf als die anderen Varianten.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Skellett-Vogelspinne befindet sich in Brasilien und umfaßt die Gebiete Santarem, Nazareth, Para und Belem. Des Weiteren kommt sie noch in Französisch-Guyana und in Surinam vor. Die Skellett-Vogelspinne legt tiefe Erdröhren mit kreisrunden und stark ausgesponnenen Ausgängen an. Bevorzugt werden Gebiete mit sandigen, lockeren Böden, in denen die Skellett-Vogelspinne ihre tiefen Gänge bauen kann. An sehr günstigen Stellen entstehen sogar Kolonien. Die Habitate sind meist starker Lichteinstrahlung ausgesetzt. Am dunklen Boden von Primärwäldern ist die Art kaum zu finden, mit Ausnahme an Waldrändern und auf großen Lichtungen.

Ernährung

Die Skellett-Vogelspinne ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Skellett-Vogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Eikokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 100 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Während dieser Zeit betreibt das Weibchen Brutpflege. Im Innern des Eikokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Eikokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Beinspannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar. In Gefangenschaft gestaltet sich die Aufzucht der Spiderlinge sehr schwierig.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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