Smaragdspint

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Smaragdspint

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Teilklasse: Neoaves
Parvklasse: Coraciae
Überordnung: Coraciimorphae
Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)
Unterordnung: Alcedini
Teilordnung: Meropides
Familie: Bienenfresser (Meropidae)
Gattung: Bienenfresser (Merops)
Art: Smaragdspint
Wissenschaftlicher Name
Merops orientalis
Latham, 1801

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Smaragdspint (Merops orientalis) zählt innerhalb der Familie der Bienenfresser (Meropidae) zur Gattung Bienenfresser (Merops). Die englische Bezeichnung des Smaragdspint lautet Little Green Bee-Eater. In den großen Teilen Nordindiens ist der Smaragdspint auch unter dem Hindi-Namen Harriala bekannt, was so viel bedeutet wie Smaragd.

Die Bienenfresser oder die Spinte umfassen mittelgroße und kleine Vögel, deren schlanke Körper in brillanten Farben schillern und somit zu den schönsten Vögeln zählen. Bei der Verfolgung und Erbeutung von Geflügelten Insekten kann man ihre rasanten, kunstvollen und anmutigen Flüge knapp über der Wasseroberfläche bewundern.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Smaragdspint ist der kleinste Bienenfresser, der hauptsächlich in Israel und in Jordanien beheimatet ist. Er ist ein zierlicher kleiner smaragdgrüner Vogel, der nicht größer als ein Haussperling (Passer domesticus) ist. Der Smaragdspint erreicht eine Körperlänge von etwa 22 bis 25 Zentimeter, einschließlich der langen verlängerten mittleren Schwanzfedern, die eine Länge von zehn Zentimetern aufweisen. Die Flügelspannweite beträgt 20 bis 30 Zentimeter und das Gewicht etwa 15 bis 20 Gramm. Der Oberkopf weist eine grünliche bis bronzefarbene Tönung auf. Im Gesicht sieht man ein markantes schwarzes Band, das sich durch die Augen zieht. Die Iris der Augen ist purpurrot gefärbt und die Pupille weist eine schwarze Tönung auf. Der Nacken zeigt ein vergoldetes Grün. Die Wangen sind bläulich und das Kinn und die Kehle weisen ein bläuliches Grün auf. Des weiteren zeigt sich ein schmales schwarzes Band zwischen der Kehle und der Brust. Auf den Flügeln ist ein schwarzer Rand erkennbar. Die Oberseite und die Unterseite sind goldgrün bis dunkelgrün gefärbt. Die Schwanzunterseite weist eine grau glänzende Tönung auf, während die verlängerten mittleren Schwanzfeder eine purpurrote Tönung zeigen. Der Bürzel und die Schwanzbasis sind dagegen mehr hellgrün gezeichnet. Der schwarze Schnabel ist lang und nach unten gebogen. Die Extremitäten sind fleischfarben geschönt und enden in vier Zehen, von denen eine Zehe nach hinten zeigt und drei Zehen nach vorn. Das Weibchen ähnelt dem Männchen in Größe ud Aussehen, aber das Weibchen weist kürzere mittlere Schwanzfedern auf. Des weiteren ist die Kehle bei dem Weibchen stumpfer und das schwarze Band zwischen Kehle und Brust erscheint schmäler als bei dem Männchen. Die Jungvögel sind im allgemeinen matter gefärbt und besitzen nicht die typischen verlängerten mittleren Schwanzfedern wie die Altvögel. Auch ist die Kehle bei den Jungvögeln schwärzlich gefärbt.

Lebensweise

Der Smaragdspint steigt mit steifen, rasch schlagenden Flügeln auf, gleitet und kreist abwärts oder jagt die Beute mit weiteren Flügelschlägen und mit flach ausgebreiteten Flügeln gleitend. Diese Flugweise erinnert sehr an die Flugweise des Bienenfresser (Merops apiaster). Der Smaragdspint bringt ein trillerndes wiederholtes und zartes "triiie" hervor. Manchmal trägt er auch durchbohrendes "tit-tit-tit" oder ein hohes "prrrit" vor. Diese Laute äußert der Smaragdspint auch im Singflug. Am lautesten sind die Smaragdspinte, wenn sie in der Abenddämmerung in allen Richtungen ihre gemeinsamen Schlafbäume flatternd und fliegend aufsuchen. Der Smaragdspint ist ein sehr geselliger Vogel. Die Nacht verbringen die Smaragdspinte gemeinsam in großen Bäumen. Man trifft den Smaragdspint meist in Trupps, oft Schulter an Schulter auf Leitungsdrähten, auf Telegraphendrähten oder auf Gitterpfählen am Rand der Straße sitzend. Er fliegt viel rufend umher und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Der Smaragdspint brütet im Norden Indiens in lockeren Kolonien. Mit Vorsicht kann man den Smaragdspint in der Brutkolonie beobachten. In Afrika und Arabien brüten die Paare allerdings nicht in Kolonien. In der Tat fängt der Smaragdspint Bienen (Apoidea) und Wespen (Vespoidea) und scheint gegen das Gift dieser Hautflügler (Hymenoptera) immun zu sein, obwohl er die Stacheln wegklopft, bevor er die Beute verschlingt. Der Smaragdspint kann unter günstigen Umständen in der Natur ein Alter von etwa fünf bis zehn Jahren erreichen.

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Smaragdspint

Unterarten

Verbreitung

Der Smaragdspint ist in Afrika teilweise sesshaft und teilweise auch ein Zieher, wo er südlich der Sahara von Senegal und Gambia bis nach Äthiopien vorkommt. Im Norden Ugandas und Kenias ist er nur Gast. In Asien ist er eher ein Zieher. Im Allgemeinen lebt der Smaragspint in Israel, in Jordanien und in Ägypten, wo er seine Winterquartiere im Niltal aufsucht. Im Winter trifft man ihn häufiger im Norden Omans an und migriert bis nach Iran und Pakistan sowie nach Bangladesh, in den Süden Sri Lankas und nach Vietnam. Des weiteren ist der Smaragdspint auch als Brüter im Norden Indiens anzutreffen.

Die Habitate des Smaragdspints sind in ihrer Vegetation sehr vielseitig und abwechslungsreich, aber hauptsächlich hält sich der Smaragdspint in trockenen Waldzonen auf, wo vereinzelt Bäume und Gebüsche in der Nähe von Kanälen und von Ufern kultiviert wurden. Des weiteren lebt er auch in Trockenregionen, in denen Akazien, Dattelpalmen und Wadis-Dickichte vorhanden sind. Auch trifft man den Smaragdspint in großen geräumigen Gärten, in Dünen und auf dem Ackerland an. Im Norden Indiens ist er in Höhen bis zu 2.000 Metern ü. NN zu finden.

Ernährung

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Der Smaragdspint ernährt sich von mittelgroßen bis großen Geflügelten Insekten, hauptsächlich von Hautflüglern (Hymenoptera). Dazu zählen unter anderem Ameisen (Formicoidea), Bienen (Apiformes), Wespen (Vespoidea), Hummeln (Bombus) sowie Hornissen (Vespa crabro). Aber auch Zikaden, Termiten (Isoptera), Libellen (Odonata), Schmetterlinge (Lepidoptera) wie zum Beispiel der Birkenspanner (Biston betularia), der auch in Ostasien vorkommt, Wanzen (Heteroptera), Geradflügler (Orthoptera) wie Heuschrecken und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) verschmäht der Smaragdspint nicht. Des weiteren stehen auf seinem Speiseplan Käfer (Coleoptera) und Zweiflügler (Diptera) wie Fliegen (Brachycera). Der Smaragdspint ist ein vielseitiger Luftjäger, der allerdings meist nicht wie die Segler (Apodidae) oder die Schwalben (Hirundinidae) unermüdlich hinter fliegenden Insekten (Insecta) herjagt, sondern den kurzen Jagdflug von einer geeigneten Sitzwarte aus vorzieht, das können Leitungsdrähte, Stangen, Zäune oder auch kleine dornige Zweige sein. Manchmal läßt sich der Smaragdspint auch auf den Rücken der Antilopen nieder und sucht den Rücken nach Insekten ab. Bienen (Apiformes) und Wespen (Vespoidea), die zeitweise die wichtigste Nahrung ausmachen, werden nach dem Fang meist in der Mitte des Körpers gefaßt und einige Male kräftig mit dem Kopf auf die Zweige geschlagen. Anschließend kommt die Entgiftung des Stachelapparates. Die Schnabelspitze greift rasch zum Hinterleibsende und reibt dieses mehrmals kräftig gegen eine feste Unterlage. Durch den Druck des Schnabels wird das Gift aus dem Hinterleib der Beute herausgepreßt und anschließend abgewischt. Der Smaragdspint kann stechende Hautflügler (Hymenoptera) sehr genau von anderen ungefährlichen Insekten (Insecta) unterscheiden, mit denen dieses Abwischen nicht durchgeführt wird. Selbst wespenähnliche Schwebfliegen (Syrphidae) werden eindeutig als ungiftig erkannt.

Fortpflanzung

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Die Geschlechtsreife erreicht der Smaragdspint im Alter von einem Jahr. Der Smaragdspint brütet im Norden Indiens in lockeren Kolonien, die etwa 30 Brutpaare umfassen können. Während er in Arabien und in Afrika nicht in Kolonien brütet, sondern eine monogame Einehe zur Paarungszeit und Brutsaison führt. Die Paarungszeit und die Brutsaison finden in den Monaten von März bis Juni, gelegentlich auch von Juli bis August statt. Während dieser Zeit kommt es nur zu einer Jahresbrut. Das Nest ist eine ein Meter bis zwei Meter lange Erdröhre, die zu einer Kammer führt. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau. In der Regel wird das Nest in flachen Steilhängen und Abbruchkanten im weichen Material in Afrika gegraben und in Asien meist an Flußufern, Wegböschungen oder in Sandgruben, gelegentlich aber auch im flachen Boden errichtet. Die Eier werden auf bloßem Untergrund abgelegt, doch häufig sammeln sich sehr viel Chitinteile aus der Insektenbeute als Unterlage. Die eigentliche Legeperiode beginnt im März und endet im Juni. Das Weibchen legt meist sechs rein weiße, dünnschalige Eier. Das Männchen und das Weibchen wärmen die Eier abwechselnd etwa 18 bis 22 Tage lang, wobei die Hauptlast bei dem Weibchen liegt. Nach dem Schlupf werden die Küken von dem Männchen und von dem Weibchen ausreichend mit Nahrung in Form von allerlei Insekten (Insecta) versorgt. Die Jungvögel verlassen etwa nach 22 bis 31 Tagen die Bruthöhle. Die Jungvögel sind im allgemeinen matter gefärbt und besitzen nicht die typischen verlängerten mittleren Schwanzfedern wie die Altvögel. Auch ist die Kehle bei den Jungvögeln schwärzlich gefärbt. Die Lebenserwartung des Smaragdspint beträgt unter günstigen Umständen in der Natur etwa fünf bis zehn Jahre.

Gefährdung und Schutz

Der Smaragdspint gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet erstreckt sich annähernd von 1.000.000 bis 10.000.000 Quadratkilometer. Der Smaragdspint ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Smaragdspint selten oder nur spärlich vor (Del Hoyo et al. 2001). Die globale Population wurde jedoch bisher noch nicht ermittelt, aber vieles spricht für eine Zunahme der Populationen (Del Hoyo et al. 2001). In der Roten Liste der IUCN wird der Smaragdspint als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel. Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

Links

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