Dunkelalbatros

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(Weitergeleitet von Sooty albatross)
Dunkelalbatros
Dunkelalbatros im Flug

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Albatrosse (Diomedeidae)
Gattung: Phoebetria
Art: Dunkelalbatros
Wissenschaftlicher Name
Phoebetria fusca
(Hilsenberg, 1822)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Dunkelalbatros (Phoebetria fusca) gehört innerhalb der Familie der Albatrosse (Diomedeidae) zur Gattung Phoebetria. Im Englischen wird der Dunkelalbatros sooty albatross oder dark-mantled sooty albatross genannt. Dieses Taxon wurde in zwei Spezies gesplittet: Phoebetria fusca und Phoebetria palpebrata. Ferner wird dieses Taxon von einigen Autoren als Subspezies von Phoebetria palpebrata im weiteren Sinne (sensu-lato) betrachtet. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Dunkelalbatros ist ein mittelgroßer Albatros und erreicht eine Körperlänge von etwa 85,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 2,0 Meter. Das Gefieder dieser Art ist insgesamt rußig-braun mit dunkleren Schattierungen an den Seiten des Kopfes gefärbt. Des Weiteren zeigt sich im Gesicht ein weißer halbmondförmiger Streifen über dem Auge und am Augenwinkel. Sein Schnabel weist eine schwarze Färbung mit einer gelben oder orangefarbenen Tönung auf. Der Schwanz des Dunkelalbatros ist breit und rautenförmig. Die Jugendlichen sind ähnlich gefärbt wie die adulten Vögel.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Dunkelalbatros in lockeren Kolonien von bis zu 50 bis 60 Nestern. Die Brutzeit erstreckt sich über den Sommer und die Eier werden im Oktober oder im November gelegt, die Küken schlüpfen Mitte Dezember und sind im Mai flügge. Die erfolgreichen Paare brüten selten im folgenden Sommer. Ein einziges Ei wird gelegt und bei Gelegeverlust gibt es kein Nachgelege. Der Dunkelalbatros brütet auf Felsen oder steilen Hängen, wo er direkt neben dem Nest landen und starten kann. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Kopffüßern, Fischen, Krebstieren und Aas, jedoch variiert die Nahrung je nach Umfang und Standort zwischen den Jahren.

Verbreitung

Adulter Dunkelalbatros
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Adulter Dunkelalbatros

Laut der Roten Liste der IUCN hält sich die Art auf den Inseln im Südatlantik und im Indischen Ozean auf. Die jährliche Brutpopulation liegt schätzungsweise bei 13.200 bis 14.500 Paaren, bestehend aus etwa 5.000 Paaren auf Gough Island, 4.125 bis 5.250 Paaren auf der Tristan da Cunha-Gruppe (zu Großbritannien), etwa 1.200 Paaren auf Prince Edward Island und etwa 1.200 Paaren auf Marion Island (Südafrika), 2.080 bis 2.200 Paaren auf Crozet Island und aus 470 Paaren auf Amsterdam Island (French Southern Territories). Die pelagische Verteilung befindet sich hauptsächlich zwischen 30° S und 60° S im südlichen Indischen und im Atlantischen Ozean, mit einer südlichen Grenze von etwa 65° S nahe der Antarktis und einer nördlichen Grenze von etwa 20° S. Die adulten Vögel aus dem Norden ziehen im Winter von den subantarktischen bis zu den subtropischen Gewässern, während die immaturen Vögel dazu neigen, das ganze Jahr hindurch in den subtropischen Gewässern zu bleiben. Die Art verteilt sich selten ostwärts bis zur Tasmanischen See und bis zu den neuseeländischen Gewässern. Auf Possession Island (Crozet) ging die Population zwischen den Jahren 1980 und 1995 um 58% zurück und ist weiter rückläufig, wenngleich in einem langsameren Tempo. Dies entspricht einem Rückgang von 82% zwischen den Jahren 1980 und 2006. Auf Marion Island ging die Population um 25% zwischen den Jahren 1990 und 1998 zurück. Auf Gough Island (etwa 40% der Gesamtpopulation) scheint die Population um rund die Hälfte zwischen den Jahren 1972 und 2000 abgenommen zu haben, wenngleich die jüngsten Zählungen auf Gough Island in den Jahren 2000, 2003 und 2005 zeigten, das keine Veränderungen in der Anzahl der Brutvögel ergaben. Es wurden Zählungen auf Tristan da Cunha Island und auf den unzugänglichen Inseln vorgenommen, aber nicht so gut, um ein zuverlässiges Update der Gesamtpopulation zu gewährleisten. Insgesamt ergibt dies einen Rückgäng um 75% über drei Generationen (90 Jahre).

Ernährung

Der Dunkelalbatros ist ein reiner Fleischfresser. Seine Nahrung besteht dabei zu 90 Prozent aus Fischen (Actinopterygii) und 10 Prozent aus Weichtieren (Mollusca) und aus Krebstieren (Crustacea) sowie aus Kopffüßern (Cephalopoda). Der Fang der Beutetiere erfolgt meist in unmittelbarer Nähe zur Wasseroberfläche. Aus geringer Höhe läßt sich der Dunkelalbatros pfeilartig ins Wasser fallen. Unter Wasser dienen die Flügel als Vortriebsorgan. Eine andere Methode ist das Abtauchen von der Wasseroberfläche. Die durchschnittliche Tauchtiefe liegt bei etwa drei Meter. Der Dunkelalbatros kann jedoch auch leicht eine Tauchtiefe von bis zu sieben Meter erreichen. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Tage.

Fortpflanzung

Dunkelalbatros - Küken
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Dunkelalbatros - Küken

Der Dunkelalbatros erreicht die Geschlechtsreife erst sehr spät mit fünf bis sechs Jahren. Die Paarbindung erfolgt meist schon mit drei bis vier Jahren. Die Geschlechter leben in einer monogamen Einehe, die ein Leben lang hält. Außerhalb der Paarungszeit leben die Geschlechter allerdings getrennt voneinander auf dem Meer. Haben sich die Paare nach der langen Pause wieder vereinigt, so kommt es zur Balz. Die Balz fördert die dauerhafte Paarbindung und endet in der eigentlichen Kopulation. Der Dunkelalbatros brütet in lockeren Kolonien von bis zu 50 bis 60 Nestern. Die Brutzeit erstreckt sich über den Sommer und das Ei wird im Oktober oder im November gelegt. Das Küken schlüpft Mitte Dezember und ist im Mai flügge. Die erfolgreichen Paare brüten selten im folgenden Sommer. Ein einziges Ei wird gelegt und bei Gelegeverlust gibt es kein Nachgelege. Der Dunkelalbatros brütet auf Felsen oder steilen Hängen, wo er direkt neben dem Nest landen und starten kann. Jahr für Jahr kehrt der Dunkelalbatros immer wieder zu seiner angestammten Brutkolonie zurück. Bis auf kleinere Streitigkeiten geht es in der Kolonie ausgesprochen friedlich zu. Um die Verteidigung des Geleges kümmern sich beide Elternteile. Das Wärmen des Eies nimmt zwischen 70 und 72 Tage in Anspruch und wird durch beide Geschlechter gewährleistet. Das Küken schlüpft mit bereits geöffneten Augen, ist ansonsten aber nur wenig weit entwickelt und vollständig von den Eltern abhängig. Die ersten Wochen bleibt immer ein Elternteil bei dem Küken und sorgt für Schutz, während der zweite Elternteil sich um die Nahrungsbeschaffung kümmert. Später gehen beide Elternteile gleichzeitig auf Nahrungssuche, da der Nahrungsbedarf ab dem zweiten und dritten Lebensmonat durch ein Elternteil nicht mehr zu decken ist. Die volle Flugfähigkeit wird im Alter von 110 bis 120 Tagen erreicht. Die sehr lange Nestlings- und Betreuungszeit erstreckt sich über gut vier, nicht selten sogar fünf Monate. Erst danach ist der Jungvogel selbständig und löst sich von den Eltern.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gilt die Art als stark gefährdet aufgrund des sehr raschen Rückgangs über drei Generationen (90 Jahre), vermutlich aufgrund von Interaktionen mit der Fischerei. Allerdings sind die Trends an den drei Standorten noch akuter. Wenn dieser Trend anhalten sollte, dann könnte die Art demnächst als kritisch gefährdet eingestuft werden. Die Art wird ebenfalls in CMS Anhang II und in ACAP Anhang geführt. Die Anzahl der Population und die Studie der Nahrungssuche werden auf den Inseln Amsterdam und Marion regelmäßig überwacht. Die Art ist auf der Insel Tristan da Cunha geschützt. Die Insel Gough ist ein Weltkulturerbe und die Prince-Edward-Inseln sind ein Naturreservat. Ferner sind die Insel Gough und die unzugänglichen Inseln Naturschutzgebiete. Im Zeitraum von 2000 bis 2001 wurde eine Zählung der Population durchgeführt und ein wiederholtes Monitoring-Protokoll erstellt. In den Jahren zwischen 2003 und 2006 wurde wieder ein Monitoring auf Gough Island wiederholt. Auf den Inseln Gough und Tristan da Cunha wurden auch die Flugrouten nachverfolgt, um die Verteilung besser bestimmen zu können. Des Weiteren fand eine Zählung in den Jahren von 2004 bis 2006 auf Tristan da Cunha statt und im Jahre 2007 wurden die Inseln Crozet, Amsterdam und Kerguelen zu Naturschutzgebieten erklärt. Es sollten standardisierte Zählungen an allen wichtigen Standorten wiederholt werden, vor allem auf den Inseln Gough und Tristan da Cunha. Bestimmung der Flugrouten bei der Nahrungssuche der Vögel und ihrer Überschneidung mit der Langleinenfischerei. Des Weiteren Überwachung der Beifänge mit Langleinen und die damit verbundenen Best Practice-Methoden aller Fischereien, auch über zwischenstaatliche Mechanismen unter der Schirmherrschaft des ACAP, FAO, CMS und Regional Fisheries Management Organisations wie CCAMLR.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)
  • Die Familie der Albatrosse (Diomedeidae)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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