Speer-Azurjungfer

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Speer-Azurjungfer
Weibchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae)
Gattung: Azurjungfern (Coenagrion)
Art: Speer-Azurjungfer
Wissenschaftlicher Name
Coenagrion hastulatum
(Charpentier, 1825)

Die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum), auch unter dem Synonym Agrion hastulatum bekannt, zählt innerhalb der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) zur Gattung der Azurjungfern (Coenagrion). Im Englischen wird die Speer-Azurjungfer northern damselfly oder spearhead bluet genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen sowie Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wählten in Kooperation mit dem Naturschutzbund (NABU) die Speer-Azurjungfer zur Libelle des Jahres 2013.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Speer-Azurjungfer ist recht klein und zierlich und erreicht eine Flügelspannweite von gut 40,0 Millimeter sowie eine Körperlänge von etwa 22,0 bis 29,0 Millimeter. Das Männchen weist eine blau-schwarze Zeichnung auf dem Thorax und auf dem Hinterleib auf. Insgesamt zeigt sich beim Männchen ein blasses Blau mit einem leichten Grünschimmer. Im Gegensatz zum Männchen weist das Weibchen eine grün-schwarze Zeichnung auf dem Thorax und auf dem Hinterleib auf. Markantes Merkmal ist auf dem dritten Hinterleibssegment eine schwarze Zeichnung, die einer kleinen Speerspitze ähnelt, daher auch die deutsche Bezeichnung Speer-Azurjungfer. Der Kopf ist seitlich verbreitet und weist bläuliche Markierungen auf. Die Extremitäten sitzen am ersten Körpersegment. Im Ruhezustand liegen die vier transparenten Flügel auf dem Hinterleib auf.

Lebensweise

Speer-Azurjunger - Männchen
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Speer-Azurjunger - Männchen

Die Flugzeit der Speer-Azurjungfer erstreckt sich von Mai bis August. Die Speer-Azurjungfer hält sich in Niederungen und in alpinen Zonen auf. Bevorzugte Habitate können Seen, Teiche und Tümpel sowie langsam fliessende Gewässer, Moore und Sumpfgebiete oder schilfreiche Gebiete sein.

Verbreitung

Die Speer-Azurjungfer ist in weiten Teilen Europas verbreitet, wie zum Beispiel Dänemark, Deutschland, Grossbritannien, Niederlande, Schottland, Schweden, Norwegen, Polen sowie Finnland. Des Weiteren kommt die Speer-Azurjungfer auch im Osten Sibiriens und im Osten Asiens vor.

Ernährung

Die Speer-Azurjungfer ernährt sich räuberisch von anderen Insekten, die in der Regel im Flug erbeutet werden. Meist beginnt die Jagd von einer Ansitzwarte aus.

Fortpflanzung

Speer-Azurjungfer - Weibchen
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Speer-Azurjungfer - Weibchen

Während des eigentlichen Paarungsaktes bildet das Pärchen ein sogenanntes Paarungsrad. Dabei packt das Männchen das Weibchen mit seinen Zangen am Hinterleib, den Cerci, im obersten Körpersegment. In dieser Position entnimmt das Weibchen beim Männchen aus dessen Samentasche den notwendigen Samen. Um sein Weibchen vor lästigen Konkurrenten zu schützen erfolgt die Eiablage auch in dieser Position. Das Weibchen legt ihre Eier mit ihrem Legeaparat an Wasserpflanzen ab. Die Eier benötigen etwa eine Entwicklungsdauer von bis zu fünf Wochen. Dann schlüpfen die Larven, die sogenannten Nymphen. Die Zeit als Larve erstreckt sich über knapp ein Jahr, das heisst sie überwintern auch als Larve. Der Schlupf der fertigen Libelle findet je nach Entwicklungsdauer zwischen Juni und August statt. Die Lebensdauer der geschlüpften Libelle beträgt etwa vier Wochen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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