Springbeutelmaus

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Springbeutelmaus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Beutelsäuger (Marsupialia)
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Familie: Raubbeutler (Dasyuridae)
Unterfamilie: Sminthopsinae
Tribus: Sminthopsini
Gattung: Antechinomys
Art: Springbeutelmaus
Wissenschaftlicher Name
Antechinomys laniger
(Gould, 1856)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Springbeutelmaus (Antechinomys laniger) zählt innerhalb der Familie der Raubbeutler (Dasyuridae) zur Gattung Antechinomys. Im Englischen wird die Art Kultarr, Jerboa-marsupial, Jerboa Pouched-mouse oder Pitchi-pitchi genannt. Die Springbeutelmaus ist auch unter dem Synonym Antechinomys laniger bekannt. Sie ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Zudem ist die Springbeutelmaus die einzige Art der Gattung Antechinomys.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Springbeutelmaus weist zwischen den Geschlechtern in Größe und Gewicht einen erkennbaren Dimorphismus auf. Männchen erreichen eine Körperlänge von 80 bis 100 (85) mm, eine Schwanzlänge von 100 bis 150 (130) mm sowie ein Gewicht von etwa 30 Gramm. Weibchen bleiben kleiner und leichter. Sie erreichen eine Körperlänge von 70 bis 95 (85) mm, eine Schwanzlänge von 100 bis 140 (120) mm und ein Gewicht von etwa 20 Gramm. Das Fell weist eine hellbraune bis bräunliche Färbung auf. Im Bereich von Brust und Bauch zeigt sich eine weißliche bis cremefarbene Färbung. Der lange und dünne Schwanz endet in einer dichten, schwärzlich gefärbten pinselartigen Quaste. Die großen und rundlich geformten Ohren sitzen leicht seitlich, weit hinten am Schädel. Die Schnauze ist länglich und spitz zulaufend. Die großen Augen sind ein Indiz für die strikte Nachtaktivität und liegen mittig, seitlich am Kopf. Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine, die Hinterfüße enden in jeweils 4 Zehen. Springbeutelmäuse bewegen sich am Boden quadrupedal (von Quadrupedie, lat. quadrus = vier und pes = Fuß) auf allen vier Extremitäten fort.

Lebensweise

Springbeutelmäuse sind streng nachtaktiv und leben ausschließlich auf dem Boden. Kletternde Eigenschaften konnte nicht nachgewiesen werden. Während der Ruhephase halten sich die Tiere unter Baumstümpfen, in Erd- oder Felsspalter oder unter dichten Büschen auf. Hin und wieder werden auch verlassene Erdhöhlen anderer Tiere bewohnt. Selbstgegrabene Höhlen konnten in Freiheit nicht nachgewiesen werden. In Gefangenschaft graben die Tiere sehr wohl eigene Bauten in weiches Substrat. Die Höhlen weisen Gänge in einer Länge von bis zu 50 cm auf und liegen meist knapp unter der Erdoberfläche. Die selbstgegrabenen Höhlen verfügen für gewöhnlich über 2 bis 3 Ein- und Ausgänge. Über die Lebensweise ist im Allgemeinen nur wenig bekannt. Sowohl die soziale Organisation als auch die Migration und die Größe der Reviere sind unerforscht. Radiotelemetriemessungen belegen jedoch, dass sich die Tiere pro Tag zwischen 100 m (Weibchen) und 400 m (Männchen) in ihrem Revier bewegen.

Verbreitung

Springbeutelmäuse sind in Australien endemisch. Bis auf die nördlichen und östlichen Küstenregionen werden weite Teile des Landes besiedelt. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über Western Australia, Northern Territory, das westliche Queensland, New South Wales, Teilen von Victoria und South Australia. In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände jedoch in Teilen des Verbreitungsgebietes, insbesondere im westlichen New South Wales und in Queensland zum Teil dramatisch zurückgegangen. Springbeutelmäuse besiedeln im Wesentlichen aride und halbaride Lebensräume. Sie sind insbesondere im Buschland, auf Mallee-Flächen, im Grünland und an den Rändern lichter Wälder heimisch. Steinige, lehmige und sandige Böden werden bevorzugt. Typische Pflanzen im Lebensraum der Tiere sind Emusträucher (Eremophila) und ähnliche Gewächse.

Ernährung

Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Insekten (Insecta). Zu einem kleinen Teil werden auch Spinnentiere (Arachnida) und ähnliches gefressen. In Gefangenschaft werden auch kleine Säugetiere (Mammalia) wie nestjunge Mäuse gefressen. Die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich in der Nacht.

Fortpflanzung

Springbeutelmäuse erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres im Alter von 11,5 Monaten. Je nach Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Paarungszeit von Mitte des Winters bis in den Hochsommer hinein. Dies ist in Australien von Juli bis in den Januar hinein der Fall. Der Östrus der Weibchen erstreckt sich über etwa 35 Tage. Springbeutelmäuse sind monoöstrische Tiere, es tritt demnach nur ein Zyklus pro Jahr auf. Die Weibchen verfügen trotz der Zugehörigkeit zu den Beuteltieren über keinen echten Beutel. Es ist nur eine einfache Hautfalte vorhanden. Nach einer Tragezeit von gut 12 Tagen bringt ein Weibchen 1 bis 6 Jungtiere zur Welt. Die Jungen kriechen selbständig zu der Hautfalte mit den Zitzen und saugen sich hier fest. An den Zitzen verweilen sie die ersten rund 30 Tagen. Im Alter von 30 Tagen weisen sie eine Körperlänge von 25 mm auf. Die Entwöhnung erfolgt gegen Ende des dritten Lebensmonates. Die Lebenserwartung liegt bei beiden Geschlechtern bei nur wenig mehr als einem Jahr.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Springbeutelmäuse zählen heute noch nicht zu den bedrohten Beuteltiere, obgleich die Art in einigen Regionen entweder völlig verschwunden oder nur noch selten anzutreffen ist. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die größte Gefahr geht heute von nicht heimischen Raubtieren (Carnivora) wie verwilderte Hauskatzen (Felis catus) oder Rotfüchse (Vulpes vulpes) aus. Aber auch die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere zu Gunsten von Weideland für Rinder und Schafe stellt ein großes Problem dar.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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