Stachelschwanzwaran

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Stachelschwanzwaran

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Warane (Varanus)
Art: Stachelschwanzwaran
Wissenschaftlicher Name
Varanus acanthurus
(Boulenger, 1885)

Der Stachelschwanzwaran (Varanus acanthurus) zählt innerhalb der Familie der Warane (Varanidae) zur Gattung der Warane (Varanus). Im Englischen wird der Stachelschwanzwaran spiny-tailed monitor oder ridge-tailed monitor genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Stachelschwanzwaran erreicht eine Gesamt-Körperlänge von etwa 60,0 bis 70,0 Zentimeter und zählt zu den mittelgroßen Waranarten Australiens. Seine Kopf-Rumpf-Länge beträgt 25,0 Zentimeter. Der Rücken ist mit einem braunen Netzmuster und gelblichen Kringeln und Streifen überzogen. Des Weiteren zeigen sich länglich, schmale und gekielte Schuppen. Kopf und Nacken sind mit gelblichen Längslinien versehen. Der Schwanz ist gelb-braun geringelt. Die Schuppen des Schwanzes sind breit, oval und stachelig. Die Oberseite des Schwanzes ist nicht gekilet. Die Schuppen über den Augen sind klein und körnig. Die ventralen Schilde sind doppelt so lang wie breit.
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Stachelschwanzwaran
Der Kopf ist insgesamt etwas dunkler als der Körper. Seitlich am Kopf sind die Nasenlöcher angebracht. Sie sind eiförmig, längs-, subanterior. Die Zähne sind komprimiert. Die länglichen Zehen sind ziemlich ungleich. Die Weibchen sind insgesamt deutlich kleiner als die Männchen.

Lebensweise

Der Stachelschwanzwaran lebt als Einzelgänger und ist am Tage aktiv. Er wird am häufigsten unter Felsplatten, zwischen Geröll und in Felsspalten gefunden. Nur selten verbirgt sich der Stachelschwanzwaran zwischen Spinifex der Gattung der Süßgräser (Poaceae). Als Stachelschwanzwaran verfügt er über ein geringeres Maß an Aktivität im Vergleich zu anderen Waranen. Des Weiteren verfügt er über eine niedrigere Stoffwechselrate und wird oft am Tag in seinem Versteck gefunden, wahrscheinlich auch, um sich vor natürlichen Feinden zu schützen. Der Stachelschwanzwaran jagt hauptsächlich Insekten (Insecta), besonders Springschrecken (Orthoptera), Käfer (Coleoptera) und Schaben (Blattodea) sowie kleine Echsen (Lacertilia) wie Skinke (Scincidae), Geckos (Gekkonidae) oder kleine Agamen (Agamidae). Weniger häufig verspeist der Stachelschwanzwaran Spinnentiere (Arachnida), Schnecken (Gastropoda) oder junge Beutelsäuger (Metatheria). Etwa 70 Prozent deckt der Stachelschwanzwaran seinen Wasserbedarf mit der Nahrungsaufnahme.

Unterarten

Stachelschwanzwaran
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Stachelschwanzwaran
  • Varanus acanthurus acanthurus - (Boulenger, 1885)
  • Varanus acanthurus brachyurus - Sternfeld, 1919
  • Varanus acanthurus insulanicus - Mertens, 1958

Verbreitung

Der Nordwesten Australiens sowie einige vorgelagerte Inseln sind das Verbreitungsgebiet des Stachelschwanzwarans. Er bevorzugt Trockengebiete, offenes Buschland und steinige Halbwüsten. Er sucht Schutz in Felsspalten und unter Steinen und schützt mit seinem Schwanz den Eingang zu seinem Unterschlupf.

Ernährung

Der Stachelschwanzwaran jagt hauptsächlich Insekten (Insecta), besonders Springschrecken (Orthoptera), Käfer (Coleoptera) und Schaben (Blattodea) sowie kleine Echsen (Lacertilia) wie Skinke (Scincidae), Geckos (Gekkonidae) oder kleine Agamen (Agamidae). Weniger häufig verspeist der Stachelschwanzwaran Spinnentiere (Arachnida), Schnecken (Gastropoda) oder junge Beutelsäuger (Metatheria). Etwa 70 Prozent deckt der Stachelschwanzwaran seinen Wasserbedarf mit der aufgenommen Nahrung.

Fortpflanzung

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Stachelschwanzwaran

Die Geschlechtsreife erreicht der Stachelschwanzwaran mit zwei bis drei Jahren. Während der Paarungszeit, die üblicherweise im Frühsommer beginnt, kommt es unter den Männchen zum Teil zu heftigen Kommentkämpfen um die Weibchen. Das Männchen umwirbt das Weibchen und versucht sie zur Paarung zu bewegen. Ist sie paarungsbereit hält das Männchen das Weibchen mit einem Nackenbiß fest, schiebt seinen Hinterleib unter den des Weibchens und führt den ausgestülpten Hemipenis in die Kloake des Weibchens ein. Dort befruchtet er dann die Eier. Sind die Eier soweit, dass sie gelegt werden können, gräbt das Weibchen eine Erdhöhle, in welche sie dann die 5 bis 18 Eier ablegt. Nach 120 bis 140 tagen schlüpfen die Jungen. Wenn das Nahrungsangebot passt, sind auch 2-3 Gelege im Jahr möglich. Der Stachelschwanzwaran kann ein Alter von 10 Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Der Stachelschwanzwaran wird im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES, im Anhang II sowie im Europäischen Artenschutzgesetz Anhang B gelistet. Somit ist er in Deutschland bei der zuständigen Landschaftsbehörde zu melden, will man ihn im Terrarium hält.

Weitere Synonyme

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Stachelschwanzwaran
  • Varanus acanthurus acanthurus - (Boulenger, 1885)
  • Odatria ocellata - Gray, 1845 (non Varanus ocellatus Heyden, 1830)
  • Regenia ocellata - Günther, 1861
  • Varanus acanthurus - Boulenger, 1885 (nom. nov. pro Odatria ocellata)
  • Varanus acanthurus - Cogger, 1983
  • Varanus acanthurus - Cogger, 2000
  • Varanus acanthurus brachyurus - Sternfeld, 1919
  • Varanus acanthurus brachyurus - Sternfeld, 1919
  • Varanus acanthurus brachyurus - Arth, 2007
  • Varanus acanthurus insulanicus - Mertens, 1958
  • Varanus (Odatria) acanthurus insulanicus - Mertens, 1958
  • Varanus acanthurus insulanicus - Arth, 2007

Anhang

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Siehe auch

  • Hauptartikel: Warane (Varanidae)

Literatur und Quellen

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