Stanwellia grisea

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Stanwellia grisea

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Braune Falltürspinnen (Nemesiidae)
Gattung: Stanwellia
Art: Stanwellia grisea
Wissenschaftlicher Name
Stanwellia grisea
(Hogg, 1901)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001310]

Die Spinne Stanwellia grisea zählt innerhalb der Familie der Braunen Falltürspinnen (Nemesiidae) zur Gattung Stanwellia. Im Englischen wird diese Art Melbourne Trap-door Spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Aufgrund ihrer Größe, Farbe und ihrer großen Cheliceren wird diese Art häufig mit der Sydney-Trichternetzspinne (Atrax robustus) verwechselt, jedoch tritt letztere nur in New South Wales von Newcastle bis nach Nowra und vom Westen bis nach Lithgow auf. Stanwellia grisea ist eine große Spinne und erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 35 Millimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 25 Millimeter. In der Regel weist die Spinne eine hellbraune bis dunkelbraune Körperfärbung auf. Das Opisthosoma ist oft heller getönt als die übrigen Körperteile. Des Weiteren zeigt sich auf der Oberfläche des Opisthosoma ein dunkles, geflammtes, geripptes Muster. Die Beine und das Prosoma sind meist braun gefärbt. Das Männchen ist ähnlich gefärbt wie das Weibchen, jedoch weisen einige Exemplare goldene Härchen auf dem Prosoma auf. Bei Stanwellia grisea sind die Cheliceren nach vorne gerichtet und die Klauen sind parallel zueinander nach unten eingeklappt. Dieser Zustand wird als orthognath bezeichnet und ist für alle sogenannten "primitiven Spinnen" oder Vogelspinnenartige (Mygalomorphae) charakteristisch. Dazu zählen unter anderem die Eigentlichen Falltürspinnen (Ctenizidae), Trichternetzspinnen (Hexathelidae), Falltürspinnen (Actinopodidae) und die Vogelspinnen (Theraphosidae).

Lebensweise

Das Männchen und das Weibchen graben bis zu 40 Zentimeter tief eine Höhle, die mit Seide bedeckt wird. Trotz der englischen Bezeichnung Melbourne Trap-door Spider befindet sich am Eingang der Höhle keine Falltür, sondern der Eingang der Höhle ist nur mit Seide bedeckt bzw. die Höhle ist mit Seide ausgefüllt. Die Spinne fängt nur in der Nacht Beutetiere, indem sie mehrere Bereiche mit radialen Fangfäden am Eingang der Höhle webt und dann am Eingang der Höhle auf Insekten (Insecta) lauert. Hat sich ein Insekt in den Seidenfäden verfangen, eilt die Spinne herbei und packt die Beute. Wenn das Männchen die Geschlechtsreife erreicht hat, verläßt das Männchen die Höhle und geht auf Partnersuche. Dies erfolgt in der Regel im Herbst oder im frühen Winter. Bei der Partnersuche nach einem passenden Weibchen kann es vorkommen, dass das Männchen Wohnhäuser, Garagen und Schwimmbäder aufsucht. Die Lebenserwartung der Spinne kann zwischen 5 und 20 Jahre liegen.

Verbreitung

Stanwellia grisea kommt nur im Bundesstaat Victoria von Australien vor und ist somit endemisch. In städtischen Gebieten hält sich die Spinne vorwiegend in Gärten auf, wo sie die Populationen der Insektenschädlinge kontrolliert. Die Spinne kann auch in trockenen Lebwensräumen vorkommen. Im tropischen Regenwald ist diese Spinnenart nicht anzutreffen. Während das Weibchen standorttreu ist, wandert das Männchen, besonders in den regenreichen Wintermonaten, um ein paarungsbereites Weibchen zu finden.

Stanwellia grisea
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Stanwellia grisea

Ernährung

Stanwellia grisea ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta), die sie hinter dem Eingang ihrer Höhle auflauert. Hat sich ein Insekten (Insecta) in den Fangfäden, die radial vor dem Eingang angebracht sind, verfangen, dann eilt die Spinne schnell aus der Höhle und packt das Insekt blitzartig. Dabei wird über die Giftklauen das Gift in das Beutetier injiziert, das die Beute lähmt und von innen her auflöst. Nach einiger Zeit saugt die Spinne das Beutetier aus. Übrig bleibt lediglich die leere Chitinhülle des Insektes (Insecta).

Fortpflanzung

Das Männchen erreicht die Geschlechtsreife etwa mit vier Jahren. Während der Paarungszeit verläßt das Männchen seine Höhle, um eine passende Partnerin zu finden. Durch das Aufnehmen von Pheromonen des Weibchens, findet das Männchen zu seiner potentiellen Partnerin. Ist das Weibchen paarungsbereit, so kommt es zur Paarung. Die Paarung vollzieht sich innerhalb der Höhle des Weibchens. Das Männchen hebt nun den Vorderkörper des Weibchens, soweit nach oben, dass es mit den Bulben an die Geschlechtsöffnung der Unterseite des weiblichen Hinterleibes (Opisthosoma) kommt und diese in die Geschlechtsöffnung einführen kann. Dort übergibt das Männchen das Samenpaket und trennt sich wieder vom Weibchen. Nach erfolgreicher Paarung spinnt das Weibchen einen kissenförmigen Eikokon, in diesen Kokon legt sie etwa 60 Eier oder mehr ab. Der Eikokon befindet sich in einer extra angelegten Brutkammer der Höhle. Sie reinigt und wendet den Eikokon mehrmals am Tag. Ist der Eikokon in Gefahr, so wird der Eikokon vehement von ihr verteidigt. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Spiderlinge und werden noch einige Monate von dem Weibchen beschützt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

  • Stanwellia grisea - (Hogg, 1901)
  • Aname grisea - Hogg, 1901
  • Aname arborea - Hogg, 1901
  • Aname pellucida - Hogg, 1901
  • Ixamatus gregorii - Hogg, 1901
  • Chenistonia major - Hogg, 1901
  • Aname butleri - Rainbow & Pulleine, 1918
  • Chenistonia major - Rainbow & Pulleine, 1918
  • Stanwellia grisea - Main, 1972
  • Stanwellia grisea - Raven, 1981c

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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