Steinkauz

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Steinkauz

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Gattung: Steinkäuze (Athene)
Art: Steinkauz
Wissenschaftlicher Name
Athene noctua
Scopoli, 1769

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Steinkauz (Athene noctua) zählt innerhalb der Familie der Eigentliche Eulen (Strigidae) zur Gattung der Steinkäuze (Athene). Der Steinkauz wurde zum Vogel des Jahres 1972 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Steinkauz erreicht eine Körperlänge von 21 bis 22 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 55 bis 60 Zentimeter sowie ein Gewicht von 180 bis 210 Gramm. Weibchen werden meist ein klein wenig größer und schwerer als Männchen. Das Gefieder ist oberseits dunkelbraun gefärbt. Charakteristische weißliche Flecken und Musterungen durchziehen dabei das Obergefieder. Die Bauchseite ist deutlich heller, fast weißlich gefärbt. Hier zeigt sich eine dunkelbraune Bänderung. Der Schwanz ist ausgesprochen kurz. Über den Augen zeichnet sich ein weißlicher Augenstreifen ab. Der rundliche Kopf ist recht klein. Die Augen wirken so besonders groß und sind gelblich gefärbt.

Abgesehen von einem kleinen Größenunterschied weisen die Geschlechter keinen Geschlechtsdimorphismus auf. Der Steinkauz ist in allen Verbreitungsgebieten ein ortstreuer Standvogel, der selbst in sehr kalten Wintern in seinem Revier verbleibt. Er ist tag- und nachtaktiv. Am Tage kann man den Vogel meist auf einer Ansitzwarte beobachten. Auf die Nahrungssuche geht der Steinkauz in der Dämmerung oder in der Nacht. Die Bestände des Steinkauz sind heute noch nicht akut gefährdet. Der IUCN sieht die Art daher nur als gering gefährdet an (LR, lower risk). In Deutschland gehört der Steinkauz allerdings zu den bedrohten Vogelarten. Die Hauptgründe der Bestandsrückgänge sind unter anderem die Rodung alter Baumbestände, insbesondere von Kopfweiden und alten Obstbäumen, die intensive Landwirtschaft und der Abriss oder die Sanierung von verfallenen Gebäuden.

Verbreitung

Verbreitung

Der Steinkauz ist in weiten Teilen Europas, in Nordafrika und in Asien bis weit in den Osten verbreitet.

Lebensraum

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Die Vögel bevorzugen offene, wenig bewachsene Landschaften. Zu den natürlichen Habitaten gehören in der Ebene insbesondere Streuobstwiesen, Kulturland und Steinbrüche. Gelegentlich sind sie auch in großen, naturnahen Gärten und Parks anzutreffen. Alter Baumbestand für die Brutzeit ist zwingend notwendig. Sie gelten auch als Kulturfolger, der in der Nähe von Siedlungsräumen anzutreffen ist. In Höhenlagen oberhalb von 500 Meter über NN. sind sie nicht zu Hause.

Hohle Bäume gefällt. In einem der hinteren Bäume saß öfters ein Steinkauz. Jetzt wurde der Baum gefällt und der Steinkauz ist gezwungen ein neues Revier zu suchen und das ist garnicht so einfach, denn es werden immer mehr hohle Obstbäume gefällt als geplanzt. Für die Menschen ist Totholz wertlos, aber für die Existens des Steinkauzes lebensnotwendig.

Nahrung

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Die Jagd auf Beutetiere geschieht von einer Ansitzwarte aus. Gelegentlich jagen sie jedoch auch auf dem Erdboden. Sie erjagen dabei neben größeren Insekten auch Würmer, kleinere Vögel und Nagetiere. Je nach Verbreitungsgebiet verschmähen sie auch kleinere Reptilien nicht. Die unverdaulichen Reste der Beute würgt der Steinkauz (wie jede Eule) wieder aus. Das nennt man Gewölle. An Hand der Gewölle kann man herausfinden, was der Steinkauz gefressen hat. Als dämmerungs- und nachtaktiver Jäger sieht man ihn gelegentlich auch am Tage bei der Nahrungssuche. In starken Wintern findet der Steinkauz wenig Nahrung und verhungert oft. Da es im Winter keine Insekten gibt, muss der Steinkauz sich überwiegend von Singvögel ernähren. Ab und zu erwischt er auch eine Maus, die über den Schnee huscht.

Sonstiges

Der Gattungsname "Athene" wurde nach der griechischen Göttin Athene benannt. Übrigens wurde der Steinkauz damals aus Aberglaube als Totenvogel verfolgt und als Lockvogel mißbraucht. Heutzutage kommen rund 20 Prozent durch Autos und Eisenbahnen um. Und Jungvögel ertrinken oft in Viehtränken, da diese sehr glatt sind und die Jungvögel nicht mehr hinaus können.

Fortpflanzung

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Die Balzzeit der Steinkäuze beginnt bereits im zeitigen März, gelegentlich sogar schon im Februar. Die eigentliche Brutzeit erstreckt sich je nach Verbreitungsgebiet von April bis Juni. Ein Brutgebiet kann je nach Nahrungsaufkommen eine Größe von bis zu 50 Hektar aufweisen. Es kommt pro Saison zu einer Brut. Bei Gelegeverlust ist ein Nachgelege durchaus möglich. Die Nester werden für gewöhnlich in Baumhöhlen alter Kopfweiden oder Obstbäume angelegt. Der Steinkauz nistet auch gerne in sogenannten Steinkauzniströhren, die von Naturschützern meistens auf alten Obstbäume angebracht werden. Falls nicht vorhanden, legen sie ihre Nester in Nischen von Ruinen oder verlassenen alten Gebäude an. Die asiatischen Populationen brüten zum Teil in Erdbauten, wie Nagerbauten.

Das Weibchen legt zwischen drei und sechs Eier, die über einen Zeitraum von 25 bis 28 Tagen ausgebrütet werden. Anfangs sind die Küken noch nackt und blind. Das flaumartige Erstgefieder ist überwiegend gräulich. Nach 35 Tagen verlassen die fertig befiederten Jungvögel erstmals ihr Nest. Nach rund zehn weiteren Tagen sind sie flügge und starten ihre ersten Flugübungen. Sie bleiben noch etwa einen Monat bei den Eltern und werden von ihnen auch mit Nahrung versorgt. Im ersten Lebensjahr ist die Sterblichkeit unter den Jungvögeln bei 70 Prozent. Lediglich zwei bis drei von zehn Vögeln erreichen das erste Lebensjahr. Der Steinkauz kann ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen. Der Durchschnitt beträgt allerdings 3 Jahre. Die Jungkäuze siedeln sich im Normalfall nicht weiter als 10 km von ihrem Geburtsort an. Eine Ausnahme stellte allerdings ein Steinkauz dar, der 600 km von Württemberg bis nach Polen flog.

Galerie

Anhang

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Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

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