Sterntaucher

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Sterntaucher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Seetaucherartige (Gaviiformes)
Familie: Seetaucher (Gaviidae)
Gattung: Seetaucher (Gavia)
Art: Sterntaucher
Wissenschaftlicher Name
Gavia stellata
Pontoppidan, 1763

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Sterntaucher (Gavia stellata), auch als Nordseetaucher bekannt, zählt innerhalb der Familie der Seetaucher (Gaviidae) zur Gattung der Seetaucher (Gavia). Die englische Bezeichnung des Sterntauchers lautet Red-throated Loon oder Red-throated Diver.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Der Sterntaucher ist ein schlanker und anmutiger Vogel mit einem etwas leicht geschürzten Schnabel. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 53 bis 69 Zentimeter sowie eine Flügelspannweite von 106 bis 116 Zentimeter. Im allgemeinen ist das Männchen größer als das Weibchen und erreicht ein Gewicht von 1750 Gramm, während das Gewicht des Weibchens 1500 Gramm beträgt. Des weiteren hat das Männchen einen größeren Kopf und einen kräftigeren Schnabel. Der Schnabelgrund ist gänzlich schwarz getönt. Der Sterntaucher ist in seinem Brautkleid von den anderen Seetauchern sehr leicht zu identifizieren. Der Rücken weist eine einheitliche dunkelbraune Färbung auf. Der Kopf und die Oberfläche des Halses sind mit einem roten Fleck versehen, während die Vorderseite des Halses gräulich erscheint. Die Unterseite ist im Kontrast zum dunkelbraunen Rücken weißlich getönt. Der Schwanz weist eine schwärzliche Färbung auf und ist im Gegensatz zum langen schlanken Körper verhältnismäßig kurz geraten. Im Winter machen seine neutralen Federn im Schlichtkleid es schwierig, den Sterntaucher von den anderen Seetauchern zu unterscheiden. Die Seiten und die Vorderseite des Halses zeigen eine reine weiße Färbung und die Oberfläche ist dunkelbraun und mit weißen Flecken versehen. Der Hals ist ziemlich dick und die Nasenlöcher sind schlitzartig geformt und bestens an das Tauchen angepaßt. Die Iris ist besonders bei den Altvögeln während der Brutsaison rötlich gefärbt. Die Extremitäten sind kurz und kräftig und sind weit am hinteren Teil des Körpers angebracht. Der Sterntaucher ist vollkommen an das Wasser angepaßt und somit ein guter Schwimmer und Taucher, während er sich aufgrund der kurzen Extremitäten an Land schwerfällig bewegt. Die drei vorletzten Zehen sind mit einer Schwimmhaut versehen. Um abzufliegen muß der Sterntaucher nicht seinen ganzen Elan auf einer langen Distanz an der Wasseroberfläche nehmen. Seine gewaltige Flügelspannweite erlaubt es ihm, schnell von der Wasseroberfläche zu starten, was auch seinen Nestbau in der zehn Meter entfernten Tundra und den Sümpfen erklärt.

Im Winter trägt der Sterntaucher ein einheitliches sonores Geschnatter und manchmal auch kürzere Rufe vor. Der Ruf des Sterntauchers ist extrem sonor und wird sehr weit gehört. Er steckt mit seinem lauten Ruf auch sein Territorim ab. Dieser Ton, der sich wie ein langes niedriges Pfeifen anhört, umfaßt gemischte sehr zarte Anmerkungen. Er wird von beiden Geschlechtern gleichzeitig hervorgebracht. Wenn sie sich bedroht oder gestört fühlen, produzieren sie einen krächzenden Alarmruf. Wenn der Sterntaucher sein Territorium und die Nachbarschaft überfliegt, dann schnattert der Sterntaucher wie eine Gans.

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Lebensweise

Selbst wenn der Sterntaucher an Land aufgrund der kurzen Beine sich sehr schlecht fortbewegen kann, so sah man den Sterntaucher auch lange Distanzen zurücklegen. Wenn der Sterntaucher während der Brutsaison gestört wird, dann wählt er einen anderen Nistplatz und zieht mit den Küken um. Im Gegensatz zu anderen Seetauchern kann er sehr schnell von der Wasseroberfläche starten, da die extreme Flügelspannweite ihm es erlaubt. Nach der Reproduktionszeit zieht er in Richtung der Küstengewässer und versammelt sich in großen Trupps, um die Nahrungsgebiete aufzusuchen. Zusammen sucht er dann nach Nahrung. Manchmal kommt es zum aggressiven Verhalten des Sterntauchers gegenüber anderen Vögeln, aber immer ohne Folgen. Der Sterntaucher verbringt viele Stunden, um sein Gefieder zu säubern und zu glätten. Dabei arbeitet er mit raffinierten Bädertechniken wie heftig mit den Flügeln schlagen, Purzelbäume schlagen sowie im Wasser tauchen, umkippen, umreißen, umwerfen, purzeln etc. Des weiteren schläft der Sterntaucher auf dem Wasser, aber manchmal auch an Land, besonders während Reproduktionszeit. Als bedeutender Schwimmer und Taucher ist der Sterntaucher sehr gut an das Leben im Wasser angepaßt. Einzig sind die Pinguine (Spheniscidae) bessere Unterwasserschwimmer. Ein Tauchvorgang kann manchmal 90 Sekunden auf mehrere hundert Meter Distanz in 10 Meter Tiefe dauern. Für gewöhnlich fischt der Sterntaucher aber in flacheren Gewässern. Der Sterntaucher ernährt sich vorwiegend von Fischen (Pisces), die er unter dem Wasser verfolgt und eher mit dem Schnabel fängt als das er die Fische (Pisces) mit dem Schnabel durchbohrt. Der Sterntaucher kann unter günstigen Umständen in der Natur ein Alter von etwa 24 Jahren erreichen.

Unterarten

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Verbreitung

Der Sterntaucher ist ein Zugvogel, der zirkumpolar von der Antarktis an den temperierten Breitengraden vorkommt. Er hält sich vorwiegend an den Nordküsten des Atlantiks und des Pazifik in Richtung der großen Amerikanischen Seen, des Schwarzen Meeres sowie des Mittelmeeres auf. Der Sterntaucher brütet in den Süßgewässern, besonders in offenen Sümpfen und kann jegliche Wasseroberfläche besetzen. Er nistet oft in kleinen Wasserlachen. Im Winter bleibt er in den Binnengewässern entlang der geschützten Küsten, gelegentlich auch im Landesinneren.

Ernährung

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Der Sterntaucher ist morphologisch hervorragend an das Leben im Wasser angepaßt. Mit seinem profilierten Körper, seinem schlangenartigen Hals und seinem spitzen Schnabel ist er der geeigneteste Schwimmer und Taucher, der die Fische unter Wasser gewandt verfolgt und fängt. Seine kräftigen untersetzten Beine befinden sich weit am hinteren Körperteil und seine mit Schwimmhaut versehenen Zehen gewährleisten ihm einen hervorragenden Antrieb im Wasser.

Seine Nahrung umfaßt Fische (Pisces) und andere Wassertiere wie zum Beispiel auch Schalenweichtiere (Conchifera). Das Tauchen findet nicht in sehr tiefem Gewässer statt, denn er benötigt beim Fischen eine bessere Sicht. Um den Spiegelungen zu entgehen, taucht er den Kopf leicht unter Wasser ein und kann so die Beutetiere besser sehen. Die kleinen Wasserlachen, wo der Sterntaucher lebt, verschaffen nur wenig Nahrung für das Pärchen und für die Jungvögel. Auch muß der Sterntaucher wegen seiner Nahrung häufig Strecken in Richtung größerer Seen, Küsten oder größerer Flussmündungen zurücklegen.

Fortpflanzung

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Der Sterntaucher führt eine monogame Einehe. Die Paarbindung hält ein Leben lang und jedes Jahr besetzt das Pärchen dasselbe Territorium und benutzt oft dasselbe Nest wieder. Die zwei Partner bleiben auch den Winter über zusammen und im Frühjahr fliegen die Vögel zu ihren Brutpätzen, dabei bringen sie ein sonores Stöhnen und knarrende Rufe hervor. Nach einer kurzen Balz, in deren Verlauf sie zusammen tauchen und die Schnäbel im Wasser tränken, anschließend kommt es dann zur Kopulation beider Partner. Dies setzen sie am Nest bis zur Legezeit fort. Das Männchen wählt den Standort des Nestes. Das Nest befindet sich immer in der Nähe des Wassers. Es besteht aus einem einfachen Haufen von Wasserpflanzen. Die flache Nestmulde ist mit feinen Moosen ausgepolstert. Mehrere Paare können eine kleine Kolonie bilden, besonders, wenn es weniger annehmbare Wasserflächen innerhalb der Nahrungsgebiete gibt. Sie tolerieren sich ohne Problem, das darauf sich beschränkt, die unmittelbare Umgebung des Nestes zu verteidigen. Wenn das Nest allerdings etwas isolierter liegt, dann verhält sich das Pärchen aggressiver und verteidigt mehrere Hektar, die Teiche außerhalb ihres eigenen Territoriums einschließen. Im Mai legt das Weibchen ein bis drei Eier
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in das Nest ab, im allgemeinen sind es zwei schwarz-braune Eier, die eine gelbbraune bis olivefarbene Musterung aufweisen. Die Inkubation der Eier dauert etwa 27 Tage lang. Sie wird durch das Weibchen und das Männchen gewährleistet, wobei aber das Weibchen die meiste Hauptlast trägt. Die Inkubation beginnt mit dem ersten gelegten Ei. Daraus ergibt sich ein Alters- und Größenunterschied zwischen den Küken und wenn die Nahrung von dem Weibchen und dem Männchen gebracht wird, dann fordert energisch das erste Küken, das zuerst das Licht der Welt erblickte. Was oft den sicheren Tod des zweiten Kükens bedeutet, da es immer schwächer wird. Etwa zwei bis drei Wochen verbringen die Jugendlichen den Großteil der Zeit mit Schwimmen, aber sie sind immer noch von den Eltern abhängig und werden bis zum Ende ihres Wachstums mit Nahrung versorgt. Nach etwa sieben Wochen weisen sie ein vollständiges Federkleid auf. Die Geschlechtsreife erreichen sie dann mit etwa einem Jahr. Die Lebenserwartung des Sterntauchers kann unter günstigen Umständen in der Natur etwa 24 Jahre betragen.


Gefährdung und Schutz

Der Sterntaucher gehört heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd von über 10.000.000 Quadratkilometern. Die globale Population wird auf etwa 490.000 bis 1.500.000 Sterntaucher (Wetlands International 2002) geschätzt. Der Sterntaucher ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. In der Roten Liste der IUCN wird der Sterntaucher als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Auch wenn der Sterntaucher noch nicht zu den bedrohten Vogelarten zählt, so ist doch während der letzten zwanzig Jahre ein in der ganzen EU allgemeiner Niedergang zu verzeichnen. Der Rückgang und die Veränderung seines Lebensraumes, die Drainage der Feuchtgebiete, die Senkung des Fischbestandes, die Wasserverschmutzung, das hohe Verschmutzungsniveau ihrer Beute und die Störungen in ihren Nestbaugebieten sind die Hauptbedrohungen dieser Art.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

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