Sturnira lilium

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Sturnira lilium
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Fruchtvampire (Stenodermatinae)
Gattung: Gelbschulterfledermäuse (Sturnira)
Art: Sturnira lilium
Wissenschaftlicher Name
Sturnira lilium
(É. Geoffroy, 1810)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Sturnira lilium zählt innerhalb der Familie der Fruchtvampire (Stenodermatinae) zur Gattung der Gelbschulterfledermäuse (Sturnira). Im Englischen wird die Art Little Yellow-shouldered Bat genannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde der Art stammen aus dem späten Pleistozän. Sie stammen im Wesentlichen aus Lagoa Santa (Minas Gerais, Brasilien) und aus Loltun (Yucatan, Mexiko) (Gannon, Willig & Jones, 1989).

Erkennung und Unterschiede

Sturnira lilium kann mit den ähnlichen Arten Sturnira bidens und Sturnira nana verwechselt werden. Unterschiede zeigen sich insbesondere in der Zahnmorphologie. Die Eckzähne sowie die Kronen von M1 und M2 sind bei Sturnira lilium gut entwickelt. Die Zahnkronen sind bei verwandten Arten wie Sturnira erythromos, Sturnira ludovici und Sturnira magna eher schlecht entwickelt. Im Gegensatz zu Sturnira aratathomasi ist Sturnira lilium deutlich kleiner (Gannon, Willig & Jones, 1989).

Beschreibung

Aussehen, Maße

Sturnira lilium ist eine mittelgroße Art innerhalb der Gelbschulterfledermäuse. Das Nasenblatt ist deutlich sichtbar, kurz und breit. Die Ohren sind eher klein, jedoch recht breit. Der Tragus entspricht einem Drittel der Ohrlänge. Das Fell ist weich und dicht, ein externer Schwanz ist nicht vorhanden. Die Fellfärbung variiert je nach Geschlecht, Alter, Unterart und Region. Dorsal ist das Fell gräulich bis rötlichbraun gefärbt, Kopf, Nacken und Schultern sind leicht gelblich getönt. Ventral zeigt sich eine insgesamt hellere Färbung. Die Flughaut (Patagium) ist braun gefärbt. Sturnira lilium verfügt über 32 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i2/2, c1/1, p2/3, m3/3. Die Art erreicht eine Vorderarmlänge von 40,5 bis 44,5 (42,5) mm, eine Schädellänge von 21,5 bis 23,7 (22,4) mm und eine Jochbeinbreite von 13,3 bis 14,6 (14,0) mm. Sturnira lilium ist homotherm, die Körpertemperatur liegt bei 34 bis 38°C (36,4) (Gannon, Willig & Jones, 1989).

Lebensweise

Die Ruhestätten von Sturnira lilium können sowohl in urbanen als auch in natürlichen Habitaten liegen. So werden sowohl Höhlen als auch Gebäude und hohle Bäume besiedelt. Die Nahrungshabitate der Tiere weisen eine Größe von bis zu 14 ha auf. Sturnira lilium ist nachtaktiv. Über das Fortpflanzungsverhalten ist nichts bekannt (Gannon, Willig & Jones, 1989).

Unterarten

Verbreitung

Die Art kommt in Mittel- und Südamerika von Mexiko im Norden bis nach Bolivien, Paraguay und dem nördlichen Argentinien im Süden vor. Sturnira lilium kommt lokal im Hochland bis in Höhen von etwa 1.600 m vor, in der Regel leben die Tiere jedoch unterhalb von 800 m. Im einzelnen ist Sturnira lilium auf Anguilla, Antigua und Barbuda, in Argentinien, auf Aruba, Barbados, Belize, in Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Grenada, Guadeloupe, Guatemala, Honduras, Martinique, Mexiko (Sonora und Tamaulipas) , Montserrat, auf den Niederländischen Antillen, in Panama, Paraguay, Peru, auf Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago, in Uruguay und den Virgin Islands nachgewiesen (IUCN, 2012). Die Art ist weit verbreitet und besiedelt höchst unterschiedliche Lebensräume. Es werden sowohl tropische Regenwälder als auch trockene Wälder und Bergwälder bewohnt (Gannon, Willig & Jones, 1989).

Ernährung

Sturnira lilium ernährt sich fast ausschließlich von Früchten der Nachtschattengewächse (Solanaceae), in kleineren Mengen auch Insekten (Insecta) und Pollen. Zu den beliebtesten Früchten gehören Pflanzen wie Dattelpalmen (Phoenix), Bananen (Musa), Feigen (Ficus), Pfeffer (Piper) und Ameisenbäume (Cecropia) (Gannon, Willig & Jones, 1989).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Sturnira lilium gehört heute noch nicht zu den bedrohten Art und wird in der Roten Liste der IUCN daher in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Es sind zudem keine größeren Gefahren im gesamten Verbreitungsgebiet bekannt (IUCN, 2013).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder, 2005, ist die Art unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind albescens Wagner, 1847, chilense Gray, 1847, chrysocomos Wagner, 1855, erythromas Tschudi, 1844, excisum Wagner, 1842, fumarium Wagner, 1847, oporophilum Tschudi, 1844, rotundatus Gray, 1849, spectrum Gray, 1842, spiculatum Illiger, 1825 und vampyrus Schinz, 1845.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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