Sumatra-Serau

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Sumatra-Serau

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
Gattung: Seraue (Capricornis)
Art: Sumatra-Serau
Wissenschaftlicher Name
Capricornis sumatraensis
(Bechstein, 1799)

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Sumatra-Serau (Capricornis sumatraensis), der auch als Südlicher Serau gezeichnet wird, zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Seraue (Capricornis). Im Englischen wird die Art Sumatran Serow genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Sumatra-Serau erreicht eine Körperlänge von 140 bis 180 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 85 bis 94 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 8 bis 16 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 50 bis 140 Kilogramm. Die Geschlechter weisen keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Das lange und rau wirkende Fell ist braun bis dunkelbraun gefärbt, ventral zeigt sich eine weißliche bis cremefarbene Färbung. Der Nacken ist durch eine lange Mähne geprägt, die sich auch auf dem Rücken fortsetzt. Der buschige Schwanz ist dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt. Beide Geschlechter verfügen über Hörner, jedoch wirken die Hörner der Weibchen schmächtiger und sind etwas kürzer. Zudem sind die Ringe der Hörner beim Weibchen weniger stark ausgeprägt. Die Hörner können abhängig vom Geschlecht eine Länge von 20 bis 25 Zentimeter erreichen. Die trichterartigen Ohren sitzen weit hinten am Schädel. Die Sinne, insbesondere der Sehsinn, sind sehr gut entwickelt. Die in der Nähe der Augen sitzenden Geruchsdrüsen sondern ein Sekret ab, das der Reviermarkierung dient (Novak, 1999).

Lebensweise

Sumatra-Seraus sind tagaktive Tiere, die Hauptaktivitäten entfalten die Tiere jedoch in den frühen Morgen- und Abendstunden. Ruhephasen werden in Felsspalten, unter Felsvorsprüngen oder natürlichen Höhlen abgehalten. Sumatra-Seraus leben einzelgängerisch oder in kleinen Familiengruppen mit bis zu 7 Individuen. Sie sind territorial und bewohnen je nach Gruppenstärke ein Revier von mehreren Hektar. Die Reviere werden mit einem Sekret, Kot und Urin markiert und gegenüber Artgenossen und anderen Eindringlingen energisch verteidigt. Kämpfe werden mit den Hörnern ausgetragen. Empfindliche Verletzungen sind dabei nicht selten. In den gebirgigen Lebensräumen bewegen sich die Tiere zwar relativ langsam, sie gelten jedoch als ausgezeichnete und gewandte Kletterer (Kap|Nowak}}, 1999).

Verbreitung

Sumatra-Seraus sind nach Angaben der IUCN in Indonesien, Malaysia und Thailand verbreitet. Die Tiere sind insbesondere auf Sumatra und der malaiischen Halbinsel anzutreffen. Auf Sumatra besiedelt die Art vor allem Gebirgszüge wie das Barisan-Gebirge. Hier sind sie hauptsächlich an den vulkanischen Abhängen in Höhen von 200 bis 3.000 Meter über NN. anzutreffen. Besiedelt werden meist feuchte Primär- und Sekundärwälder (Grubb, 2005; (Santiapillai & Widodo, 1989).

Ernährung

Die Tiere sind reine Pflanzenfresser (Herbivoren). Sie ernähren sich im Wesentlichen von Gräsern, Kräutern, Moosen und Flechten, seltener auch von Blättern, Sämereien, Körnern aller Art, Rinde und Waldfrüchten. Als tagaktives Tier geht er zumeist in den frühen Morgen- und Abendstunden auf Nahrungssuche (Santiapillai & Widodo, 1989), (Novak, 1999).

Fortpflanzung

Der Sumatra-Serau erreicht die Geschlechtsreife mit 2,5 bis 3 Jahren. Weibchen sind meist schon im Alter von 2,5 Jahren geschlechtsreif. Die Paarungszeit erstreckt sich in seinen natürlichen Lebensräumen von Oktober bis in den November hinein. Die Geschlechter führen in der Regel eine monogame und saisonale Einehe. Eher selten kommt es zu einer polygamen Lebensweise, bei der ein Männchen mehrere Weibchen begattet. Nach einer Tragezeit von rund 210 Tagen bringt das Weibchen an einer geschützten Stelle ein Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind sehr selten, jedoch dokumentiert. Die Jungtiere bleiben in der Regel ein Jahr im Familienverband. Die Säugezeit erstreckt sich über rund fünf bis sechs Monaten. Der Sumatra-Serau hat in Freiheit eine Lebenserwartung von 10 Jahren. In Gefangenschaft kann er durchaus auch ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Sumatra-Serau heute zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art demnach als gefährdet (CU, Vulnerable) geführt. Das Washingtoner Artschutzabkommen (CITES) listet den Sumatra-Serau in Anhang I des Abkommens. Zu den Hauptbedrohungen auf Sumatra zählt neben der Bejagung durch den Menschen vor allem die Lebensraumzerstörung. Die Regenwälder entlang der Gebirgsketten werden zugunsten von Siedlungsraum, Bergbau oder landwirtschaftlichen Flächen vernichtet. In der traditionellen asiatischen Medizin sind verschiedene Körperteile des Sumatra-Serau zudem sehr begehrt. Selbst in den wenigen Schutzgebieten sind die Tiere vor Wilderern nicht sicher. Der Straßenbau, der mittlerweile auch bis zu den entlegenen Regionen reicht, erleichtert es den Wilderern die Tiere abzutransportieren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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