Sumpfkreuzspinne

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Sumpfkreuzspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Echte Kreuzspinnen (Araneus)
Art: Sumpfkreuzspinne
Wissenschaftlicher Name
Araneus alsine
(Walckenaer, 1802)

Die Sumpfkreuzspinne (Araneus alsine) gehört innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung der Echten Kreuzspinnen (Araneus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diese wunderbar gefärbte Radnetzspinne gehört sicher zu den schönsten Spinnen der heimischen Fauna. Als Männchen erreicht die Sumpfkreuzspinne 6 bis 8 Millimeter, als Weibchen 11 bis 15 Millimeter Körperlänge. In der Körperform entspricht die Sumpfkreuzspinne ungefähr der Vierfleckkreuzspinne (Araneus quadratus). Ihr Vorderkörper ist fast einfarbig rotbraun, der fast kreisrunde Hinterkörper ist leuchtend orangerot, teils mehr gelb, teils mehr rot, gefärbt und mit zahlreichen, gelbweißen Punkten gezeichnet. Diese sind weitgehend gleichmäßig verteilt. Eine Kreuzzeichnung ist aber oft angedeutet. Das Rückenschild und die Beine weisen eine rötlichbraune Färbung auf und sind spärlich mit kurzen weißen Härchen besetzt. Die adulten Tiere findet man im Juni und Juli. Die Weibchen sind zum Teil noch im September anzutreffen.

Lebensweise

Die Sumpfkreuzspinne baut ihr Radnetz stets unmittelbar über dem Boden, meist zwischen grasartigen Pflanzen. Das Netz ist ziemlich klein und besitzt meist weniger als 20 Radien. Der Teil des Netzes, der auf den Schlupfwinkel zeigt, besitzt sehr wenige Fangfäden und erinnert etwas an ein Zygiella-Netz. Dicht neben dem Netz stellt die Sumpfkreuzspinne ihren Schlupfwinkel in einem zusammengerollten, trockenen Blatt her, das sie an einzelnen Fäden meist in etwa 30 Zentimeter Höhe frei zwischen den Pflanzen aufhängt. Da sie sich tagsüber stets in diesem tütenförmig eingerollten, nach unten offenen Blatt dicht über dem Boden aufhält, ist die Sumpfkreuzspinne für den Unkundigen absolut unsichtbar. Wenn man aber einmal auf solche scheinbar frei zwischen Gräsern schwebende Blattüten achtet und diese umdreht, wird man in entsprechenden Lebensräumen immer wieder auf diese auffällige Art stoßen. Die Sumpfkreuzspinne ist nur in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden im Netz zu sehen.

Verbreitung

Die Sumpfkreuzspinne hält sich an freuchten, halbschattigen Stellen, besonders auf Feuchtwiesen am Rand kleiner Wasserpfützen sowie auf Sumpfwiesen auf, doch auch an nur etwas feuchten Waldsäumen. Sie ist in Mitteleuropa weit verbreitet und meist nicht selten, jedoch ist die Sumpfkreuzspinne schwer zu finden. Nach der Roten Liste in Deutschland ist die Sumpfkreuzspinne gefährdet.

Ernährung

Die Sumpfkreuzspinne lauert tagsüber in einem gewobenen Schlupfwinkel und ist nur mit einem Signalfaden mit ihrem Netz verbunden. Sobald ein Beutetier ins Netz gerät, wird die Sumpfkreuzspinne alarmiert, eilt herbei und wickelt die Beute ein. Gefangene Beutetiere, in der Regel kleinere Insekten (Insecta), werden in Vorratspaketen in der Mitte des Netzes gelagert. Das verabreichte Gift enthält Enzyme und Eiweiße, die die Beutetiere vorverdauen. Ist die Spinne hungrig, so öffnet sie ein Paket und saugt das Opfer aus. Das Netz wird nach jedem Beutefang sorgsam repariert.

Fortpflanzung

Im Paarungsverhalten gibt es kaum Unterschiede gegenüber den anderen Araneus-Arten. Das Männchen erweist sich aber als weniger furchtsam gegenüber dem Weibchen und kann zum Beispiel des öfteren mit ihm gemeinsam im Schlupfwinkel angetroffen werden. Die Paarung erfolgt im Juni und Juli und die Eiablage findet im Juli oder August statt. Die Jungspinnen schlüpfen noch im Spätsommer und überwintern halbwüchsig. Im folgenden Frühsommer werden sie dann erwachsen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
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