Sumpfmanguste

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Sumpfmanguste
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Mangusten (Herpestidae)
Unterfamilie: Afroasiatische Mangusten (Herpestinae)
Gattung: Atilax
Art: Sumpfmanguste
Wissenschaftlicher Name
Atilax paludinosus
(Cuvier, 1829)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Sumpfmanguste (Atilax paludinosus) zählt innerhalb der Familie der Mangusten (Herpestidae) zur Gattung Herpestes. Im Englischen wird die Art Marsh Mongoose oder Water Mongoose genannt (IUCN, 2013).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Der Schädel ist breit, die Jochbeinbreite erreicht 58% der Condylobasallänge. Der Sagittalkamm ist gut entwickelt. Er ist deutlich besser entwickelt als bei den Vertretern der nahverwandten Arten der Herpestes und Ichneumia . Das Rostrum ist kurz und breit. Die Jochbeinbreite entspricht 50% der Schädellänge. Der Penisknochen (Baculum) adulter Männchen erreicht eine Länge von 18 mm. Die Fellfärbung variiert regional und nach Unterart. Vom Ichneumon (Herpestes ichneumon) und der Weißschwanzmanguste (Ichneumia albicauda) unterscheidet sich die Sumpfmanguste leicht aufgrund der dunklen Schwanzspitze (Baker, 1992).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Sumpfmanguste erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 442 bis 553 (501) mm, eine Schwanzlänge von 250 bis 355 (322) mm, eine Hinterfußlänge von 84 bis 102 (96) mm, eine Ohrlänge von 28 bis 40 (33) mm sowie ein Gewicht von 2.000 bis 5.450 g. Weibchen bleiben insgesamt kleiner und leichter als Männchen. Das Fell besteht aus einer groben Schicht Schutzschaaren und einer Schicht unterliegender weicher und dichter Unterwolle. Die einzelnen Grannenhaare erreichen eine Länge von 32 bis 50 mm, die Unterwolle eine Länge von 15 bis 25 mm. Die Fellfärbung variiert je nach Unterart von rötlichbraun bis fast schwarz. Die Augen sind schmal und weisen horizontale Pupillen auf. Der Nasenspiegel (Rhinarium) ist breit und leicht pinkfarben gefärbt. Die Ohren sind breit und rundlich geformt. Weibchen verfügen über 2 bis 3 Paar Zitzen, wobei nur ein Paar funktionell ist. Das Gebiss besteht aus 36 bis 40 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3-4/3-4, m2/2 (Baker, 1992).

Lebensweise

Sumpfmangusten sind nachtaktive Einzelgänger. Bei Gruppen handelt es sich in der Regel um ein Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Männchen weisen einem Weibchen ein dominantes Verhalten auf. Die Kommunikation untereinander erfolgt über Duft und Lautäußerungen. Sumpfmangusten leben in wasserreichen Habitaten und sind daher gute Schwimmer und Taucher. Insgesamt ist über die Lebensweise, das Verhalten und das Fortpflanzungsverhalten nur wenig bekannt (Baker, 1992).

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005.

Verbreitung und Lebensraum

Die Vorkommen der Sumpfmanguste erstrecken sich in Afrika vom Senegal im Westen bis zum Sudan und Äthiopien im Osten des Kontinents. Im Süden erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis nach Namibia, Botswana und Südafrika. Im Einzelnen ist die Art in Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, im Kamerun, in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad, im Kongo, in der Elfenbeinküste, in Äquatorialguinea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Lesotho, Liberia, Malawi, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Südafrika, im Sudan, in Swasiland, Tansania, Togo, Uganda, Zambia und Simbabwe verbreitet. Die Sumpfmanguste kommt im Flachland und in Höhenlagen bis in Höhen von gut 3.950 m über NN vor (IUCN, 2013). Sumpfmangusten leben in dichter Vegatation von Sumpf- und Überschwemmungsgebieten (Baker, 1992).

Biozönose

Sumpfmangusten treten in ihrem Lebensraum sympatrisch mit anderen Raubtieren (Carnivora) auf. Hier sind insbesondere Fleckenhalsotter (Lutra maculicollis) und Kapotter (Aonyx capensis) zu nennen (Baker, 1992).

Ernährung

Als Allesfresser ernähren sich Sumpfmangusten hauptsächlich von Krabben (Brachyura) wie Potamonautes sp und Nagetiere (Rodentia) wie Lamellenzahnratten (Otomys), Afrikanische Zwergmäuse (Mus minutoides) und Vielzitzenmäuse (Mastomys). In kleineren Mengen stehen auch Insekten (Insecta) wie Käfer (Coleoptera) und Termiten (Isoptera) sowie Fische (Osteichthyes) und kleine Vögel (Aves) und deren Eier. Auch vegetarische Kost wie Früchte wird verzehrt (Baker, 1992).

Fortpflanzung

Sumpfmangusten erreichen die Geschlechtsreife mit etwa 2 Jahren. Sie führen eine saisonale Einehe, die zumeist nicht über einen längeren Zeitraum hält. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Regionen von Juni bis in den Dezember hinein. Nach einer Tragezeit von 70 bis 80 Tagen bringt ein Weibchen meist 2 bis 3 Jungtiere in ihrem Bau zur Welt. Die Jungtiere sind nur wenig entwickelt, verfügen aber schon über ein schwärzliches Fell. Bei der Geburt wiegen die Jungen zwischen 78 und 122 (108) g. Die Schutzhaare entwickeln sich ab dem 26. Lebenstag, die Augen öffnen sich nach 9 bis 14 Tagen. Gesäugt wird der Nachwuchs über einen Zeitraum von etwa 8 Wochen. Das dokumentierte Höchstalter der Sumpfmangusten liegt in Gefangenschaft bei 17,5 Jahren (Baker, 1992).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Sumpfmanguste gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Tierarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die größte Bedrohung geht heute vom Verlust der natürlichen Lebensräume aus. Insbesondere durch Flussbegradigungen und die Entwässerung von Sumpfgebieten geht wertvoller Lebensraum verloren. Der Mensch stellt den Tieren in einigen Regionen nach, das Fleisch der Tiere landet als Buschfleisch auf den illegalen Fleischmärkten (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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