Sumpfmeerschweinchen

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Sumpfmeerschweinchen

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Teilordnung: Hystricognathi
Überfamilie: Meerschweinchenartige (Cavioidea)
Familie: Meerschweinchen (Caviidae)
Unterfamilie: Eigentliche Meerschweinchen (Caviinae)
Gattung: Echte Meerschweinchen (Cavia)
Art: Sumpfmeerschweinchen
Wissenschaftlicher Name
Cavia magna
Ximenez, 1980

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Sumpfmeerschweinchen (Cavia magna), auch Magna-Sumpfmeerschweinchen genannt, zählt innerhalb der Familie der Meerschweinchen (Caviidae) zur Gattung der Echten Meerschweinchen (Cavia).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Sumpfmeerschweinchen erreicht eine Körperlänge von 25 bis 30 Zentimeter sowie ein Gewicht von bis zu 500 bis 600 Gramm. Weibchen bleiben meist ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Der Körperbau ist ausgesprochen zierlich und schmal. Das lange und raue Fell weist eine graue bis graubraune Färbung auf. Dorsal zeichnen sich lange schwarze Haare ab, ventral ist das Fell weißlich bis cremefarben gefärbt. Die Ohren sind von stehender und leicht gerundeter Form, sie liegen jedoch teilweise im Fell verborgen. Nicht alle Sinne des Sumpfmeerschweinchens sind gut ausgebildet. Aufgrund ihrer Dämmerungs- und Nachtaktivität können sie eher schlecht sehen. Ihr Geruchs- und der Gehörsinn sind hingegen sehr gut entwickelt. Fressfeinde können sie bereits aus beträchtlicher Entfernung wittern. Im Falle der Flucht können sie rasch laufen, Zuflucht suchen sie in ihren Erdbauten oder auch im Wasser. Sumpfmeerschweinchen sind optimal an das Leben in feuchten Lebensräumen angepasst. Zwischen den Zehen zeichnen sich kleine Schwimmhäute ab. Dieses macht sie zu ausgezeichneten Schwimmern.

Verhalten

Sumpfmeerschweinchen leben in kleinen Kolonien von bis zu zwanzig Tieren in unterirdischen Bauten, die entweder von anderen Tieren übernommen oder selbst gegraben und ausgebaut werden. Ihre scharfen Krallen sind ihnen beim Graben eine große Hilfe. Eine Kolonie besteht aus meist mehreren Männchen und Weibchen sowie deren Nachwuchs. Eine feste Paarbindung ist dabei nicht erkennbar. Geschlechtsreife Männchen aus dem Nachwuchs verlassen gut sechs Wochen nach der Geburt die Gruppe. Lautäußerungen beschränken sich auf quietschende Geräusche, die der Kommunikation untereinander dienen.

Verbreitung

Sumpfmeerschweinchen sind im Südosten Brasiliens und in Teilen von Uruguay verbreitet. Die Tiere bewohnen ausschließlich feuchte Lebensräume wie Sumpfgebiete, Flussufer und Lagunen. An diese Lebensräume sind sie besonders gut angepasst. Sumpfmeerschweinchen gelten als ausgezeichnete Schwimmer.

Ernährung

Sumpfmeerschweinchen ernähren sich rein vegetarisch von Gräsern und Kräutern, jungen Trieben und Sämereien. Auf Nahrungssuche gehen sie meist in der Dämmerung oder nachts.

Fortpflanzung

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Sumpfmeerschweinchen erreichen die Geschlechtsreife bereits nach sechs Wochen. In den natürlichen Verbreitungsgebieten erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr. Innerhalb einer Kolonie paart sich ein Männchen meist mit mehreren Weibchen, es hat mit der Aufzucht des Nachwuchses daher nichts zu tun. Unter den Männchen kommt es regelmäßig zu Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. Nach einer Tragezeit von 64 bis 65 Tagen bringt das Weibchen im schützenden Erdbau zwischen ein bis drei Jungtiere zur Welt. Sie sind bereits weit entwickelt, können sehen und selbständig laufen. Von Anfang an nehmen sie neben der Muttermilch auch feste Nahrung zu sich. Nach rund einer Woche sind die Jungtiere bereits selbständig. Sumpfmeerschweinchen können ein Alter von bis zu fünf Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Sumpfmeerschweinchen gehören noch nicht zu den gefährdeten Arten. Aber aufgrund des relativ kleinen Verbreitungsgebietes ist die Art bezogen auf die Vernichtung und Trockenlegung der natürlichen Lebensräume besonders anfällig. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als noch nicht gefährdet geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

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