Surinam-Clownfrosch

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Surinam-Clownfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Überfamilie: Laubfrösche, Echte Kröten und Verwandte (Hyloidea)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Dendropsophus
Art: Surinam-Clownfrosch
Wissenschaftlicher Name
Dendropsophus leucophyllatus
(Beireis, 1783)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Surinam-Clownfrosch (Dendropsophus leucophyllatus), auch unter den Synonymen Hyla leucophyllata, Rana leucophyllata, Rana variegata, Hyla frontalis, Hyla favosa und Hyla bufoides bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung Dendropsophus. Im Englischen wird der Surinam-Clownfrosch clown treefrog oder giraffe treefrog genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Surinam-Clownfrosch kann eine Körperlänge von etwa 5,0 Zentimeter erreichen. Die Engländer nennen den Surinam-Clownfrosch auch clown treefrog und nicht ohne Grund, denn die Grundfarbe ist leuchtend rot, manchmal grau mit großen gelben Flecken oder langen, dicken Streifen auf der Schnauze sowie an den Flanken und im unteren Rückenbereich, die oft verschmelzen. Ferner finden sich kleine gelbe Flecken an den Beinen. Aufgrund der geringen Größe und der Farbkombination und der Muster erinnert der Surinam-Clownfrosch auch an den Dreistreifen-Baumsteigerfrosch (Epipedobates tricolor). Aber letztgenannte Art weist mehr grüne Farbstreifen auf und ist auch viel kleiner. Der Surinam-Clownfrosch ist schlank, geschmeidig und weist gut sichtbare Haftscheiben auf, mit denen der Surinam-Clownfrosch auf allen Oberflächen wie zum Beispiel Glas laufen kann.

Lebensweise

Der Surinam-Clownfrosch bewegt sich in hohen Bäumen und Sträuchern, wo er auch nach Nahrung sucht und sich selten auf dem Boden aufhält. Er ist eine nachtaktive Art, der bevorzugt kleine wirbellose Tiere wie Insekten unter den Zweigen erbeutet. Die Männchen unterscheiden sich von den Weibchen durch ihre dunkel gefärbte Schallblase.

Verbreitung

Der Surinam-Clownfrosch ist in Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guyana, Guyana, Peru, Suriname und möglicherweise in Venezuela verbreitet. Seine natürlichen Lebensräume sind subtropische oder tropische trockene Wälder, subtropische oder tropische feuchte Auwälder, feuchte Savannen, Süßwasser-Sümpfe und intermittierende Süßwassersümpfe.

Ernährung

Der Surinam-Clownfrosch ist überwiegend ein Insektenfresser, der sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernährt. Hier und da werden auch Spinnentiere und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Er fängt die Beutetiere mit Hilfe seiner klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Während der Paarungszeit rufen die Männchen in der Nacht. Nach erfolgreicher Paarung heftet das Weibchen die Eier in Form kleiner Klumpen unter Wasser an Pflanzen. Nach der Reifung der Eier schlüpfen die Larven. Dies geschieht in der Regel in zwei bis drei Tagen. Kurz nach dem Schlupf ernähren sie sich vom Dottersack ihres Eies. Kurz danach machen sie bereits Jagd auf Mikroorganismen und Plankton und zelluläre Abfallstoffe. Dabei sind sie keineswegs wählerisch. Erbeutet wird alles, was sich überwältigen läßt. Das Gebiss besteht aus hornartigen Kiefern, die mit feinen Raspelzähnen besetzt sind. Der Körper ist langgestreckt und setzt sich letztlich aus einem Kopf und Magen sowie kräftigem Schwanz zusammen. Der Schwanz dient den Kaulquappen zur Fortbewegung und Steuerung. Der Schwanz ist mit einem Saum versehen, der sich bis zum Kopf erstreckt. Die Augen liegen seitlich am Kopf. Die Atmung erfolgt über innere Kiemen, dem sognannten Spritzloch (Spiraculum). Gegen Ende der larvalen Entwicklung erfolgt die Ausbildung der Extremitäten. In der Übergangsphase hält sich der Jungfrosch meist noch in der Nähe des Laichgewässers auf, ehe er vollständig das aquatile Leben aufgibt. Während der Anfangsphase lebt der Jungfrosch noch von seinen Reserven, wobei der Schwanz vollständig resorbiert wird. Erst danach geht der Jungfrosch aktiv auf die Jagd und verläßt sein Heimatgewässer. Dabei stellt er seine Ernährungsgewohnheiten vollständig um.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Surinam-Clownfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Surinam-Clownfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Die größte Bedrohung geht wahrscheinlich von der Abholzung der Wälder für die landwirtschaftliche Entwicklung sowie durch illegale Bepflanzungen, menschliche Besiedlungen und Verschmutzung infolge des Besprühens von illegalen Kulturen mit Pestiziden aus.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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