Tönnchenwegwespe

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Tönnchenwegwespe

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Wespen (Vespoidea)
Familie: Wegwespen (Pompilidae)
Unterfamilie: Pepsinae
Tribus: Ageniellini
Gattung: Auplopus
Art: Tönnchenwegwespe
Wissenschaftlicher Name
Auplopus carbonarius
(Scopoli, 1763)

Die Tönnchenwegwespe (Auplopus carbonarius), auch unter der Bezeichnung Töpferwegwespe bekannt, zählt innerhalb der Familie der Wegwespen (Pompilidae) zur Gattung Auplopus. Im Englischen wird die Tönnchenwegwespe spider hunting wasp genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Tönnchenwegwespe erreicht eine Körperlänge von etwa 7,0 bis 10,0 Millimeter. Das Weibchen weist eine komplett schwarze Färbung und dunkel getönte Flügel auf. Bei dem Männchen ist das Abdomen glänzend schwarz und das Gesicht ist mit einer kurzen silbrigen Behaarung bedeckt. Die Beine und die Seiten des Thorax sind ebenfalls mit grauen Härchen bedeckt. Der Metathorax wirkt abgerundet. Die Flügel sind ebenfalls von einer schwarzen Farbe und das Apikal-Segment ist leicht angeraut und mit langen Haaren besetzt. Die Beine und die Flügel sind im Verhältnis zum Körper ziemlich lang ausgeprägt.

Lebensweise

Die Tönnchenwegwespe fertigt mit Speichel und Lehm ein Nest, das aus fünf bis sechs länglichen Brutzellen besteht. Das Nest weist aber wenig Konsistenz auf und benötigt noch einen äußeren Schutz. Daher wird das Nest entweder unter lose aufliegenden Steinen oder unter lockerer Baumrinde angelegt.
Tönnchenwegwespe mit erbeuteter Spinne
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Tönnchenwegwespe mit erbeuteter Spinne
Jede Zelle enthält eine Spinne mit abgebissenen Beinen und ein Ei.

Verbreitung

Die Tönnchenwegwespe kommt in ganz Mitteleuropa vor und hält sich in sonnigem, trockenem Gelände, gern an Mauern und Hauswänden auf. Besonders im Siedlungsbereich ist die Tönnchenwegwespe eine der häufigsten Wegwespen.

Ernährung

Die langbeinige Tönnchenwegwespe jagt ausschließlich Spinnentiere (Arachnida) aus der Familie der Sackspinnen (Clubionidae) und der Glattbauchspinnen (Gnaphosidae). Mit wippenden Flügeln und in charakteristischen Sprungflügen sucht das Weibchen nach den Beutetieren. In der Regel muss für jedes zu legende Ei eine Spinne aufgespürt und erlegt werden.

Fortpflanzung

Diese verhältnismäßig leicht kenntliche Art zeigt für Wegwespen eine Besonderheit beim Nestbau: Sie stellt aus Erde unter Zugabe von Speichel etwa 1,0 Zentimeter große, zylindrische Brutzellen her, die man an den verschiedensten Orten finden kann, etwa an Fensterrahmen, in Wandfugen oder sogar in leeren Schneckenhäusern. Sie erbeutet sehr verschiedene Spinnentiere (Arachnida) und beißt ihnen vor dem Transport, der normalerweise vorwärtsgehend erfolgt, meist einige oder alle Beine ab. Die Beute wird jedoch durch einen Stich gelähmt und das Gift wirkt innerhalb von Sekunden. Jede Zelle enthält eine Spinne mit abgebissenen Beinen und ein Ei. Nachdem die Zelle mit einem Ei belegt wurde, wird diese verschlossen. Die Larve saugt innerhalb weniger Tage die Spinne vollkommen aus und spinnt sich in einen pergamentartigen Kokon ein, in dem nach der Überwinterung die Verpuppung erfolgt.

Weitere Synonyme

Tönnchenwegwespe
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Tönnchenwegwespe
  • Agenia canaliculata - Schenck, 1857
  • Anoplius albigena - Lepeletier, 1845
  • Anoplius submarginatus - Lepeletier, 1845
  • Auplopus collinus - Haupt, 1962
  • Auplopus ribauti - Priesner, 1960
  • Auplopus silvalis - Haupt, 1962
  • Ceropales punctum - Fabricius, 1804
  • Pompilus carbonarius - Scopoli, 1763
  • Pseudagenia carbonaris - Scopoli, 1763
  • Sphex carbonarius - Scopoli, 1763

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Halictus scabiosae
  • Furchenbienen: Halictus scabiosae
  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
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