Türkentaube

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Türkentaube

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Teilklasse: Neoaves
Parvklasse: Passerae
Überordnung: Passerimorphae
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Turteltauben (Streptopelia)
Art: Türkentaube
Wissenschaftlicher Name
Streptopelia decaocto
Frivaldszky, 1838

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Türkentaube (Streptopelia decaocto) zählt innerhalb der Familie der Tauben (Columbidae) zur Gattung der Turteltauben (Streptopelia). Die englische Bezeichnung der Türkentaube lautet Eurasian Collared Dove oder Collared Dove.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Türkentaube erreicht eine Körperlänge von bis zu 33 cm, eine Flügelspannweite von 48 bis 55 cm sowie ein Gewicht von 125 bis 250 Gramm. Männchen werden in der Regel ein klein wenig größer und schwerer als Weibchen. Das Gefieder ist überwiegend hellgrau bis beige gefärbt. Der Kopf, die Brust- und die Bauchseite sind dabei ein wenig heller gefärbt. Die Handschwingen sind deutlich dunkler als das restliche Gefieder. Die Unterschwanzdecken sind dunkelgrau. Insgesamt weisen die Geschlechter bei der Gefiederfärbung keinen Geschlechtsdismorphismus auf. Markantes Erkennungsmerkmal sind die roten Augen mit den weißen Augenringen sowie der schwarz-weiße Nackenring. Der Schnabel ist dunkelgrau gefärbt, die Beine und Füße weisen eine leicht rötliche bis fleischfarbene Färbung auf. Zu den natürlichen Feinden gehören neben Greifvögeln auch Katzen, Marder und Ratten.

Verbreitung

Die Türkentaube stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Im Laufe des 20. Jahrhundert wanderte sie immer weiter ostwärts und besiedelte in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ganz Mitteleuropa. In den gemäßigten Regionen Mitteleuropas gelten die Tauben als Standvogel. Sie sind ausgesprochene Kulturfolger, die die Nähe zum Menschen suchen. Vor allem in Parks und Gärten, teilweise auch in den Zentren großer Städte fühlen sie sich zu Hause. Siedlungsräume mit Nadelbaumbestand werden dabei bevorzugt.

Nahrung

Türkentauben ernähren sich hauptsächlich von Sämereien und Getreidekörnern. Hier und da nehmen sie auch reife Früchte zu sich. Jungtauben werden anfang mit einer Kropfmilch gefüttert, später meist mit Insekten. In der Nähe des Menschen, in Parks und Gärten, lassen sie sich auch mit Brotkrumen füttern und werden recht zutraulich.

Fortpflanzung

Die Türkentaube erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Die Brutzeit beginnt meist schon im zeitigen März und kann sich bis in den späten Herbst erstrecken. Meist kommt es zu zwei bis vier Gelegen im Jahr wobei es bei Gelegeverlusten jederzeit zu Nachgelegen kommen kann. Die Nester werden meist in hohen Nadelbäumen oder an ähnlichen Stellen angelegt. Sie bestehen, wie für Tauben üblich, aus losen Ästen und Grashalmen. Nach der erfolgreichen Verpaarung legt das Weibchen meist zwei Eier, die sie über einen Zeitraum von rund vierzehn Tagen ausbrütet.

Die Versorgung der Jungvögel mit Nahrung wird durch beide Elternteile sichergestellt. Die Jungtauben werden taubentypisch mit sogenannter "Kropfmilch" gefüttert. Die Kropfmilch ist ein Sekret, welches im Kropf produziert wird und der Säugetiermilch ähnelt. Die Kropfmilch wird auch vom Männchen produziert. Später werden die Jungtauben hauptsächlich mit Insekten und deren Larven versorgt. Den markanten schwarzen Nackenring weisen Jungtauben noch nicht auf. Nach etwa 17 bis 20 Tagen sind sie flügge, bleiben aber noch einige Tage in der Nähe des Nestes. Eine Türkentaube kann ein Alter von sechs bis neun Jahren erreichen. Oftmals fallen sie Feinden schon deutlich früher zum Opfer. Im Zoo Basel wurde eine Türkentaube in Gefangenschaft rund 25 Jahre alt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

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