Napoleonweber

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Napoleonweber
Männchen im Balzkleid

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Webervögel (Ploceidae)
Gattung: Feuerweber (Euplectes)
Art: Napoleonweber
Wissenschaftlicher Name
Euplectes afer
(Gmelin, 1789)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Napoleonweber (Euplectes afer), auch unter dem Synonym Loxia afra und unter der Bezeichnung Tahaweber bekannt, zählt innerhalb der Familie der Webervögel (Ploceidae) zur Gattung der Feuerweber (Euplectes). Die Familie der Webervögel umfaßt etwa 17 Arten. Die Bezeichnung Widas ist mehr auf die Arten der Gattung Euplectes bezogen. Im Englischen wird der Napoleonweber yellow-crowned bishop oder golden bishop genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Napoleonweber erreicht eine Körpergröße von elf Zentimeter. Die Männchen lassen sich gut von Hennen unterscheiden, wenn sie ihr Brutkleid tragen. Diese sind dann auf dem Kopf, Rücken, Nacken, Bürzel, Oberschwanzdecken, Brust und Flanken gelb. Schnabel, Wangenflecke, Stirnstreifen, Kinn und Kehle, Bauch und Unterschwanzdecken schwarz. Die Flügeldecken, Flügel und der Schwanz sind schwarzbraun mit gelbbraunen Säumen. Die Augen sind dunkelbraun und die Füße bräunlich fleischfarben. Die Weibchen, sowie auch die Männchen im Ruhekleid, sind oberseits graubraun und schwarz gestreift. Die Brust ist gelblich und gestreift. Die restliche Unterseite ist weißlich. Gelbliche Gesichtszeichnung und streifige Flanken sind Hauptmerkmal beim Unterschied vom Weibchen zum Männchen.

Lebensweise

Die überaus geselligen Webervögel, wozu auch der Napoleonweber gehört, bewohnen offene Graslandschaften oder Baum- und Buschlandschaften in der Nähe von Gewässern. Zur Brutzeit nisten sie auch gerne in größeren Kolonien, die eine Größe von bis zu 200 und mehr Einzelnestern erreichen können. Außerhalb der Brutzeit kann man sie in großen Scharen antreffen. Sie leben polygam, dass heißt, ohne eine feste Paarbindung.

Unterarten

  • Euplectes afer afer - (Gmelin, 1798) - Afrika. Kontinental Afrika. Westafrika. Kongo. Kinshasa. Upemba Nationalpark. Angola. Ostafrika. Tansania. Mosambik. Malawi. Südliches Afrika. Namibia. Simbabwe. Südafrika. Kwazulu-Natal. Transvaal (ehemalige Provinz).
  • Euplectes afer ladoensis - Reichenow, 1885 - Afrika. Kontinental Afrika. Westafrika. Mauretanien & Senegal. Senegambia. Burkina Faso. Tschad. Kamerun. Ostafrika.
  • Euplectes afer strictus - Hartlaub, 1857 - Afrika. Kontinental Afrika. Ostafrika. Sudan. Äthiopien und Eritrea. Somalia. Kenia. Tansania.
  • Euplectes afer taha - Smith, 1836 - Afrika. Kontinental Afrika. Westafria. Kinshasa. Ostafrika. Sudan. Kenia. Uganda. Ruanda. Burundi. Tansania. Mosambik.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet der Webervögel liegt in Afrika südlich der Sahara. Einige Arten sind auch im gemäßigten Europa, Asien und Südasien sowie in Australien angesiedelt.

Ernährung

Der Napoleonweber, wie auch die meisten anderen Arten, ernähren sich überwiegend von Insekten, Grassamen und auch zum Teil von Früchten.

Fortpflanzung

hier im Ruhekleid
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hier im Ruhekleid

In der Regel wird der Nestbau vom Männchen übernommen. Dieser baut im Gezweig oder zwischen Schilfhalmen einen sorgfältig gewebten Ring aus Pflanzenfasern, der nach beiden Seiten zu einem kugelförmigen Nest erweitert wird. Der Eingang befindet sich dabei an der Unterseite und gleicht einer ausgezogenen Röhre. Nach Fertigstellung des Nestes führt das Männchen dem Weibchen dieses vor. Dem Weibchen bleibt die Wahl des Partners überlassen, dass heißt, sie sucht sich ein Nest aus. Hat sich das Weibchen für ein Nest entschieden, so wird es vom dazugehörigen Männchen begattet. Nun muss sich das Männchen noch beeilen, um noch vor Eiablage des Weibchens das Nest auszupolstern. Das Weibchen legt drei bis vier Eier, welche bis zum Schlupf der Jungvögel 14 Tage bebrütet werden. Da das Männchen sich nur in Ausnahmefällen am Brutgeschäft beteiligt, ist dieses zu diesem Zeitpunkt oftmals bereits wieder damit beschäftigt neue Nester zu bauen, um weitere Partnerinnen für sich zu gewinnen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Napoleonweber heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Der Napoleonweber ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Napoleonweber selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Napoleonweber als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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