Tahiti-Sturmvogel

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Tahiti-Sturmvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Pseudobulweria
Art: Tahiti-Sturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Pseudobulweria rostrata
(Peale, 1848)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Tahiti-Sturmvogel (Pseudobulweria rostrata) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung Pseudobulweria. Im Englischen wird der Tahiti-Sturmvogel tahiti petrel, pétrel de tahiti oder petrel de tahití genannt. Dieses Taxon wurde in mehreren Spezies gesplittet: Pseudobulweria rostrata, Pseudobulweria aterrima und Pseudobulweria becki.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Tahiti-Sturmvogel ist ein mittelgroßer Vogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 38,0 bis 40,0 Zentimeter, eine Spannweite von etwa 101,0 bis 108,0 Zentimeter und eie Flügellänge von etwa 40,0 bis 44,0 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 410,0 bis 520,0 Gramm. Die Geschlechter sind gleichermaßen. Der Kopf und der Nacken sind von einer schwärzlich-braunen Tönung. Der Rücken und der obere Brustbereich weisen eine dunkelbraune Färbung auf und der Schwanz ist von einer hellbraunen Tönung. Der untere Brustbereich, derBauch und die Schwanzunterdecken sind weiß gefärbt. Die Flügelunterseite weist feine helle Streifen. Der Schnabel ist von einer schwarzen Färbung und an der Schnabelbasis zeigen sich röhrenförmige Nasenöffungen. Die Iris ist dunkelbraun. Die Beine und Füße sind schwarz geschönt und mit großen pinkfarbenen Flecken besetzt.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN legen die Tahiti-Sturmvögel ihre Eier in Höhlen an steinigen Hängen oder auf offenen lichten Hochflächen im Wald ab. Die Vögel brüten wahrscheinlich das ganze Jahr über, obwohl auf der Insel Tahiti zwischen März und Juli der Höhepunkt erreicht wird. Auf der Inselgruppe New Caledonia sind die meisten der kürzlich entdeckten Brutkolonien sehr klein und erstrecken sich über große Flächen von mehreren 1.000 Quadratmetern. In diesen kleinen Brutkolonien brüten weniger als 10 Paare. Die Tahiti-Sturmvögel verbringen die meiste Zeit auf See, auf dem Boden landen sie nur, um zu nisten. Sie brüten auf Inseln mit vulkanischen Hügeln und Hängen. Die Tahiti-Sturmvögel fliegen ziemlich gerade; dadurch sehen sie in ihrer Gestalt einem Albatros ähnlich. Die Lautäußerungen bestehen aus einer detaillierten Reihe von Pfiffen, die manchmal lang anhalten können.

Unterarten

Südlich von Neukaledonien
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Südlich von Neukaledonien
  • Pseudobulweria rostrata rostrata - (Peale, 1848) - Ozeanien. Polynesien. Pazifik-Inseln. Französisch Polynesien (endemische Zucht). Marquesas. Society Islands. Pazifischer Ozean.
  • Pseudobulweria rostrata trouessarti - (Brasil, 1917) - Ozeanien. Melanesien. Vanuatu (selten/gelegentlich), Hideaway (selten/gelegentlich), Maskelyne (selten/gelegentlich), Neukaledonien (endemische Zucht), Grande-Terre (endemische Zucht). Loyalty-Inseln. Lifu. Maré. Ouvéa. Hunter. Huon-Gruppe. North Huon. Surprise. Ile des Pins. Matthew. Walpole. Pazifik-Inseln. Pazifischer Ozean.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Tahiti-Sturmvogel auf Marquesas Islands, Society Islands, Gambier Islands, French Polynesia, Fiji, American Samoa and New Caledonia (zu Frankreich gehörend) vor. Genetische Untersuchungen zeigten, dass die Samoaner Population genetisch verschieden ist. Früher brütete die Population auf Vanuatu Islands, Rarotonga Islands und auf Cook Islands sowie auf anderen Inseln. Auf den Inseln Marquesas, Nuku Hiva, Hiva Oa und Tahuata brüten insgesamt weniger als 500 Paare und die Vögel (möglicherweise Brüter) hört man in der Nacht auf den Inseln Ua Pou, Ua Huka und Fatu Hiva. Die Population auf Society Islands, Tahiti sowie auf Moorea und vielleicht auch auf Bora Bora zählte mehr als 1.000 Paare, obwohl die jüngsten Besuche auf den Inseln einen erheblichen Rückgang verzeichneten. Auf den Inseln Gambier, Mangareva, Akamaru und Manui gibt es 12 bis 26 Brutpaare. Des Weiteren brütet der Tahiti-Sturmvogel auf den Inseln Fiji, Gau und Taveuni, American Samoa sowie auf Ta'u und Tutuila. Hunderte von Paaren nisten auf der Insel Taveuni. Im Oktober 2003 wurden auf offener See mehr als 150 Vögel gesehen, die ihre Nester auf New Caledonia in lichten Wäldern an steilen Hügeln haben. Auch auf Gau Island wurden im Jahr 2008 mehr als 20 Vögel gesichtet. Auf der Insel Grand Terre halten sich insbesondere in den hohen Bergen wie Massif du Koniambo 200 bis 400 Paare auf und schätzungsweise kommen auf 11 von 70 Inseln in der südlichen Lagune weniger als 100 Paare vor. Es gibt Anzeichen für einen deutlichen Rückgang auf mindestens einer dieser Inseln.
Tahiti-Sturmvogel im Flug
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Tahiti-Sturmvogel im Flug
Im Jahr 1986 zählte man noch 50 Paare und im Jahr 1998 waren es nur noch 10 Paare. Doch die umfangreiche Whitney South Sea Expedition zeigte, dass sich die Zahlen der Populationen auf den Inseln French Polynesia, New Caledonia und Fiji in den letzten Jahrzehnten erhöht haben. Außerhalb der Brutzeit verteilen sich die Vögel weit östlich bis nach Peru und Mexiko und weit westlich bis Mozambique Channel.

Ernährung

Der Tahiti-Sturmvogel gehört zu den opportunistischen Fleischfressern. Er ernährt sich überwiegend von Fischen (Osteichthyes) in passender Größe sowie von Kalmaren (Teuthida) und Krebstieren (Crustacea). Die Nahrungssuche erfolgt am Tage. Tahiti-Sturmvögel sind dabei einzelgängerisch oder leben in kleinen Gruppen. Nicht selten ist der Tahiti-Sturmvogel bei der Nahrungssuche und -aufnahme auch in Vergesellschaftung mit anderen Arten zu beobachten.

Fortpflanzung

Tahiti-Sturmvögel erreichen die Geschlechtsreife mit gut vier Jahren. Die Geschlechter führen eine monogame Einehe, die für gewöhnlich über mehrere Jahre oder ein Leben lang hält. Das Nest befindet sich in einer Höhle, an steinigen Hängen oder auf offenen lichten Hochflächen im Wald. Das Gelege besteht nur aus einem Ei. Das Küken wird von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von 50 bis 55 Tagen ausgebrütet. Das geschlüpfte Küken verfügt bereits über ein gräuliches Dunenkleid. Beide Elternteile kümmern sich um die Versorgung des Nachwuchses. In der ersten Zeit, meist in der ersten Woche, bleibt immer ein Elternteil bei dem Jungvogel. Später bleibt er auch zeitweise alleine, wenn beide Elternteile gleichzeitig auf Nahrungssuche gehen. Gefüttert wird der Jungvogel mit vorverdauter, hochgewürgter Nahrung. Die Nestlingszeit ist relativ lang und erstreckt sich über 100 bis 110 Tage. Mit Erreichen der Flugfähigkeit trennt sich der kleine Familienverband.

Gefährdung und Schutz

Südlich von Neukaledonien
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Südlich von Neukaledonien

Laut der Roten Liste der IUCN wird die Art als gering gefährdet eingestuft. Obwohl sie in einer relativ großen Zahl auf Inseln brütet, weist sie doch eine kleine Population auf. Diese Population ist moderat rückläufig durch Prädation von eingeführten Säugetieren und, zumindest lokal, auch durch Bergbau. Die Gesamtpopulation dieser Art zählt wahrscheinlich nicht mehr als 10.000 Paare (d. h. 20.000 geschlechtsreife Individuen) und 30.000 Individuen (Brooke 2004).

Auf der Insel New Caledonia wurde ein Plan zur Verringerung der Ausbeutung des Koniambo Massivs durch die Bergbaugesellschaft vor kurzen ausgearbeitet und der KNS Mining Society vorgelegt. Im Juni 2007 wurde auf See ein Transekt eingerichtet, das von Noumea bis nach Chesterfield verläuft. Entlang dieser Linie werden die langfristigen Trends der Populationen überwacht. Folgende Maßnahmen sind notwendig, um die Art vom Aussterben zu bewahren: Überwachung der wichtigsten Populationen. Es sollten Untersuchungen durchgeführt werden, ob die Art auf der Insel Taveuni nistet. Ferner müssen die Hausratten (Rattus rattus) und andere Prädatoren von den Brutkolonien entfernt werden. Des Weiteren sollten die Fischer davon abgehalten werden, die Vögel wegen ihrer Federn für den Fischfang zu töten. Als Ersatz könnten die Federn weißer Hühner verwendet werden.. Zu guter Letzt ist eine Durchführung von Projekten zur Bekämpfung der Bedrohung durch Lichtimmissionen anzustreben.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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