Formosasibia

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

(Weitergeleitet von Taiwansibia)
Formosasibia

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Familie: Timalien (Timaliidae)
Gattung: Actinodura
Art: Formosasibia
Wissenschaftlicher Name
Actinodura morrisoniana
Ogilvie-Grant, 1906

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Formosasibia (Actinodura morrisoniana), auch als Taiwansibia bekannt, zählt innerhalb der Familie der Timalien (Timaliidae) zur Gattung Actinodura. Im Englischen wird die Formosasibia Formosan Barwing oder Taiwan Barwing genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Spezies monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Formosasibia erreicht eine Körperlänge von etwa 18 bis 19 Zentimeter und eine Flügellänge von etwa 7,5 bis 8,5 Zentimeter. Zwischen den Geschlechtern besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus, die Gefiederfärbung ist bei dem Männchen und Weibchen gleich. Der Kopf weist eine kastanienfarbene Tönug auf. Der Hals, der Rücken, die oberen Schwanzfedern sowie der obere Bereich der Brust sind olivfarben und grau-braun gefärbt. Des Weiteren zeigen sich kastanienbraune Federn an den Schulter sowie braun-schwarze Schwanzfedern, deren Basis horizontale dunkle kastanienbraune Streifen aufweisen. Im Flug erkennt man auf der unteren Seite der dunkelbraunen Flügel ebenfalls horizontale kastanienbraune Streifen. Frontal am Hals und im Bereich der oberen Brust zeigen sich cremefarbene Federn. Der untere Bereich des Bauches ist braun mit hellen farbigen Federn gemischt. Der Schnabel weist eine bräunlich-schwarze Färbung auf. Ferner sind die Beine und Füße fleischfarben geschönt. Aufgrund der kastanienbraunen Gefiederfärbung und der horizontalen kastanienbraunen Streifen in ihren Schwanzfedern sowie an der Unterseite der Flügel wird die Formosasibia im Chinesischen li tou ban chi diao genannt, was so viel bedeutet wie Kastanienkopf mit gestreiften Flügeln.

Lebensweise

Die Formosasibia ernährt sich vorwiegend von Früchten und Beeren. Sie ist oft in kleinen Gruppen anzutreffen. Obwohl die Formosasibia ein leiser Vogel ist, so kann man sie doch häufig in Gesellschaft mit anderen Vögeln wie zum Beispiel Weißohrtimalie (Heterophasia auricularis), Braunkopfyuhina (Yuhina brunneiceps) und Omeihäherling (Liocichla steerii) beobachten. Die Formosasibia hält sich überwiegend in Laubwäldern und in Nadelholzwäldern durchmischt mit Laubbäumen in mittleren und höheren Lagen auf. Im Winter zieht die Formosasibia allerdings in niedrigere Höhen hinunter. Die Formosasibia bewegt sich zwischen den Ästen und Zweigen springend und neigt dazu, den Kopf in eine feste, nach oben gerichtete Position, zu bewegen.

Verbreitung

Formosasibia zwischen Orangenkirschen (Idesia polycarpa)
vergrößern
Formosasibia zwischen Orangenkirschen (Idesia polycarpa)

Die Formosasibia kommt nur auf der Insel Taiwan vor und ist somit endemisch. Laut der Roten Liste der IUCN lebt die Formosasibia in gemäßigten Wälder sowie in subtropischen und tropischen Wäldern der feuchten Bergregionen. In der Regel hält sich die Formosasibia in Wäldern auf, die sich in einer Höhe von 1.500 bis 2.700 Metern befinden.

Ernährung

Die Formosasibia ernährt sich vorwiegend von Früchten, frischem Nektar, Blütenstaub, Beeren sowie von allerlei Sämereien. Des Weiteren stehen auf ihrem Speiseplan auch Insekten (Insecta). Besonders beliebt ist die Orangenkirsche (Idesia polycarpa). Der bis zu 15 Meter hoch wachsende Baum kommt in den temperaten Bereichen Japans, Koreas, Taiwans und Chinas vor. Meistens sucht die Formosasibia in kleinen Trupps oder in Gesellschaft mit anderen Vogelarten in dichter Vegetation der Bäume nach Nahrung.

Fortpflanzung

Die Formosasibia erreicht die Geschlechtsreife im Alter von gut einem Jahr. Sie lebt während der Paarungszeit und während der Brutsaison in einer monogamen Einehe. In der Brutsaison legt die Formosasibia ein besonders territoriales Verhalten an den Tag und verteidigt ihr Revier gegenüber Eindringlingen vehement. Der Gesang des Männchens dient dann der eindeutigen Revierabgrenzung und dem Vertreiben von Eindringlingen. Das Nest ist napfförmig und nach oben hin geschlossen und mit einem seitlichen Eingang versehen. In das fertige Nest legt das Weibchen drei bis vier, selten bis fünf Eier. Um das Brutgeschäft kümmern sich beide Partner. Die Eier werden über einen Zeitraum von 13 bis 15 Tagen gewärmt. Nach dem Schlupf sind die Küken nackt und blind. Sie öffnen aber bereits nach wenigen Tagen ihre Augen. Um die Versorgung des Nachwuchses kümmern sich ebenfalls beide Partner. Die Jungen werden reichlich mit Nahrung in Form von kleinen Insekten (Insecta) und deren Larven versorgt. Der Nachwuchs erlangt im Alter von gut 40 Tagen die Selbständigkeit und verläßt dann das Nest. Die erste Zeit nach Erlangung der Selbständigkeit leben die Jungvögel in kleinen Trupps. Erst wenn sie die Geschlechsreife erreicht haben, bilden sie während der Paarungszeit und der Brutsaison ihr eigenes Revier.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Formosasibia heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet der Populationen erstreckt sich annähernd von über 20.000 bis 50.000 Quadratkilometern. Die Formosasibia ist in weiten Teilen dieses großen Areals meist häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Formosasibia selten oder nur spärlich vor (MacKinnon und Phillipps, 2000). In der Roten Liste der IUCN wird die Formosasibia als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge