Tangalunga

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Tangalunga

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Zibetkatzen (Viverrinae)
Gattung: Asiatische Zibetkatzen (Viverra)
Art: Tangalunga
Wissenschaftlicher Name
Viverra tangalunga
Gray, 1832

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Tangalunga (Viverra tangalunga) zählt innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Gattung der Asiatischen Zibetkatzen (Viverra). Im Englischen wird die Tangalunga Malayan Civet oder Oriental Civet genannt. Ein weiteres deutsches Synonym ist Malaiische Zibetkatze.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Tangalunga, oder auch Malaiische Zibetkatze erreicht eine Körperlänge von 620 bis 660 mm, eine Schwanzlänge von 280 bis 350 (320) mm, eine Ohrlänge von 32 bis 48 mm, eine Hinterfußlänge von 96 bis 104 mm und ein Gewicht von 3.350 bis 4.330 (3.780) g. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Das relativ lange Fell weist eine gräuliche Grundfärbung auf und ist durchsetzt mit schwarzen Flecken. Im Bereich des Halses ist ein schwarzweißer Kragen erkennbar. Der Nacken ist durch eine Mähne gekennzeichnet. Der Schwanz ist schwarzweiß gebändert, die Füße sind schwarz und enden in jeweils 5 Zehen. Die Krallen sind einziehbar. Das Gebiss besteht aus 32 bis 40 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3-4/3-4, m1-2/1-2 (Nowak, 1999).

Lebensweise

Tangalungas leben einzelgängerisch und sind hauptsächlich nachtaktiv. Nur selten sind die Tiere auch am Tage aktiv. Tangalungas sind reine Bodenbewohner. Die Reviere weisen je nach Lebensraumqualität eine Größe von rund 12 km² auf. Die Reviermarkierung erfolgt über ein Sekret aus perineal gelegenen Drüsen. Diese Drüsen sondern eine ölartige Substanz ab, dem sogenannten Zibet. Die Tiere zeigen nur eine geringe Aggressivität und greifen nur an, wenn sie in die Enge getrieben werden (Nowak, 1999).

Unterarten

Verbreitung und Lebensraum

Die Tangalunga ist in weiten Teilen von Südostasien verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich über Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Singapur, Thailand und Vietnam. In China werden die Provinzen Anhui, Shaanxi, Ganus, Hubei, Hunan, Jiangxi, Sichuan, Guizhou, Yunnan, Xisang, Guangxi, Gunagdong, Hainan, Fujian Zhejiang und Jiangsu besiedelt. Eingeführt wurde die Art auf den Andamanen-Inseln. Tangalungas bewohnen tropische Primärwälder, Sekundärwälder und in der Nähe auch Plantagen und ähnliches Agrarland. In Höhenlagen kommt die Art bis in Höhen von etwa 1.600 m über NN vor (IUCN, 2011).

Ernährung

Die Art ernährt sich als reiner Fleischfresser von Fischen (Osteichthyes), Vögeln (Aves), Eidechsen (Lacertidae), Lurchen (Amphibia), aber auch von Insekten (Insecta), Krebstieren (Crustacea), Skorpionen (Scorpiones) sowie anderen Gliederfüßern (Arthropoda). In der Nähe des Menschen suchen Tangalungas im Hausmüll nach Nahrung oder jagen Tangalungas auch Geflügel der einheimischen Bevölkerung (Lekagul & McNeely, 1977; Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Tangalungas pflanzen sich wahrscheinlich aufgrund der tropischen Lebensräume ganzjährig fort. In einem Jahr kann es dabei bis zu 2 Würfen kommen. Ein Wurf besteht aus 1 bis 4 (2) Jungtieren. Die Geburt erfolgt in einer geschützen Höhle oder in Vertiefungen in dichter Vegetation. Bei der Geburt ist das Fell vorhanden, die Augen sind jedoch noch geschlossen. Zum Säugen verfügt ein Weibchen über 2 oder 3 Paar abdominal liegende Zitzen. Im Alter von etwa 1 Monat wird der Nachwuchs von der Muttermilch entwöhnt. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei bis zu 15 Jahren (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Tangalunga gehlört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Die größte Gefahr geht von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus. In Vietnam, China, Laos, Myanmar, Vietnam, Indien und Thailand wird die Art wegen des Sekretes aus den perinealen Drüsen bejagt. In China und Vietnam wird auch das Fleisch der Tiere vermarktet. Meist werden Tangalungas mit am Boden ausgelegten Schlingen gejagt. Verwilderte Haushunde stellen ebenfalls ein Problem für die Art dar (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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