Tannenzapfenechse

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Tannenzapfenechse

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Skinke (Scincidae)
Gattung: Blauzungenskinke (Tiliqua)
Art: Tannenzapfenechse
Wissenschaftlicher Name
Tiliqua rugosa
Gray, 1825

Die Tannenzapfenechse (Tiliqua rugosa) gehört innerhalb der Familie der Skinke (Scincidae) zur Gattung der Blauzungenskinke (Tiliqua). Die Gattungszugehörigkeit ist unter Herpetologen umstritten, für einige gehört sie in die Gattung Trachydosaurus. In der etwas älteren deutschen Literatur wird die Tannenzapfenechse auch als Stutzechse bezeichnet. An englischen Bezeichnungen gibt es in Australien gleich mehrere: Shingleback Lizard, Stumpy Tail Lizard, Pinecone Lizard, Sleepy Lizard und sogar Bobtail, weil man vorne und hinten auf den ersten Blick nicht unterscheiden kann.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Tannenzapfenechse gehört innerhalb der Familie der Skinke zur Gattung der Blauzungenskinke. Sie erreicht eine Länge von 28 bis 40 cm sowie ein Gewicht von 500 bis 700 Gramm. Ihr großer breiter Kopf ähnelt dem stumpfen und dicken Schwanz. Der Schwanz dient zum einen als Fettspeicher und zum anderen soll er Fressfeinde verwirren, da er dem Kopf ähnelt. Die recht großen Schuppen sind schwarz gefärbt und mit hellen Mustern durchzogen. Diesen großen Schuppen verdankt die Tannenzapfenechse ihren englischen Namen: Shingle bedeutet Schindel, Shingleback lässt sich mit Schindelrücken übersetzen. Ihr Körper wirkt mit den kurzen Beinen plump, dementsprechend langsam bewegen sie sich auch fort. Die Tannenzapfenechse ist tagaktiv. Sie kann ihr Maul sehr weit aufreissen, um Feinde abzuschrecken. Im Maul ist eine hellblaue bis blaue Zunge sichtbar, die sich farblich deutlich von der Mundhöhle absetzt. Sie erreichen ein Alter von 25 bis 30 Jahren. Die Art gehört noch nicht zu den bedrohten Arten.

Unterarten und Verbreitung

Hauschild/Gaßner beschreiben die Unterarten und deren Verbreitung wie folgt (S. 178f):

  • Tiliqua rugosa rugosa unterscheidet sich von den anderen Unterarten durch einen auffallend langen, schmalen Schwanz. Auf dem Kopf befinden sich helle Schuppen in Orange oder Braun. Bei einer Grundfarbe des Rückens, die olivbraun oder dunkelbraun sein kann, findet man breite Querstreifen, die weiß oder gelb, manchmal sogar orange oder rot sein können. Diese Unterart lebt in Westaustralien.
  • Tiliqua rugosa konowi ist die kleinste Unterart mit einer Gesamtlänge von etwa 28 cm. Diese Unterart hat, im Vergleich zu den anderen Unterarten, einen schmalen Kopf und einen schlanken Körper. Sie ist dunkelgrau und schimmert bei entsprechendem Lichteinfall auch schon mal grünlich. Der Körper zeigt kleinste schwarze Flecken. Die Unterart kommt nur auf Rottnest vor, einer Insel vor der Küste des australischen Bundesstaates Western Australia.
  • Tiliqua rugosa asper ist mit einer Gesamtlänge von 40 cm die größte Unterart. Die Farbe variiert von dunkelbraun bis pechschwarz. Tiliqua rugosa asper hat ihr Verbreitungsgebiet im Osten Australiens.
  • Mit Tiliqua rugosa subsp. nov ist bei Hauschild/Gaßner die Unterart Tiliqua rugosa pallara gemeint, die bei Veröffentlichung ihres Buches noch nicht beschrieben war. Hauschild/Gassner verweisen darauf, dass die Erstbeschreibung durch Shea noch erfolgen sollte, dies geschah im Jahr 2000 als Trachydosaurus rugosus pallara. Tiliqua rugosa pallara hat einen kräftigeren, aber kleineren Kopf und eine dunkelgraue bis braune Grundfarbe. Die Unterart kommt nur in der Umgebung der Shark Bay in Western Australia vor.

Lebensweise

Die Tannenzapfenechse lebt in trockenen oder schwach feuchten Gebieten und kommt in den feuchten Küstenregionen selbst nicht vor. Die australischen Bundesstaaten Northern Territory und Tasmanien gehören nicht zu ihrem Verbreitungsgebiet. In den übrigen Teilen Australiens ist die Tannenzapfenechse häufig auch in Gärten zu finden. Bei Gefahr krümmt sie ihren Körper und reißt das Maul weit auf. Die herausgestreckte blaue Zunge und das weit aufgerissene rosarote Maul soll Feinde vertreiben. Die Tannenzapfenechse sonnt sich gern auf den Fernstraßen, weshalb viele überfahren werden.

Ernährung

Die Tannenzapfenechse ernährt sich hauptsächlich vegetarisch und frisst neben Blüten, Gräsern und Blättern auch Früchte wie Beeren. Darüber hinaus wertet sie ihren Speiseplan mit tierischer Nahrung wie Insekten, Weichtiere und Eier anderer Tiere auf. Sie frisst auch kleinere Wirbeltiere, darunter auch so genannte „Road kills", Tiere, die überfahren wurden

Fortpflanzung

Tannenzapfenechsen sind lebendgebärend. Die recht partnertreuen Tiere leben allerdings nur zur Paarungszeit miteinander. Das Weibchen bringt zwischen 1 und 3 Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere haben eine Geburtsgröße von 12 bis 15 cm. Schon nach der Geburt kann man die Geschlechter unterscheiden. Während die männlichen Exemplare einen etwas längeren und spitz zulaufenden Schwanz haben, ist er bei den Weibchen kürzer und stumpf.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Skinke (Scincidae)

Literatur und Quellen

  • Ion E. Fuhn in: Grizmeks Tierleben, Band 6. Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1980. ISBN 3-423-03204-9
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Andree Hauschild/Paul Gaßner: Skinke im Terrarium, Landbuch-Verlag, Hannover, 1995. ISBN 3 7842 0516 X
  • Jerry G. Walls: Skinke im Terrarium, bede-Verlag, Ruhmannsfelden, 1995. ISBN 3 927 997-82-X

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