Tapinauchenius cupreus

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Tapinauchenius cupreus

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Aviculariinae
Gattung: Tapinauchenius
Art: Tapinauchenius cupreus
Wissenschaftlicher Name
Tapinauchenius cupreus
Schmidt & Bauer, 1996

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002480]

Die Art Tapinauchenius cupreus zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Tapinauchenius. Im Englischen hat die Art viele Bezeichnungen wie zum Beispiel violet tree spider, black and gold tree spider oder auch orange tree spider.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Tapinauchenius gigas mit einer Körperlänge von etwa 4 Zentimetern zählt zu den kleinsten Arten aus dieser Gattung. Das Männchen wird meist nicht größer als 2,5 Zentimeter. Die Grundfärbung der Körpers ist ein Braun oder ein Schwarz und der gesamte Körper dieser Art ist mit einem kupferfarbenen Glanz überzogen. Der schwarz glänzende Carapax ist von einem behaarten orangefarbenen Rand umsäumt. Auf dem langgezogenen Opisthosoma zeichnet sich ein dunkles Tannenbaum-Muster ab. Des Weiteren ist das Opisthosoma mit einer langen, zum Teil orangefarbenen Behaarung besetzt. Die langen und kräftigen Cheliceren weisen ebenfalls eine dichte Behaarung auf. Das adulte Männchen unterscheidet sich erheblich in der Konstruktion des weiblichen Körpers und auch in der Färbung. Die Beine des Männchens sind stark behaart, insbesondere die hinteren Beinpaare. Des Weiteren weisen sie eine braune bis orangefarbene Behaarung auf. Ferner besitzt das adulte Männchen unterhalb an dem vorderen Beinpaar Tibialhaken für die Paarung. Typisch für die baumbewohnende Spinne ist der schlanke flache Körperbau, die nicht vorhandenen Brennhaare und die ausgedehnten Haftpolster an den Beinen. Die Coxen der Taster prolateral sind ohne Stridulationsorgan. Des Weiteren sind die hinteren Sternalsigillen sehr groß ausgeprägt und weisen eine ovale oder runde Form auf. Sie befinden sich nur wenig vom Sternumrand entfernt. Das Labium ist breiter als lang. Das Männchen ist etwa mit 1,0 bis 1,5 Jahren geschlechtsreif und das Weibchen erreicht die Geschlechtsreife etwa mit 1,5 bis 2,5 Jahren.

Lebensweise

Tapinauchenius cupreus lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Die baumbewohnende Vogelspinne kann sich aufgrund ihres flachen Körperbaus in Rissen und Spalten der Baumrinde aufhalten. Sie bewohnt aber auch kleine Baumhöhlen. Ihren Unterschlupf spinnt die Vogelspinne nur leicht mit Seide aus. Bei Gefahr läßt sich die Spinne direkt fallen und sucht am Waldboden ein Versteck auf. Die Art ist eine ruhige und friedliche Vogelspinne.

Verbreitung

Tapinauchenius cupreus kommt in Ecuador in der Region von Quito vor. Sie lebt dort in den Regenwäldern und hält sich die meiste Zeit auf hochgewachsenen Bäumen auf. Gelegentlich findet man die Art aber auch auf dem Waldboden. Die Temperaturen am Tag betragen dort etwa 25 bis 28 Grad Celsius und in der Nacht etwa 22 bis 24 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit etwa 70 bis 80 Prozent. Die Spinne kann aufgrund ihrer Haftpolster an den Beinen sehr gut klettern und ziemlich weit springen.

Ernährung

Zum Nahrungserwerb verläßt sich Tapinauchenius cupreus auf ihren Tastsinn. Nachts sitzt sie, mit dem Wohngespinst immer in Kontakt, in ihrem Unterschlupf und wartet auf Beute. Ihrer baumbewohnenden Lebensweise entsprechend, erbeutet diese Art Grillen und Heimchen.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Tapinauchenius cupreus mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr acht Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Eikokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 100 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Während dieser Zeit betreibt das Weibchen Brutpflege. Im Innern des Eikokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Eikokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge wachsen nach dem Schlupf sehr schnell heran und können schon eine beachtliche Beinspannweite aufweisen. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar. Das Weibchen dieser Art kann innerhalb eines Häutungszyklus häufig einen zweiten, manchmal sogar einen dritten Eikokon bauen. Allerdings schlüpfen meist weniger Spiderlinge als aus dem ersten Kokon.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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