Tasmanischer Schlafbeutler

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Tasmanischer Schlafbeutler
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung Australidelphia
Ordnung: Diprotodontia
Familie: Bilchbeutler (Burramyidae)
Gattung: Schlafbeutler (Cercartetus)
Art: Tasmanischer Schlafbeutler
Wissenschaftlicher Name
Cercartetus lepidus
(Thomas, 1888)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Tasmanische Schlafbeutler (Cercartetus lepidus) zählt innerhalb der Familie der Bilchbeutler (Burramyidae) zur Gattung der Schlafbeutler (Cercartetus). Im Englischen wird die Art Little Pygmy Possum, Little Pygmy-possum und Tasmanian Pygmy Possum genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde stammen aus dem frühen Holozän und wurden vor allem im östlichen New South Wales gefunden. Historisch ergibt sich somit ein deutlich größeres Verbreitungsgebiet. Das heutige kleine Verbreitungsgebiet ist ein Resultat aus der Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere aufgrund der Entwaldung durch den Menschen.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Tasmanische Schlafbeutler ist innerhalb der Ordnung der Diprotodontia der kleinste Vertreter. Die Art erreicht eine Körperlänge von 5 bis 6,5 cm und eine Schwanzlänge von 6 bis 7,5 cm. Das dichte Fell weist dorsal eine blasse beige Farbe auf, ventral zeigt sich eine leicht gräuliche Färbung. Die großen und rundlich geformten Ohren sitzen weit hinten am Kopf und sind nur außen mit Fell besetzt. Die rundlichen und im Vergleich zum Kopf sehr großen Augen sitzen seitlich am Kopf. Im Bereich der Nasenspitze und rund um das Maul zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Sie dienen dem Tasmanischen Schlafbeutler in der Nacht der Orientierung. Die Hände ähneln einer menschlichen Hand und sie wie auch die Zehen der Füße sind ausgesprochen beweglich. Die Auflageflächen der Zehen verfügen über Haftpolster, die das Klettern im Geäst der Bäume und Sträucher erleichtern. Die Zähne sind niedrig und mit abgerundeten Höckern versehen. Dies ist ein Indiz für den Verzehr von weichen Nahrungsteilen. Tasmanische Schlafbeutler gehören zu den endothermen Säugetieren.Zwischen den Geschlechtern zeigt sich weder in der Größe noch in der Fellfärbung ein Dimorphismus.

Lebensweise

Tasmanische Schlafbeutler leben in freien Wildbahn einzelgängerisch. Aufgrund der geringen Größe sind die Tiere nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Der Jahresverlauf ist demnach durch Aktivitäts- und Ruhephasen geprägt. Den Zustand der Erstarrung wird auch als Torpor bezeichnet. Während dieser Zeit geht der Stoffwechsel auf ein Minimum zurück. Während des Torpor gleicht sich die Körpertemperatur der Umgebungstemperatur an. Tasmanische Schlafbeutler sind ausschließlich in der Nacht aktiv. Am Tage ruhen die Tiere an geschützter Stelle im dichten Geäst von Bäumen oder Büschen. Fettablagerungen im Schwanz dienen dem Tasmanischen Schlafbeutler als kurzfristige Energiereserve.

Verbreitung

Tasmanische Schlafbeutler sind in Australien endemisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Südosten des Kontinents vom Südosten von Südaustralien bis in den Nordwesten von Victoria sowie über die Inseln Tasmanien und die Känguru-Inseln. Die Tiere sind hauptsächlich in Wäldern und in Busch- und Heidelandschaften anzutreffen. Die Art lebt zwar in Bäumen und Büschen, sie halten sich jedoch überwiegend in Bodennähe auf.

Ernährung

Der Tasmanische Schlafbeutler ist ein Allesfresser. Die Art ernährt sich von Insekten (Insecta), anderen Gliederfüßern (Arthropoda) sowie Früchte, Nektar und Pollen. Beliebte Futterpflanzen sind unter anderem Eukalypten (Eucalyptus) und Banksien (Banksia). Dies haben Untersuchen von Mageninhalt und Kot ergeben. An fleischlicher Kost werden vor allem Insektenlarven und Spinnentiere (Arachnida) wie Skorpione (Scorpiones) gefressen. Hin und wieder werden auch kleine Wirbeltiere (Vertebrata) wie Eidechsen (Lacertidae) gefressen. Beutetiere werden mit den Vorderpfoten zum Maul geführt.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich über das ganze Jahr, in einer Saison kommt es für gewöhnlich zu mehreren Würfen. Zu den meisten Geburten kommt es jedoch im Frühjahr und Sommer. Das Paarungssystem kann als polygam bezeichnet werden. Ein Weibchen paart sich mit mehreren Männchen. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich die Mutter. Ein Wurf weist 3 bis 4 Junge auf. Zum Säugen verfügt ein Weibchen in der Bruttasche über 4 Zitzen. Der Nachwuchs wird im Beute für etwa 50 Tage gesäugt. Bereits im Alter von 90 Tagen wird die Geschlechtsreife erreicht.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Tasmanische Schlafbeutler gehören heute noch nicht zu den gefährdeten Species und wird daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die Art kommt im Verbreitungsgebiet häufig vor. Zahlreiche Vorkommen erstrecken sich zudem über ausgewiesene Schutzgebiete. Die größten Gefahren gehen von Buschfeuern und der Landwirtschaft aus (IUCN, 2009).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Jamie M. Harris: Little Pygym-possum (Cercartetus lepidus). The American Society of Mammalogists, 2009 - engl.
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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