Taubenlausfliege

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Taubenlausfliege
Weibchen dorsal und Männchen ventral

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Teilordnung: Muscomorpha
Familie: Lausfliegen (Hippoboscidae)
Unterfamilie: Hippoboscinae
Tribus: Ornithomyini
Gattung: Pseudolynchia
Art: Taubenlausfliege
Wissenschaftlicher Name
Pseudolynchia canariensis
(Macquart, 1839)

Die Taubenlausfliege (Pseudolynchia canariensis), auch unter den Synonymen Lynchia maura, Olfersia canariensis und Olfersia maura bekannt, zählt innerhalb der Familie der Lausfliegen (Hippoboscidae) zur Gattung Pseudolynchia. Im Englischen wird die Taubenlausfliege pigeon louse fly oder pigeon fly genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 7,62 Millimeter, während das Männchen eine Körperlänge von etwa 5,44 Millimeter erreicht. Die adulten Fliegen weisen eine dunkelbraune Färbung auf. Der Körper ist hornig, lederartig, breit gedrungen und dorsoventral erscheint der Körper lausartig abgeflacht. Aufgrund des abgeflachten Körpers kann die Taubenlausfliege sich sehr gewandt vorwärts, rückwärts und seitwärts bewegen. Der Kopf ist breit gerundet, mit fast geradem Hinterrand. Die Augen sind mäßig groß, so daß dreieckige, hintere Orbitae vorhanden sind. Die Fühler sind ganz kurz und warzenförmig. Die Mundwerkzeuge sind zum Teil verkümmert. Der Mund bildet ein kleines Loch, durch das ein schnabelartiger Rüssel hervorgestreckt wird, wie ein Faden durch ein Nadelöhr. Auch das Nervensystem ist wenig entwickelt, indem nur ein Kopf- und Brustganglion vorhanden sind. Der kurze Hinterleib am Hinterrand ist mit einer medianen Einkerbung versehen.Die Beine sind kräftig entwickelt und weisen stark gebogene Fußkrallen zum Festklammern am Wirt auf. Die Flügel sind transparent, voll entwickelt und sehr lang. Sie ist ein sehr guter und schneller Flieger. Die Entwicklung vollzieht sich vollständig innerhalb des mütterlichen Uterus. Die Larven verweilen in einer sackförmigen Erweiterung des Eileiters, einer Art Fruchtbehälter. In dem Fruchtbehälter ernähren sie sich von einem Sekret, welches zwei verzweigte Drüsen besitzt. Nachdem sie in diesem Fruchbehälter sich zweimal gehäutet haben und beinahe völlig ausgewachsen sind, werden sie lebend geboren. Da ihnen die Körperringe fehlen, gleichen sie in Säcken eingeschlossenen Puppen, besitzen jedoch Mund und After. Die Larven bleiben für einen Monat verpuppt und als Erwachsene leben sie etwa 45 Tage.

Lebensweise

Taubenlausfliege - Weibchen dorsal und Männchen ventral
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Taubenlausfliege - Weibchen dorsal und Männchen ventral

Die Taubenlausfliege ist der Zwischenwirt für die Flügellaus Columbicola columbae, die sich an den Beinen der Taubenlausfliege festklammert und so von einer Taube zur anderen transportiert wird. Die Körperläuse, wie zum Beispiel Campanulotes compar, mit ihren kurzen Beinen können sich dagegen nicht an den Beinen der Taubenlausfliege festklammern. Adulte Taubenlausfliegen bewegen sich flink zwischen den Federn der Vögel und saugen das Blut, dies kann zur Blutarmut führen, besonders bei jungen Vögeln. Sie dient als Vektor für durch Blut übertragene Krankheitserreger. Betroffene Vögel können eine Anämie entwickeln und leiden unter Irritation. Des Weiteren wird auch die Eiproduktion reduziert. Dieser Parasit kann vor allem für junge Tauben tödlich sein. Ischnoceran-Läuse findet man oft auf mehreren Taubenlausfliegen. Jedoch wird die Taubenlausfliege häufig von der Milbe Myialges anchora befallen. Die Taubenlausfliege kann auch Menschen beißen und verursacht eine schmerzhafte Hautwunde.

Verbreitung

Die Taubenlausfliege ist ein weit verbreiteter Parasit und ist in den meisten Teilen der subtropischen und tropischen Welt zu Hause, vor allem dort wo Haustauben gehalten werden. Des Weiteren findet man die Taubenlausfliege auch in Zentral-Afrika, in den Subregionen des Mittelmeeres, in Afghanistan, Indien, Bangladesch, Nepal, Thailand, Taiwan, auf den Ryukyu-Inseln, auf den Philippinen, auf Malaysia und Indonesien.

Ernährung

Taubenlausfliege - Weibchen
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Taubenlausfliege - Weibchen

Taubenlausfliegen befallen in Mengen in Tucumán (kleinste Provinz Argentiniens und liegt im Nordwesten des Landes) die Haustauben, darunter Altvögel sowie Jungvögel und saugen das Blut. Dabei schwillt zum Beispiel das Postabdomen des Männchens gewaltig an, offenbach durch das hineingepresste Blut. Das Abdomen, bauchwärts gekrümmt, wird dabei gegen die Ventralseite gedrückt. Aufgrund dessen stellt sich ein Juckreiz bei den befallenen Vögeln ein, die mit Verkrustungen zu Sekundärinfektionen führen. Die Taubenlausfliege spielt eine besondere Rolle bei der Übertragung von Viren und Bakterien. Vor allem noch nicht vollständig befiederte Nestlinge werden häufig befallen, weil sie sich kaum zur Wehr setzen können.

Fortpflanzung

Die Begattung dauert bis zu sieben Stunden, wobei das Weibchen auf dem Rücken liegt und das Männchen sich rücklings auf dem Bauch des Weibchens befindet (siehe auch Abbildung). Spielflugkopulationen können auch bei der Taubenlausfliege vorkommen. Die Entwicklung vollzieht sich vollständig innerhalb des mütterlichen Uterus. Die Larven verweilen in einer sackförmigen Erweiterung des Eileiters, einer Art Fruchtbehälter. In dem Fruchtbehälter ernähren sie sich von einem Sekret, welches zwei verzweigte Drüsen besitzt. Nachdem sie in diesem Fruchbehälter sich zweimal gehäutet haben und beinahe völlig ausgewachsen sind, werden sie lebend geboren. Da ihnen die Körperringe fehlen, gleichen sie in Säcken eingeschlossenen Puppen, besitzen jedoch Mund und After. Die Larven bleiben für einen Monat verpuppt und als Erwachsene leben sie etwa 45 Tage.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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