Taubenschwänzchen

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Taubenschwänzchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Spinnerartige (Bombycoidea)
Familie: Schwärmer (Sphingidae)
Gattung: Macroglossum
Art: Taubenschwänzchen
Wissenschaftlicher Name
Macroglossum stellatarum
(Linnaeus, 1758)

Das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), das auch Kolibrifalter genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Schwärmer (Sphingidae) zur Gattung Macroglossum. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Taubenschwänzchen weist eine Flügelspannweite von bis zu 50 mm auf. Die Vorderflügel sind bräunlich und mit dunklen Linien durchzogen, die Hinterflügel leuchtend orange bis rot oder auch gelblich. Ihr pelzig behaarter Körper ist ebenfalls bräunlich. Der Hinterleib ist quer gebändert und weist eine schwarzweiße Zeichnung auf. Am vorderen Teil der Kopfes hat das Taubenschwänzchen einen recht langen Rüssel, der der Nahrungsaufnahme dient. In Mitteleuropa sind sie nur in den Sommermonaten anzutreffen.

Lebensweise

Zur kalten Jahreszeit hin ziehen sie in den Süden. Sie sind ausgesprochen gute und ausdauernde Flieger und legen mühelos tausende Kilometer zurück. Im Schwirrflug vor Blüten schlagen die tagaktiven Taubenschwänzchen ihre Flügel bis zu 80 mal pro Sekunde. Sie zählen zu den schnellsten Fliegern in der Insektenwelt. Im Flug erinnern die Gestalt und die hektische Flugart an Kolibris (Trochilidae).

Verbreitung

Petunien: eine beliebte Pflanze der Falter
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Petunien: eine beliebte Pflanze der Falter

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Nordafrika, Südeuropa und Kleinasien. In Mitteleuropa sind sie nur während des Sommers anzutreffen. Als Habitat bevorzugen sie Heideflächen, Gärten, Waldränder und andere freie Flächen wie Kahlschläge oder sonnige Berghänge. Hier und da sieht man sie auch in der Nähe menschlicher Siedlungen in Gärten und auf Balkonen.

Ernährung

Das Taubenschwänzchen ernährt sich vom Nektar bestimmter Blumen. Dies können Geranien, Petunien, Seifenkraut, Flockenblumen und ähnliche Blumen sein. Dabei schwebt das Taubenschwänzchen im Schwirrflug vor den Blüten und fährt mit seinem Rüssel in die Blüte und nimmt den Nektar auf. Es ist ohne weiteres in der Lage, mehr als tausend Blumen am Tag zu besuchen. Die Raupen ernähren sich hauptsächlich von Labkrautarten (Gallium spec.).

Fortpflanzung

Taubenschwänzchen an einer Futterpflanze
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Taubenschwänzchen an einer Futterpflanze

Die Paarung erfolgt für gewöhnlich im Sommer. Das Weibchen legt im Schwirrflug einzelne Eier an Blätter bestimmter Pflanzen ab. Bevorzugte Pflanzen sind unter anderem verschiedene Labkraut- und Sternmierenarten. Die Raupen schlüpfen nach etwa einer Woche und weisen eine grünliche Färbung auf. Am Körperende ist ein dornartiger Fortsatz zu sehen. Sie ernähren sich vom Blattwerk des Labkrautes und anderen Pflanzen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend in der Nacht. Gegen Ende der Raupenphase ändert sich ihre Färbung in ein leuchtendes Rot. Die Verpuppung erfolgt im Boden, in dem sie sich eingraben. Nach drei bis 4 Wochen erfolgt der Schlupf der fertigen Falter. Im Herbst ziehen sie zur Überwinterung in den Süden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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