Taxon

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Als Taxon (Plural: Taxa) bezeichnet man in der Biologie eine als systematische Einheit erkannte Gruppe von Lebewesen. Meist drückt sich diese Systematik auch durch einen eigenen Namen für diese Gruppe aus. Die Regeln der Bildung wissenschaftlicher Namen für Taxa ist Inhalt des entsprechenden nomenklatorischen Codes, die Einordnung nach dem Grad der Verwandtschaft in das entsprechende hierarchische System die Aufgabe der Taxonomie, die sich wiederum auf die Ergebnisse der biologischen Systematik stützt. Unterschiedliche systematische Vorstellungen führen zu unterschiedlichen taxonomischen Ansätzen und damit zu alternativen Ergebnissen bei der wissenschaftlichen Benennung von Taxa. Aus traditionellen Gründen erhalten diese bis heute an die lateinische oder griechische Sprache angelehnte Namen.


Monophylie, Paraphylie und Polyphylie

Ziel der modernen phylogenetischen Systematik ist es, ein natürliches System des Tierreichs aufzubauen, das die verwandtschaftlichen Verhältnisse von Taxa zueinander und deren evolutive Geschichte widerspiegelt. Während traditionelle Systematiker sich vorwiegend auf morphologische Daten stützten, bezieht die phylogenetische Systematik insbesondere molekularbiologische Daten wie Sequenzanalysen der ribosomalen DNA in ihre Analyse ein, um auf deren Grundlage verwandtschaftliche Stammbäume ableiten zu können.

Entsprechend dieser Anforderung ist nur ein monophyletisches Taxon als natürlich im Sinne der Phylogenie zu charakterisieren. Ein monophyletisches Taxon besteht aus sämtlichen Angehörigen, die sich auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückführen lassen sowie diesen Vorfahren selbst. Ein monophyletisches Taxon ist also in sich geschlossen. Beispiel für ein solches Monophylum ist das Taxon Mammalia: alle Säugetiere lassen sich von einem einzigen gemeinsamen Vorfahren ableiten.


Dem monophyletischen Taxon stehen die nicht-natürlichen para- und polyphyletischen Taxa gegenüber, die keine verwandtschaftliche Aussagekraft besitzen und rein deskriptiven Charakter besitzen. Aus Sicht der phylogenetischen Systematik sind paraphyletische und polyphyletische Taxa abzulehnen und zu vermeiden.

Ein paraphyletisches Taxon beschreibt ein Taxon, bei dem sämtliche Angehörige zwar auf eine gemeinsame Stammlinie zurückgeführt werden können, es enthält jedoch nicht alle Nachkommen dieser Stammart. Beispielsweise ist das Taxon "Reptilia" als paraphyletisch zu charakterisieren, weil die traditionell zu den "Reptilien" gezählten Krokodile verwandtschaftlich den Vögeln näher stehen als allen anderen "Reptilien" und das Taxon "Reptilia" die Vögel inkludieren müsste, damit es monophyletisch wird. Ein solches monophyletisches Taxon, das "Reptilien" und Vögel vereint, wird als Sauropsida bezeichnet. Ein weiteres Beispiel für ein solches paraphyletisches Taxon ist das der "Knochenfische" ("Osteichthyes"), das aus phylogenetischer Sicht auch die Landwirbeltiere (Tetrapoda) umfassen müsste. Ein Monophylum aus "Osteichthyes" und Tetrapoda wird als Osteognathostomata bezeichnet.

Ein polyphyletisches Taxon dagegen umfasst Gruppen, die sich nicht auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückführen lassen. Es fasst somit mehrere unabhängig voneinander entstandene Entwicklungslinien ohne gemeinsame Evolution zusammen. Beispiel für ein polyphyletisches Taxon sind die "Würmer" ("Vermes"), die auf mehrere unabhängige Stammlinien zurückzuführen sind und keine gemeinsame Verwandtschaft widerspiegeln. So sind beispielsweise die Plattwürmer (Plathelminthes) zu den Urmündern (Protostomia) zu rechnen, während Eichelwürmer (Enteropneusta) zu den Neumündern (Deuterostomia) zu stellen sind.

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