Tehuantepec-Hase

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Tehuantepec-Hase

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Leporinae
Gattung: Echte Hasen (Lepus)
Art: Tehuantepec-Hase
Wissenschaftlicher Name
Lepus flavigularis
Wagner, 1844

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Tehuantepec-Hase (Lepus flavigularis) zählt innerhalb der Familie der Familie Hasen (Leporidae) zur Gattung der Echten Hasen (Lepus). Im Englischen wird die Art Tehuantepec Jackrabbit, Tehuantepec Hare oder Tropical Hare genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Tehuantepec-Hase erreicht je nach Geschlecht eine Gesamtlänge von 565 bis 610 (595) mm, eine Schwanzlänge von 65 bis 95 mm, eine Hinterfußlänge von 115 bis 134 mm, eine Ohrlänge von 107 bis 119 mm, eine Hirnschädelbreite von 29,9 bis 32,9 (31,7) mm sowie ein Gewicht von bis zu 4.000 Gramm. Das grobe Fell ist überwiegend ockerfarben bis hellbraun und ist mit schwarzen Härchen durchsetzt. Die langen Ohren sind vollständig hellbraun gefärbt. Im Nacken ist median ein dunkler Streifen erkennbar, der bis zum Ohransatz reicht. Im Bereich des Halses zeigt sich eine gelblichbraune Färbung, die unteren Flanken sowie die Bauchseite weisen eine weißliche Färbung auf. Der Bürzel und die hinteren Teile der Hinterbeine sind überwiegend eisengrau gefärbt, die Innenseite der Hinterbeine sind hingegen weiß. Das Gebiss weist 28 Zähne auf, die zahnmedizinische Formel lautet i2/1, c0/0, p3/2, m3/3 (Cervantes, 1993).

Lebensweise

Die nachtaktiven Tehuantepec-Hasen leben überwiegend einzelgängerisch. Die Tiere besetzen Reviere in einer Größe von etwa 27,6 bis 99,7 (55,5) Hektar. Die Kernreviere sind mit 2,1 bis 13,3 (8,5) Hektar jedoch deutlich kleiner. Die Reviere einzelner Männchen überschneiden sich dabei mit denen mehrerer Weibchen (Farias, 2004; Cervantes, 1993).

Verbreitung

Tehuantepec-Hasen sind in einer kleinen Region im südlichen Mexiko endemisch. Von allen nordamerikanischen Vertretern der Echten Hasen (Lepus) hat der Tehuantepec-Hasen das südlichste Verbreitungsgebiet. Die Art kommt demnach ausschließlich in tropischen Regionen vor. Ursprünglich kam die Art auch in anderen Teilen Mexikos vor. Hier sind insbesondere die Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas zu nennen. Das ehemalige Verbreitungsgebiet ist heute nur noch rudimentär besiedelt. Tehuantepec-Hasen bewohnen die Ebene und sind im Bergland bis in Höhen von etwa 650 Meter über NN anzutreffen. Die Tiere besiedeln hauptsächlich die küstennahen Dünen und nahe der Küsten vorhandenes Buschland und lichte Wälder. Das verbliebene Verbreitungsgebiet umfasst kaum 100 km² (Cervantes, 1993).

Zu den typischen Pflanzenarten im Lebensraum der Tehuantepec-Hasen gehören Malpighiengewächse (Malpighiaceae) wie Byrsonima crassifolia, Opuntien (Opuntia) wie Opuntia decumbens und Opuntia tehuantepecana sowie Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae) wie Crescentia spp.

Biozönose

Sympatrie

Tehuantepec-Hasen leben in Sympatrie mit dem Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus). Darüber hinaus treten im Lebensraum der Hasen auch Graue Zwergbeutelratten (Tlacuatzin canescens), Neunbinden-Gürteltiere (Dasypus novemcinctus), Südopossums (Didelphis marsupialis), Westliche Ferkelskunks (Conepatus mesoleucus), Streifenskunks (Mephitis mephitis) und Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor) in Erscheinung.

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden zählen insbesondere der Kojote (Canis latrans) und der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus). Der einzige Schutz vor Feinden ist die nachtaktive und verschwiegene Lebensweise sowie eine rasche Flucht.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird im Alter von 6 bis 7 Monaten erreicht. Tehuantepec-Hasen leben in einer polygamen Beziehung, die Geschlechter treffen jedoch nur zur Paarung aufeinander. Die Paarungszeit erstreckt sich von Februar bis in den Dezember hinein. Während dieser Zeit kommt es zu mehreren Würfen. Die Hauptpaarungszeit liegt zwischen Mai und Oktober. Die durchschnittliche Wurfgröße liegt bei 1 bis 4 (2) Jungtiere. Die Tragezeit, die Säugezeit sowie die Lebenserwartung sind nicht bekannt (Farias, 2004).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Bejagt wird der Tehuantepec-Hase im Verbreitungsgebiet nicht sehr stark, da die Art schwer zu fangen oder zu erlegen ist. Zudem wird von der einheimischen Bevölkerung eher das Fleisch der Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus) bevorzugt. Tehuantepec-Hasen gehören heute zu den stark gefährdeten Hasenarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als solches (EN, Endangered) geführt. Die größte Bedrohung ist die Vernichtung der natürlichen Lebensräume und die Reduktion der allgemeinen Lebensraumqualität. Die Bejagung spielt hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Gesamtpopulation wird auf kaum 1.000 Tiere geschätzt (Cervantes, 1993; IUCN, 2008).

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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