Teichfrosch

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Teichfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Echte Frösche (Ranidae)
Gattung: Echte Frösche (Rana)
Art: Teichfrosch
Wissenschaftlicher Name
Rana esculenta
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Teichfrosch (Rana esculenta), zählt innerhalb der Familie der Echten Frösche (Ranidae) zur Gattung der Echten Frösche (Rana). Der wissentschaftliche Namensteil "esculenta" läßt sich im Deutschen mit "essbar" übersetzen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Teichfrosch erreicht eine Körperlänge von acht bis zwölf Zentimeter. Weibchen werden dabei deutlich größer als Männchen. Bei dem Teichfrosch handelt es sich im engeren Sinne um einen Hybriden, der aus dem Seefrosch (Rana ridibunda) und dem Kleinen Teichfrosch (Rana lessonae) hervorgegangen ist. Unter Wissenschaftlern gilt der Artstatus demnach als umstritten. Dorsal weist der Teichfrosch meist eine grünliche bis bräunliche Färbung auf. Dabei zieht sich von der Schnauzenspitze bis hin zum Ende des Rückens eine helle Linie. Ansonsten ist der Rücken mit dunklen Flecken und Punkten versehen. Der Schnauzenbereich ist charakteristisch spitz zulaufend. Seitlich am Maul weist der Teichfrosch jeweils eine gräuliche Schallblase auf, mit denen er seine quakenden Laute produzieren kann. An den Hinterbeinen hat der Teichfrosch die typischen Fersenhöcker, die recht groß ausfallen können und ein wenig gewölbt sind.

Der Teichfrosch gilt als tag- und dämmerungsaktiver Teichbewohner. Seine jahreszeitliche Aktivitätsphase erstreckt sich von März bis in den Oktober. Zu den natürlichen Feinden gehören neben Raubfischen auch die einheimische Ringelnatter und große Vögel wie der Grau- und Fischreiher. Kaulquappen sind ein gefundenes Fressen von größeren Wasserinsekten und Fischen. Der Teichfrosch ist heute zwar noch nicht akut vom Aussterben bedroht, dennoch haben die Trockenlegung seiner Gewasser, die Wasserverschmutzung durch landwirtschaftliche Pestizide und der Besatz seiner Gewässer mit Raubfischen die Bestandszahlen deutlich sinken lassen.

Verbreitung

Der Teichfrosch ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht im Osten bis nach Rußland. Im Süden sind die Frösche bis in den Norden Italiens verbreitet. In Höhenlagen ist er auch bis in Höhen von 1.200 Metern anzutreffen. Der Teichfrosch kommt dabei sowohl in Süßgewässern als auch im Brackwasser vor. Er ist fast das ganze Jahr in seinem Gewässer anzutreffen. Zur Überwinterung begibt er sich allerdings an Land, wo er in Erdhöhlen oder unter dicken Laubschichten überwintert. Der Teichfrosch bevorzugt Weiher, Teiche und sogar kleinere Tümpel. An sonnigen Flachwasserbereichen ist er meist zwischen der Ufervegetation anzutreffen.

Nahrung

Der Teichfrosch ernährt sich räuberisch von Insekten, Schnecken und jungen Fröschen anderer Froscharten. Meist wird ein Beutetier durch einen gezielten Sprung an der Wasseroberfläche erbeutet. Die Larven ernähren sich anfangs überwiegend von pflanzlicher Nahrung, steigen später aber auch auf tierische Nahrung um.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Teichfrosch mit rund zwei bis drei Jahren. Naturnahe Teiche und Weiher werden als Laichgewässer bevorzugt. Die Paarungszeit liegt meist in den Monaten Mai und Juni. Wie bei allen aquatilen Fröschen üblich, so verpaart sich auch der Teichfrosch im Wasser. Dabei klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und umklammert sie mit seinen Vorderbeinen. Parallell mit der Eiablage durch das Weibchen gibt das Männchen sein Sperma ab. Das Weibchen setzt einzelne, mittelgroße Laichballen ab, die meist einige hundert Eier enthalten und an Wasserpflanzen geheftet werden. Insgesamt werden so zwischen 1.000 und 8.000 Eier abgelegt. Die Eier weisen eine bräunliche bis gelbliche Färbung auf und haben eine Länge von 1,5 Millimeter. Die geschlüpften Kaulquappen erreichen eine Endlänge von bis zu 70 Millimeter. Während ihrer Entwicklung durchlaufen sie in drei Monaten eine Metamorphose zum Jungfrosch. Zunächst wachsen die Beine und die Kiemen und der Schwanz bilden sich langsam zurück. Im Alter von rund vier Jahren sind die Jungfrösche ausgewachsen.

Galerie

Anhang

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert, Gisela Deckert, Günther E. Freytag: Urania Tierreich, 7 Bde., Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania, Freiburg (1991) ISBN 3332003763
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2

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