Teichrohrsänger

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Teichrohrsänger

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Grasmückenartige (Sylviidae)
Unterfamilie: Acrocephalinae
Gattung: Rohrsänger (Acrocephalus)
Art: Teichrohrsänger
Wissenschaftlicher Name
Acrocephalus scirpaceus
Hermann, 1804

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) zählt innerhalb der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) zur Gattung der Rohrsänger (Acrocephalus). Im Jahre 1989 wurde der Teichrohrsänger zum Vogel des Jahres erklärt.

==Aussehen== Der Teichrohrsänger ist ein typischer Schilfvogel. Er wird häufig mit dem Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) und dem Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) verwechselt. Die drei Arten lassen sich aber deutlich vom Gesang unterscheiden. Die Körperlänge des Teichrohrsängers liegt zwischen 13 und 15 Zentimeter. Die Flügelspannweite beträgt 18 bis 21 Zentimeter und das Gewicht 11 bis 15 Gramm. Das Männchen und das Weibchen ähneln sich im Aussehen. Das obere Gefieder ist insgesamt einheitlich hellbraun, nur bei den Jungvögeln ist das Gefieder oberhalb mehr rotbraun gefärbt. Die langen Schwungfedern sind mit hellen Rändern versehen, die allerdings nur undeutlich erkennbar sind. Der Bürzel ist etwas heller gefärbt als der Rücken. Der Teichrohrsänger besitzt einen langen gerundeten Schwanz, der mit hellen Unterschwanzdecken versehen ist. Die Schnabeloberseite weist eine graubraune Farbe auf, während die Unterseite des Schnabels etwas heller gefärbt ist. Der Schnabel selbst zeigt eine lange schlanke und spitze Form.

Es zeigt sich des weiteren ein dünner heller Augenring. Die Kehle ist von weißlicher Färbung. Die Beine sind dunkelbraun oder grau gefärbt. Sein mit Wiederholungen versehener metronomhafter Gesang (auch Taktell genannt) ist sehr kennzeichnend für den Teichrohrsänger, auch wenn er oft stark variiert, indem der Gesang dann rhyhtmisch klingt mit kurzen rauen und harten Elementen, aber auch Pfeiflauten, meist werden Silben dabei wiederholt. Der Alarmruf des Teichrohrsängers hört sich knarrend oder kurz an. Der Flug des Teichrohrsängers ist kurz und niedrig und er kann zwischen Rohrhalmen oder Zweigen flattern. Der Schwanz wird manchmal beim Abtauchen in die Deckung gefächert. Der Teichrohrsänger kann vertikale Halme umklammern und daran hochklettern. Die Lebenserwartung eines Teichrohrsängers kann bis zu fünf Jahre betragen.

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Teichrohrsänger

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Als Brutvogel und als Sommervogel ist der Teichrohrsänger weit verbreitet. Als Langstreckenzieher ist er in Mitteleuropa von April bis Oktober anzutreffen. Nordwärts bis Großbritannien und Südskandinavien. Das Winterquartier des Teichrohrsängers befindet sich südlich der Sahara, dabei legt er etwa 6.000 Kilometer zurück. Der Teichrohrsänger ist ein Nachtzieher und die Abreisezeit und Zugrichtung ist ihm angeboren.

Er hält sich in großen Schilfbeständen, insbesondere im Wasserschilf, aber auch an kleinen Gewässern und auch in Weiden am Ufer von Seen und Flüssen sowie an Teichen oder in Mooren auf. Auf dem Zug kann der Teichrohrsänger aber auch an unerwarteten Stellen auftauchen wie zum Beispiel in Hecken und Büschen. Er ist ein Durchzügler und hält sich mitunter auch anderswo auf.

Ernährung

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Der flinke Teichrohrsänger ernährt sich hauptsächlich von Spinnen, Weichtieren, Insekten und deren Larven, die auf Schlamm oder in feuchter dichter Vegetation vorkommen. Gelegentlich nimmt er auch Sämereien zu sich. Die Nahrung wird zumeist in den Pflanzen abgesucht und selten am Boden.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt bei dem Teichrohrsänger nach einem Jahr ein. Das Nest ist ein tiefer Napf und besteht aus Gras, Schilfblättern und Schilfrispen, das um mehrere senkrechte Schilfhalme in einer Höhe von 60 bis 80 Zentimeter über dem Wasser geflochten und befestigt wird. Die Hauptbrutzeit findet ab Ende Mai bis Mitte Juli statt. Das Weibchen legt drei bis fünf blaßgrüne Eier in das napfförmige Nest. Das Gelege wird abwechselnd von dem Weichen und dem Männchen elf bis vierzehn Tage lang gewärmt.
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Hin und wieder kommt es vor, dass in dem Nest sich auch Kuckuckseier befinden, die in der Färbung sehr den Eiern des Teichrohrsängers ähneln und von den beiden Altvögeln mit ausgebrütet werden. Ersatzgelege und Zweitbruten sind möglich. Nach einer Brutzeit von elf bis dreizehn Tagen schlüpfen die Jungvögel. Sie bleiben noch weitere zehn bis vierzehn Tage im Nest und werden von den Altvögeln gehudert. Innerhalb von neun bis dreizehn Tagen sind die Jungvögel flügge. Danach werden sie noch weitere zwei Wochen geführt. Der Bruterfolg liegt im Durchschnitt bei drei bis vier flüggen Jungvögeln pro Brutpaar und Jahr. Der Teichrohrsänger kann ein Alter von bis zu fünf Jahren erreichen. Aufgrund der Trockenlegung von Sümpfen, Mooren und anderen Bereichen ist der Bestand des Teichrohrsängers stark zurückgegangen. Er wird aber in der Roten Liste der IUCN als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

Links

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