Tenasserim-Muntjak

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Tenasserim-Muntjak

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Muntjaks (Muntiacinae)
Gattung: Muntiacus
Art: Tenasserim-Muntjak
Wissenschaftlicher Name
Muntiacus feae
(Thomas & Doria, 1889)

IUCN-Status
Data Deficient (DD)

Der Tenasserim-Muntjak (Muntiacus feae) zählt innerhalb der Familie der Hirsche (Cervidae) zur Gattung Muntiacus. Im Englischen wird der Tenasserim-Muntjak Fea's Muntjac genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Tenasserim-Muntjak ähnelt in der Größe dem Indischen Muntjak (Muntiacus muntjak) und erreicht eine Schulterhöhe von gut 57 cm und ein Gewicht von bis zu 22 kg. Männchen bleiben etwa 7 cm kleiner als Weibchen. Das Fell ist bräunlich gefärbt, wobei sich helle Streifen dorsal und an den Beinen zeigen. Im Scheitelbereich ist ein gelblichbraun gefärbter Haarschopf zu erkennen. Der relativ lange Schwanz ist gesäumt mit weißlichen Haaren. Männchen verfügen über kleine Hörner, die eine Länge von etwa 6 cm erreichen. Das Geweih wird in jeder Brunft abgestoßen. Es löst sich als tote Knochensubstanz von den Rosenstöcken ab und wird jedes Jahr ersetzt. Männchen verfügen über verlängerte Eckzähne, die eine Länge von 1 bis 2 cm erreichen. Das Geweih und die langen Eckzähne im Oberkiefer dienen den Männchen der Verteidigung und den Revierkämpfen (Nowak, 1999).

Lebensweise

Tenasserim-Muntjaks sind nachtaktive Einzelgänger. Die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Die Männchen sind ausgesprochen verschwiegen und territorial. Die Reviere der Männchen überlappen sich mit denen einiger Weibchen. Die Reviere der Weibchen sind deutlich kleiner als die der Männchen. Die Reviermarkierung erfolgt mit einem Sekret aus Drüsen im Gesichtsfeld. Dabei werden einzelne Äste oder Halme markiert. Gegenüber Rivalen wird ein Männchen sein Revier vehement verteidigen. Mit den Hörnern und den spitzen Eckzähnen teilen die Kontrahenten schmerzhafte Hiebe aus. Bei Gefahr geben die Tiere bellende Laute von sich. Dies dient auch der Reviermarkierung (Nowak, 1999).

Verbreitung

Der Tenasserim-Muntjak ist in Myanmar und Thailand verbreitet. In Thailand leben vor allem im Kuiburi National Park größere Populationen. Besiedelt werden immergrüne, offene Wälder in Höhenlagen und in den Niederungen. Auch Auwälder werden aufgesucht. Trockene Laubwälder werden jedoch bevorzugt besiedelt. In Höhenlagen treten Tenasserim-Muntjaks bis in Höhen von etwa 1.000 über NN. in Erscheinung. (IUCN, 2011).

Biozönose

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Tenasserim-Muntjaks zählen insbesondere Raubtiere (Carnivora) wie der Tiger (Panthera tigris), der Rothund (Cuon alpinus), der Leopard (Panthera pardus) und verwilderte Haushunde (Canis lupus familiaris). Aber auch große Schlangen (Serpentes) wie Pythons (Python) stellen den Tieren nach. Jungtiere werden gelegentlich auch von Wildschweinen (Sus scrofa) getötet. Der größte Feind der Tenasserim-Muntjaks ist jedoch der Mensch, der die Tiere wegen des Fleisches jagt (Nowak, 1999).

Ernährung

Tenasserim-Muntjaks sind generalistische Allesfresser. Die Tiere ernähren sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Kost. Weit oben auf der Speisekarte stehen Blätter, Wurzeln und Knollen, Kräuter, Pilze, Rinde, Früchte und tierische Kost wie junge Vögel (Aves) und kleinere Säugetiere (Mammalia) sowie Eier. Es wird jedoch hauptsächlich pfanzliche Kost gefressen. Die Nahrungssuche- und aufnahme erfolgen in der Nacht (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Tenasserim-Muntjaks erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. In den tropischen Regionen des Verbreitungsgebietes erstreckt sich die Paarungszeit über das ganze Jahr. Die Hauptpaarungszeit erstreckt sich jedoch über den Winter. In einer Saison kommt es lediglich zu einem Wurf. Die Geschlechter leben einzelgängerisch und treffen sich nur zur Paarungszeit. Die Reviere der Geschlechter überlappen sich dabei. Unter den Männchen kommt es häufig zu heftigen Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit einem Weibchen. Ein siegreiches Männchen erhält das Recht auf Paarung mit einem Weibchen. Am Ende der Kopulation trennen sich die Geschlechter wieder, das Männchen hat mit der Aufzucht des Nachwuchses daher nichts zu tun. Das Paarungsverhalten kann daher als polygam bezeichnet werden. Nach einer Tragezeit von etwa 240 Tagen bringt das Weibchen an einer geschützten Stelle meist 1 Jungtier zur Welt. Zwillingsgeburten sind eher selten. Ein Jungtier kann bereits kurz nach der Geburt stehen und gegen Ende der ersten Lebenswoche der Mutter folgen. In der ersten Lebenswoche bleibt das Jungtier im Unterholz verborgen, die Mutter kommt nur zum Säugen vorbei. Die Säugezeit erstreckt sich meist über 2 Monate. Mit 6 Monaten verlassen die Jungtiere ihre Mütter und sind selbständig. Die Lebenserwartung in Freiheit ist unbekannt, in Gefangenschaft ist ein Alter von bis zu 12 Jahren möglich (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Über den Gefährdungsgrad der Art ist nur wenig bekannt. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie DD, Data Deficient geführt. Zu den größten Gefahren gehört die Bejagung durch den Menschen, insbesondere im nördlichen Myanmar. Wahrscheinlich wirkt sich auch die Vernichtung und Fragmentierung der natürlichen Lebensräume negativ auf die Bestände aus. Letzte Rückzugspunkte bieten lediglich die wenigen Nationlparks und Schutzgebiete (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Hirsche (Cervidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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