Tetragnatha laboriosa

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Tetragnatha laboriosa

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Dickkieferspinnen (Tetragnathidae)
Gattung: Streckerspinnen (Tetragnatha)
Art: Tetragnatha laboriosa
Wissenschaftlicher Name
Tetragnatha laboriosa
Hentz, 1850

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:014225]

Die Spinnenart Tetragnatha laboriosa gehört innerhalb der Familie der Dickkieferspinnen (Tetragnathidae) zur Gattung der Streckerspinnen (Tetragnatha). Im Englischen wird die Art Silver Longjawed Orbweaver genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Tetragnatha laboriosa erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 bis 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 7 Millimeter. Die Spinne ist relativ leicht durch ihre großen, mächtigen Cheliceren, vor allem beim Männchen, zu identifizieren. Der Carapax (Kopf-Brust-Schild) bei dem Männchen ist dunkelgelb oder hellorange, manchmal zeigt sich verschwommen ein sternförmiges dunkles Band. Die Oberfläche des langen schlanken Opisthosoma sowie die Seiten glänzen silbrig. Des Weiteren zeigt sich ein sternförmiges dunkles Längsband flankiert durch ein silberfarbenes Band. Das Weibchen ist ähnlich gefärbt wie das Männchen. Die Beine weisen eine gelbe Färbung auf und an jedem Tarsus befinden sich drei Klauen. Von den Beinen sind die Paare ein, zwei und vier stark verlängert, das dritte Beinpaar ist deutlich kürzer. In der Ruhehaltung auf einem Zweig oder Grashalm werden die beiden vorderen Beinpaare gerade nach vorn, das hintere nach hinten ausgestreckt. Das dritte Paar umgreift die Unterlage. Auf diese Weise ist die Spinne in der Vegetation ausgezeichnet getarnt. Die vorderen und hinteren Seitenaugen sind getrennt.

Lebensweise

Tetragnatha laboriosa zählt zu den radnetzbauenden Spinnen, allerdings läßt die Spinne die Nabe im Radnetz offen, die Hilfsspirale wird nicht ersetzt. Das schräggestellte Radnetz besteht aus wenigen Speichen und wenigen Spiralumgängen sowie ohne Signalfäden. Bei Gefahr streckt die Spinne ihre beiden vorderen, langen Beinpaare dicht aneinandergelegt nach vorn, das letzte Beinpaar in gleicher Weise nach hinten, so dass das Tier eine stabförmige Form annimmt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Tetragnatha laboriosa erstreckt sich von Alaska bis Neufundland und südlich bis nach Kalifornien, Florida und Panama. Die Spinne besiedelt verschiedene Lebensräume wie Felder, Straßenränder, Obstplantagen, Wiesen, Auen und gelegentlich hält sich die Spinne auch in Ufernähe sowie in Sumpfgebieten auf. Des Weiteren trifft man die Spinne, vor allem in Colorado, auch in Höhen von etwa 3.000 Metern an.

Ernährung

Tetragnatha laboriosa ist eine Lauerjägerin. Hat sich ein Beutetier im Netz verfangen, so wird die Spinne durch die Schwingungen des Netzes auf die Beute aufmerksam gemacht. Je größer die Schwingungen, desto größer die Beute. Vorsichtig läuft die Spinne die Speichenfäden entlang bis zum Opfer, immer darauf achtend, nicht selbst an den Klebfäden hängenzubleiben. Kleine Beutetiere werden zuerst durch einen Biß gelähmt und dann mit Spinnfäden zu einem Päckchen verschnürt, größere Beute wird zuerst verschnürt und dann gebissen. Das Nahrungspaket wird aus dem Netz herausgebissen, an einem Seidenfaden befestigt und zur Nabe oder in den Schlupfwinkel gezogen, um hier in Ruhe ausgesaugt zu werden. Von der Mahlzeit bleibt meist nur ein kleines dunkles Klümpchen übrig, das die Spinne aus dem Netz wirft. Das Netz muß ständig ausgebessert und erneuert werden, da das Netz durch Beutetiere, hineinfallende Blätter und Zweige sowie durch starken Wind beschädigt wird. Auch läßt die Klebfähigkeit der Fangspirale nach einiger Zeit nach.

Fortpflanzung

Bevor das Männchen auf Partnersuche geht, füllt das Männchen zunächst seine Bulbi mit Sperma. Hierzu webt das Männchen ein besonderes Spermanetz, auf das ein Spermatropfen abgesetzt und dann mit den Palpen aufgenommen wird. Meistens stellt das Spermanetz ein kleines, dreieckiges Gespinst (2 bis 4 Quadratmillimeter) dar, das horizontal aufgespannt wird. Der Hinterleib wird gegen die Gespinstkante der Dreiecksfläche gepreßt und heftig auf- und abbewegt, bis ein Spermatropfen aus der Geschlechtsöffnung tritt. Daraufhin begibt sich das Männchen auf die Netzunterseite und greift abwechselnd mit den Palpen um die Gespinstkante herum, so dass die Bulbi jeweils in den Spermatropfen eintauchen. Wahrscheinlich geschieht die Spermaaufnahme durch die Kapillarkräfte, denn meist speichelt das Männchen die Palpenspitzen zuvor ein.

Das Männchen trägt nicht nur lange Zähne entlang des Klauenfurchenrandes, also entlang der rinnenförmigen Vertiefung, in die die Giftklaue eingeklappt wird, sondern meist zusätzlich noch weitere Fortsätze an der Außenseite. Diese oft recht langen Fortsätze haben eine besondere Funktion beim Paarungsverhalten. Bei der Paarung ergreift das Männchen mit seinen Cheliceren die des Weibchens und klemmt mit den Fortsätzen dessen Giftklauen ein, so dass ihm diese nicht gefährlich werden können. Ein recht eigenartiges Merkmal ist das Fehlen einer typischen Epigyne bei dem Weibchen. Auch der männliche Tasterbulbus zeigt einen verhältnismäßig einfachen Bau. Das Weibchen legt die Eier in einen Kokon ab, den sie mit ihrer Seide webt und an Pflanzenteilen befestigt. Bis zum Schlupf der Jungspinnen wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen beschützt. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungspinnen nach rund 100 Tagen.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Tetragnatha laboriosa - Männchen
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Tetragnatha laboriosa - Männchen

Update 27. Mai 2008 <1>


Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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