Teufelsblume

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Teufelsblume

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schabenverwandte (Dictyoptera)
Unterordnung: Fangheuschrecken (Mantodea)
Familie: Empusidae
Unterfamilie: Blepharodinae
Tribus: Idolomantini
Gattung: Idolomantis
Art: Teufelsblume
Wissenschaftlicher Name
Idolomantis diabolica
Saussure, 1869

Die Teufelsblume (Idolomantis diabolica, Synonym: Idolomantis diabolicum) zählt innerhalb der Familie Empusidae zur Gattung Idolomantis. Im Englischen heißt diese Art Devils Flower Mantis. Das erste Mal wissenschaftlich beschrieben wurde die Teufelsblume von Henri Louis Frédéric de Saussure im Jahre 1869.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Teufelsblume ist eine mittelgroße Fangheuschrecke und erreicht als Imago eine Körperlänge von 8 bis 10 Zentimeter sowie eine Flügelspannweite von bis zu 16 Zentimeter. Im Ruhezustand reichen die Flügel bis zum Ende des Abdomens. Die Geschlechter sind leicht voneinander zu unterscheiden. Beim Männchen ist der Körper in acht Segmente unterteilt. Beim Weichen zeigt sich nur eine Segmentierung in sechs bis sieben Segmente. Die Fühler der Männchen sind blattartig verbreitert, während die Fühler der Weibchen eine fadenartige Form aufweisen. Die punktförmigen Lichtsinnesorgane (Ocellus, Punktaugen) sind ausgesprochen groß und gefärbt. Dies ist ein Indiz für einen sehr guten entwickelten Sehsinn. Als Imago sind der Körper und die Extremitäten grün gefärbt. Dies ermöglicht im Geäst der Bäume eine vorzügliche Tarnung. Die Larven in den ersten Häutungsstadien weisen eine bräunliche bis schwarzbraune Färbung auf. Wie alle Fangheuschrecken, so verfügt die Teufelsblume auch über kräftige Fangbeine. Ein Fangbein besteht aus der Tibia, also dem Unterschenkel, sowie dem Femur (Oberschenkel). Im Bereich des unteren Femurs zeichnen sich blattartige Gebilde ab. Dies ist ein Teil der Tarnung. Die Fangbeine ähneln in Schreckstellung einer Blume. Diese Eigenschaft war für die Art namensgebend. Sowohl Femur als auch Tibia sind an den Innenseiten mit spitzen Dornen besetzt. Die Endklaue weist keine Bedornung auf. Im Ruhezustand sind die Fangbeine wie ein Klappmesser zusammengeklappt und können beim Fang von Beutetieren binnen einem Bruchteil einer Sekunden ausgeklappt werden.

Verbreitung

Die Teufelsblume kommt im tropischen Ost- und Südostafrika vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich insbesondere über Kenia, Äthiopien, Somalia, Uganda, Malawi und Tansania. Trotz des großen Verbreitungsgebietes sind Teufelsblumen nicht häufig anzutreffen. Die Teufelsblume bewohnt in den tropischen Regenwäldern die unteren und mittleren Kraut- und Laubschichten. Das Klima weist hier Temperaturen von 25 bis 35 Grad Celsius sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit auf.

Ernährung

Teufelsblumen sind tagaktive Lauerjäger, die ausgesprochen räuberisch leben. Die Jagd erfolgt von einer Ansitzwarte aus. Zu den bevorzugten Beutetieren gehören ausschließlich Geflügelte Insekten. Nähert sich ein Beutetier, so wird es mit den Fangbeinen gepackt. Abgesehen von der schnellen Bewegungen mit den Fangbeinen bewegen sich Teufelsbnlumen nur wenig.

Fortpflanzung

Teufelsblume
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Teufelsblume

Die Geschlechtsreife tritt mit der finalen Häutung auf. Dies ist nach der achten Häutung der Fall. Die Paarungszeit erstreckt sich wahrscheinlich über die Regenzeit. Teufelsblumen leben im adulten Stadium einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen sich nur kurz während der Paarungszeit. Vor der eigentlichen Eiablage produziert das Weibchen eine Oothek. Das Weibchen legt ihre Eier in diese Oothek (Eiballen, Eipaket) ab. Die Oothek weist eine schaumartige Konsistenz sowie eine weißliche bis cremefarbene Färbung auf. Die Form der Oothek ist leicht oval. Die geschlüpften Larven, insbesondere in den ersten Häutungsstadien sind schwarzbraun bis braun gefärbt. Mit zunehmenden Larvenstadium hellt sich die Körperfärbung deutlich auf. Das Larvenstadium erstreckt sich über acht Häutungsstadien. Die achte Häutung stellt gleichzeitig die Reifehäutung dar. Die Lebenserwartung erstreckt sich ab der Reifehäutung über sechs bis acht Monate, insgesamt beträgt die Lebensdauer vom Schlupf weggerechnet etwa ein Jahr.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bischoff, Ingrid: PraxisRatgeber: Mantiden: Faszinierende Lauerjäger. Chimaira, 2007 ISBN 3930612453

Links

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