Teufelssturmvogel

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Teufelssturmvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Hakensturmtaucher (Pterodroma)
Art: Teufelssturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Pterodroma hasitata
(Kuhl, 1820)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Teufelssturmvogel (Pterodroma hasitata) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung der Hakensturmtaucher (Pterodroma). Im Englischen wird der Teufelssturmvogel black-capped petrel genannt. Dieses Taxon wurde in zwei Spezies gesplittet: Pterodroma hasitata und Pterodroma caribbaea. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Teufelssturmvogel erreicht eine Körperlänge von etwa 36,0 bis 45,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 89,0 Zentiemter. Der Rücken weist eine graue bis dunkelbraune Färbung auf. Die Stirn und der Hals sind von einer weißen Tönung. Der Nacken ist ebenfalls weiß gefärbt. Am Rumpf und an der Schwanzbsis zeigt sich ein breites weißes V. Die Unterseite weist eine weiße Färbung auf mit Ausnahme der dunkel getönten Flügelränder und der Schwanzspitze. Die Kappe ist überwiegend schwarz gefärbt und diese Färbung zieht sich bis zum Auge hin. Der Schnabel weist eine schwarze Färbung auf und zwischen dem Schnabel und der schwarzen Kappe zeigt sich ein weißer Streifen.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Teufelssturmvogel in der Dominikanischen Republik ab Dezember. Der Teufelssturmvogel ist ein Kolonienbrüter und die Nistplätze befinden sich meist in Klippenhöhlen, oft innerhalb eines Bergwaldes in einer Höhe von 1.500 bis 2.000 Metern. Die Brutvögel legen große Entfernungen von den Brut- bis zu den Nahrungsplätzen zurück. Der Teufelssturmvogel ist vor allem nacht- und dämmerungsaktiv und ernährt sich von Fischen und Tintenfischen.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Teufelssturmvogel jetzt in Haiti und in der Dominikanischen Republik. Es gibt schätzungweise 1.000 Brutpaare, die meisten halten sich in den Gebirgszügen Massifs de la Selle und de la Hotte im Süden von Haiti auf. Aber Aufzeichnungen ergaben, dass mehr als 5.000 Individuen sich nahe der See aufhalten. Die Fläche des geeigneten Lebensraums im Pic Macaya National Park von Massif de la Hotte wírd auf etwa 5 km2 geschätzt. Ähnliche Lebensbedingungen herrschen auch im Nationalpark La Visite von Massif de la Selle. Die Mehrheit der Kolonien befinden sich innerhalb von 10 Kilometer und erstrecken sich bis zur Nordseite des Grates.
Teufelssturmvogel im Flug
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Teufelssturmvogel im Flug
Zwei weitere Kolonien befinden weiter östlich. Einige Vögel wurden kürzlich auf Dominica und in den angrenzenden Küstengewässern nachgewiesen, was darauf hindeutet, dass es möglichweise auch Brutplätze gibt. Des Weiteren brüten auch einige Vögel auf Kuba in der Sierra Maestra Region. Die im 19 Jahrh. noch zahlreiche Population auf Gouadeloupe gilt als ausgestorben. Ferner brüteten die Vögel auf Martinique (zu Frankreich gehörend). Die Vögel überqueren die Karibik und den Atlantik und verteilen sich vom Nordosten der USA bis zum Nordosten Brasiliens. Außerdem gab es vier Sichtungen in europäischen Gewässern.

Ernährung

Teufelssturmvögel ernähren sich vorzugsweise von Fischen (Osteichthyes) in passender Größe. Es werden insbesondere Tiefsee-Beilfische (Sternoptychidae) und Laternenfische (Myctophidae) bevorzugt gefressen. Zu einem kleinen Teil stehen aber auch Weichtiere (Mollusca) wie Kalmare (Teuthida) auf der Speisekarte. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen vorzugsweise in der Nacht, entweder einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen. Nicht selten schließen sich Teufelssturmvögel auf der Nahrungssuche anderen Seevögeln an. Ist ein Beutetier gesichtet, so stürzt sich der Teufelssturmvogel ins Wasser und taucht im Folgenden nach der Beute. Nicht selten werden Beutetiere unmittelbar an der Wasseroberfläche gejagt.

Fortpflanzung

Der Teufelssturmvogel lebt in einer monogamen Einehe, die nicht selten über mehrere Jahre hält. Außerhalb der Paarungszeit gehen die Geschlechter jedoch getrennte Wege. Ab Dezember brütet der Teufelssturmvogel in der Dominikanischen Republik. Der Teufelssturmvogel ist ein Kolonienbrüter und die Nistplätze befinden sich meist in Klippenhöhlen, oft innerhalb eines Bergwaldes in einer Höhe von 1.500 bis 2.000 Metern. Die Brutvögel legen große Entfernungen von den Brut- bis zu den Nahrungsplätzen zurück. Am Nestbau sind beide Geschlechter beteiligt. Geht ein Gelege verloren, so kommt es zu keinem Nachgelege. Das Weibchen legt ein einziges Ei, das über einen Zeitraum von gut 50 Tagen von beiden Elternteilen bebrütet wird. Auch um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile. Verfüttert wird hochgewürgte und vorverdaute Nahrung. Nach dem Schlupf weist das Küken nur eine spärliche Befiederung auf. Im Alter von 80 bis 85 Tagen erlangt der Jungvogel die Flugfähigkeit.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN wird die Art als stark gefährdet eingestuft, weil sie eine sehr kleine, fragmentierte und rückläufige Population sowie Brutgebiete aufweist. In einigen Gebieten wurde die Art wahrscheinlich schon ausgerottet als Folge des Verlustes von Lebensraum durch Abholzung. Weitere Bedrohungen für die Art sind die Jagd und die invasiven Prädatoren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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