Texas-Gopherschildkröte

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Texas-Gopherschildkröte

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
Gattung: Gopherschildkröten (Gopherus)
Art: Texas-Gopherschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Gopherus berlandieri
Agassiz, 1857

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Texas-Gopherschildkröte (Gopherus berlandieri) zählt innerhalb der Familie der Landschildkröten (Testudinidae) zur Gattung der Gopherschildkröten (Gopherus). Im Englischen wird diese Landschildkröte Texas Tortoise oder Berlandier's Tortoise genannt.

Der wissenschaftliche Name wurde zu Ehren des französischen Naturforschers Jean Louis Berlandier vergeben. Texas-Gopherschildkröten gehören zu einer sehr alten Tiergruppe. Die ältesten Fossilien stammen aus dem mittleren Miozän und weisen somit ein Alter von rund 10 Millionen Jahren auf. Der Großteil der Funde stammt jedoch aus dem Pliozön, einer Epoche des Neogen, die vor etwa 5 Millionen Jahren begann.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Texas-Gopherschildkröte erreicht eine Carapaxlänge von etwa 13 bis 22 Zentimeter. Männchen bleiben kleiner und leichter als Weibchen. Der deutlich gewölbte Carapax ist leicht oval, wobei er hinten etwas breiter erscheint. Die Ventebral- und die Pleuralschilde weisen auf jeweils einen hellen, meist gelbliche Fleck auf, der mit zunehmendem Alter verblasst. Die Marginalschilde zeigen hingegen keine Fleckung. Am deutlichsten sind die Flecken bei Schlüpflingen zu erkennen. Der Carapax und die Beschuppung des Kopfes sowie der Extremitäten weisen eine schwarzbraune bis schwarze Färbung auf. Der Plastron ist gelblich gefärbt und weist im wesentlichen keine Muster auf. Beim Männchen ist er leicht konkav geformt. Der Kopf ist keilförmig spitz zulaufend, die Augen weisen eine bräunliche Färbung auf. Die kräftig gebauten Extremitäten enden in kräftige Krallen, die sehr gut zum Graben geeignet sind.

Lebensweise

Die aktive Phase der Texas-Gopherschildkröten beginnt im Frühjahr nach der Winterruhe. Je nach Jahreszeit legen die Tiere dabei ein tag- oder nachtaktives Verhalten an den Tag. Im Hochsommer sind sie zumeist in der Nacht aktiv. Die Ruhephasen sowie die Winterruhe wird in selbstgegrabenen Erdbauten abgehalten. Diese Erdbauten werden zumeist über mehrere Jahre genutzt. Größere Erdbauten werden regelmäßig von mehreren Schildkröten bewohnt. Eine enge soziale Bindung kommt dabei jedoch nicht auf.

Verbreitung

Texas-Gopherschildkröten kommen im südlichen und zentralen Texas, USA und im nordöstlichen Mexiko vor. In Mexiko werden vor allem die Bundesstaaten Nuevo León, Coahuila und Tamaulipas besiedelt. Zu den natürlichen Lebensräumen gehört vor allem Busch- und Grasland. Je nach Verbreitungsgebiet werden jedoch auch lichte Laubwälder, Halbwüsten und die Ränder von reinen Wüsten besiedelt. In Höhenlagen wird Hügelland bis in Höhen von gut 1.000 Meter über NN besiedelt.

Prädatoren

Erwachsene Texas-Gopherschildkröten können im Grunde nur vom Puma (Puma concolor)erlegt werden. Andere räuberisch lebende Säugetiere haben es auf Jungtiere oder die Eier abgesehen. Dazu gehören beispielsweise Kitfüchse (Vulpes velox), Kojoten (Canis latrans), Graufüchse (Urocyon cinereoargenteus), Rotluchse (Lynx rufus), Silberdachse (Taxidea taxus), Steinadlern (Aquila chrysaetos), Kolkraben (Corvus corax), Wegekuckucks (Geococcyx californianus) und Gila-Krustenechsen (Heloderma suspectum).

Ernährung

Texas-Gopherschildkröten ernähren sich fast ausschließlich vegetarisch. Dazu gehören saftige Gräser und Kräuter, Blätter, Blüten sowie Früchte und Kakteen wie Opuntien (Opuntia). Ist Trinkwasser vorhanden, so trinken die Tiere durchaus täglich, ansonsten können sie auch darauf verzichten, da der Wasserbedarf auch über die Nahrung gedeckt werden kann.

Fortpflanzung

Die Texas-Gopherschildkröte erreicht die Geschlechtsreife durchschnittlich mit 15 Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich für gewöhnlich über den späten Sommer oder den Herbst. Während dieser Zeit kommt es unter den Männchen zu heftigen Gefechten um das Paarungsrecht mit den Weibchen. Sie versuchen dabei einen Kontrahenten auf den Rücken zu drehen. Bei der Umwerbung geht es ähnlich ruppig zu. Das Männchen stößt ein Weibchen in die Seite oder teilt den einen oder anderen Biss aus. Wie bei allen Schildkröten, so erfolgt die Paarung durch aufreiten. Das Aufreiten wird durch den konkav geformten Plastron des Männchens erleichtert. Die Eiablage erfolgt in der Regel erst im kommenden Frühjahr. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Samenzellen vom Weibchen zwischengespeichert. Kurz vor der Eiablge gräbt das Weibchen in lockerem Erdboden eine Grube, in die sie drei bis acht, selten auch mehr Eier legt. Nach erfolgter Eiablage wird die Grube sorgsam verschlossen. Eine Brutpflege wird nicht betrieben. In Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach etwa 90 bis 120 Tagen. Sie weisen eine Carapaxlänge von etwa 3,8 Zentimeter auf und sind gleich nach dem Schlupf auf sich alleine gestellt. Sie sind den Fleischfressern schutzlos ausgeliefert und können nur ihrer Tarnung vertrauen. Die Jungtiere sind schwarzbraun bis schwarz gefärbt und weisen auf den dorsalen Schilden gelbliche Flecken auf. Diese Flecken verblassen mit zunehmendem Alter. Eine Texas-Gopherschildkröte kann ein Alter von etwa 60 Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Fritz J. Obst: Die Welt der Schildkröten. Müller Rüschlikon, Auflage 2, (1988). ISBN 3275008552

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