Texas-Kängururatte

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Texas-Kängururatte
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Dipodomyini
Gattung: Dipodomys
Art: Texas-Kängururatte
Wissenschaftlicher Name
Dipodomys elator
Merriam, 1894

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Die Texas-Kängururatte (Dipodomys elator) zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung Dipodomys. Im Englischen wird die Art Texas Kangaroo Rat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind keine bekannt. Der Gattungsname stammt aus dem Griechischem und bedeutet di = "zwei", podos = "Fuß" und myos = "Maus". Grund für diesen Gattungsnamen ist die bipedale Fortbewegungsmethode. Der Artname elator kommt aus dem griechichem und bezieht sich auf die springenden Eigenschaften (Carter et al., 1985; Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Texas-Kängururatte erreicht eine Gesamtlänge von 260 bis 345 mm, eine Schwanzlänge von 161 bis 205 mm, eine Hinterfußlänge von 42 bis 49 mm, eine Ohrlänge von 10 bis 16 mm, eine Schädellänge von ca. 37,2 mm sowie ein Gewicht von 65 bis 90 g. Das Fell ist dorsal hellbraun gefärbt, wobei die Haarspitzen schwärzlich sein können. Ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Die Nase ist schwarz. Das Bacculum erreicht eine Länge von 12,12 bis 14,02 mm. Der dorsoventrale Durchmesser an der Basis des Bacculum beträgt 1,31 bis 1,75 mm, in der Mitte einen Durchmesser von 0,61 bis 0,76 mm. Das Gebiss weist 20 Zähne auf, die medizinische Gebissformel lautet i1/1, c0/0, p1/1, m3/3 (Carter et al., 1985).

Lebensweise

Texas-Kängururatten sind überwiegend nachtaktiv und verbringen einen Großteil des Tages in ihren Erdbauten. Die Erdbauten der Tiere befinden sich ausschließlich in der Erde aus Ton-Lehm-Mischung, seltener in sandigen Böden. Kurze Gräser kennzeichnen den Lebensraum der Tiere. Ein Bausystem erstreckt sich über eine durchschnittliche Länge von gut 2,5 m, die Tunnel verlaufen in einer Tiefe von etwea 45 cm und weisen einen Durchmesser von 5 bis 12,5 cm auf. Ein Bau verfügt über Vorratskammern und in der Regel über eine einzelne Nistkammer und ist gepolstert mit kurzen, weichen Grasteilen. Typisch für die Art sind Staubbäder. Dies erleichtert das Säubern des Felles und das Setzen von territorialen Duftmarken. Die täglichen Aktivitäten beginnen 2 bis 3 Stunden nach Sonnenuntergang (Carter et al., 1985).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in den US-Bundesstaaten Oklahoma und Texas endemisch. Die Vorkommen leben in einem kleinen Bereich im zentralen bis nördlichen Texas sowie in den angrenzenden Regionen von Oklahoma. Beliebter Lebsnsraum sind insbesondere kurzgrasige offene Flächen. Die Erde weist üblicherweise einen hohen Tongehalt auf. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere zählen beispielsweise Honig-Mesquite (Prosopis glandulosa) (Carter et al., 1985).

Biozönose

Sympatrie

Im Lebensraum der Texas-Kängururatten treten sympathrisch andere kleine Säugetiere wie Virginia-Opossums (Didelphis virginiana), die Nordamerikanische Kleinohrspitzmaus (Cryptotis parva), das Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus), Eselhasen (Lepus californicus), Dreizehnstreifenziesel (Spermophilus tridecemlineatus), Flachland-Taschenratten (Geomys bursarius), Seiden-Taschenmäuse (Perognathus flavus), Amerikanische Erntemäuse (Reithrodontomys) wie Reithrodontomys montanus, die Weißfußmaus (Peromyscus leucopus), Hirschmäuse (Peromyscus maniculatus), Baumwollratten (Sigmodon hispidus), die Hausmaus (Mus musculus) und das Neunbinden-Gürteltier (Dasypus novemcinctus) auf (Carter et al., 1985).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Art zählen der Streifenskunk (Mephitis mephitis), der Silberdachs (Taxidea taxus), der Kojote (Canis latrans) sowie der Nordamerikanische Waschbär (Procyon lotor) (Carter et al., 1985).

Ernährung

Zu den beliebten Futterpflanzen zählen Saat-Hafer (Avena sativa) und Sorghumhirsen (Sorghum) sowie in kleineren Mengen Gewöhnlicher Reiherschnabel (Erodium cicutarium), Opuntien (Opuntia), Aphanostephus sp. und Prosopissp.. Zu einem kleinen Teil werden auch Insekten (Insecta) gefressen. Für Dürreperioden legen die Tiere in ihren Erdbauten Nahrungsvorräte an (Carter et al., 1985).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten der Art ist nur wenig bekannt. Die Jungen sind bei der Geburt nackt und blind. Nestfunde belegen eine Paarungszeit von Januar bis in den September hinein (Carter et al., 1985).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Texas-Kängururatte gehört heute zu den bedrohten Arten und wird in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie VU, Vulnerabe, geführt. Zu den größten Problemen gehört das kleine Verbreitungsgebiet in Verbindung mit einem stark frequentierten Lebensraum. Eine Bedrohung geht auch von der massiven Bewirtschaftung der freien Flächen durch die Vieh- und Weidewirtschaft aus (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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