Texas-Klapperschlange

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Texas-Klapperschlange

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Gattung: Klapperschlangen (Crotalus)
Art: Texas-Klapperschlange
Wissenschaftlicher Name
Crotalus atrox
Baird & Girard, 1853

Die Texas-Klapperschlange (Crotalus atrox) gehört innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae) zur Gattung der Klapperschlangen (Crotalus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Die Texas-Klapperschlange erreicht eine durchschnittliche Größe von 140 bis 160 Zentimeter. Das Gewicht liegt bei fünf bis sieben Kilogramm. Einzelne Exemplare sollten auch eine Länge von bis zu 180 Zentimeter erreichen können. Der Körper wirkt überaus gedrungen und massig. Der Schwanz ist recht kurz. Der leicht dreieckige Kopf ist breit und flach, er setzt sich deutlich vom Hals ab. Das Schuppenkleid ist meist gelblichbraun bis graubraun gefärbt. Jedoch kann diese Färbung je nach Verbreitungsgebiet leicht variieren. Die Hautschuppen sind stark gekielt. Im Bereich des Schwanzes ist eine deutlich sichtbare schwarz-weiße Ringelung zu sehen. Der Körper ist mit diamantartigen Formen überzogen, die eine braune, schwarze und weißliche Zeichnung aufweisen. Die Zeichnung nimmt lateral ab und ist ventral völlig verschwunden. Die Bauchseite ist weißlich bis cremefarben gefärbt. Über den Augen sind kleine Augenschilde zu erkennen. Seitlich am Kopf verlaufen je eine weißliche Linie hinter und vor dem Auge schräg nach hinten. Die Pupillen der Augen sind senkrecht geschlitzt. Am Körperende befindet sich eine Rassel, die bei jeder Häutung um ein Glied anwächst. Bei Gefahr bewegt die Texas-Klapperschlange ihren Schwanz und es tritt das arttypische Rasseln zu Tage.

Wie alle Grubenottern besitzen Texas-Klapperschlangen ein sogenanntes Grubenorgan, mit dessen Hilfe sie warmblütige Beutetiere aufspüren können. Das Grubenorgan befindet sich im Kopfbereich im oberen Kiefer, wenige Millimeter über der Mundöffnung und weist eine Tiefe von vier bis fünf Millimeter auf. Das Innere des Grubenorgans ist durch eine Membrane geschützt. Mit dem Organ kann die Texas-Klapperschlange selbst geringfügigste Temperaturunterschiede wahrnehmen. Das Gift dieser Schlangenart ist hoch giftig und enthält verschiedene Toxine - zum einen ein Neurotoxin, welches die Herz- und Lungenfunktion unterdrückt und zum anderen ein Hämotoxin, das schädigend auf die Blutgefäße und andere Gewebe wirkt.

Verhalten

Die Texas-Klapperschlange gilt als sehr aggressiv und angriffslustig. Dies gilt sowohl gegenüber Konkurrenten als auch gegenüber potentiellen Feinden wie dem Menschen. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gilt sie als die gefährlichste Schlange. Auch die Anzahl der Bissunfälle ist deutlich höher als bei anderen Schlangen im Südosten der USA. Dennoch verhält sie sich in erster Linie defensiv und warnt einen Feind mit dem typischen Gerassel. Zeigt das keine Wirkung, so beisst sie zu. Ein Biss kann für einen Menschen durchaus tödlich enden. Dies gilt vor allem für Kinder und ältere oder geschwächte Menschen. Unter den Männchen der Texas-Klapperschlange kommt es während der Paarungszeit zu ritualisierten Kämpfen. Dabei richten sie sich auf und schlagen mit ihrem Oberkörper nach dem Konkurrenten. Die Texas-Klapperschlange hat nur wenige natürliche Feinde. Dazu zählen insbesondere einige Greifvögel und terrestrische Vögel wie der Wegekuckuck (Geococcyx californianus).

Während der kühlen Jahreszeit hält die Texas-Klapperschlange eine mehrmonatige Winterruhe. Dazu zieht sie sich in schützende Felsspalten, Felshöhlen oder in Nagerbauten zurück. Die Winterruhe wird in der Regel in kleineren Gruppen abgehalten. Insgesamt richtet sich die Länge des Winterschlafes an das Verbreitungsgebiet aus. In wärmeren Gegenden ist die Winterruhe entsprechend kürzer. Auf Nahrungssuche gehen Texas-Klapperschlangen überwiegend in der Nacht. Daher auch die senkrecht geschlitzten Pupillen. Am Tage ist sie eher selten anzutreffen.

Auch wenn der Mensch die Texas-Klapperschlange wegen der potentiell tödlichen Bisse eher als Schädling sieht, gehört sie dennoch zu den nützlichen Tiefen. Sie hält vor allem die Population diverser Nagetiere, ihrer Hauptbeute, in Schach.

Verbreitung

Die Schlange kommt ausschließlich im Südosten der USA und dem nördlichen Mexiko vor. In den USA ist sie in Texas, New-Mexico, Arizona und in weiten Teilen von Kalifornien anzutreffen. Sie gilt als die gefährlichste Giftschlange der USA. Sie hält sich dabei in Wüsten und Steppen auf, lebt aber auch auf Feldern, in Canyons und im Gebirge bis zu einer Höhe von rund 2.000 Metern. Also ein recht anpassungsfähiges Tier.

Gefährdung, Schutz

Die Texas-Klapperschlange ist zwar noch nicht akut vom Aussterben bedroht, jedoch wird sie massiv bejagt. Es werden Schlangen gefangen und getötet, Giftköder ausgelegt oder Fallen aufgestellt. Aufgrund der Besiedelung durch den Menschen mit der einhergehenden Vernichtung der natürlichen Lebensräume ist sie mittlerweile nicht mehr weitflächig anzutreffen. Jedoch ist die Texas-Klapperschlange im hohen Maße anpassungsfähig, so dass auch Nischen bewohnt werden können. Zudem ist sie recht fruchtbar. In der Roten Liste des IUCN wird die Art nicht geführt. Auch das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt sie nicht unter Schutz.

Nahrung

Die Texas-Klapperschlange ernährt sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren und Vögeln. Eher selten stehen Reptilien, Frösche und Lurche sowie Fische auf dem Speiseplan. Es wurde auch schon beobachtet, dass wirbellose Tiere gefressen wurden. Beutetiere werden mit einem hoch wirksamen Giftbiss getötet. Nicht selten brechen die Zähne der Texas-Klapperschlange beim Zubeißen ab. Dieses ist aber für die Schlange nicht weiter tragisch, da mehrmals im Jahr die Giftzähne erneuert werden können. Das Gift gelangt über Kanäle innerhalb der Giftzähne in die Beute. Die Giftmenge wird dabei durch Muskelkontraktion gesteuert. Wie bei allen Schlangen, so verschlingt die Texas-Klapperschlange ein Opfer am Stück. In der Regel geschieht dies mit dem Kopf voran. Je nach Größe der Beute kann die Texas-Klapperschlange nach einer Mahlzeit mehrere Wochen fasten. Ihren Wasserbedarf stillen diese Schlangen hauptsächlich über ihre Nahrung.

Fortpflanzung

Die Texas-Klapperschlange erreicht die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren und gehört zu den lebend gebärenden Schlangenarten. Die Paarungszeit erstreckt sich nach der Winterruhe über das Frühjahr. Bei der Paarung geht es recht ruppig zu. Das Männchen nähert sich einem passiv verhaltenden Weibchen. Die erste Kontaktaufnahme erfolgt über das Züngeln mit der Zunge. Bei der nach einiger Zeit folgenden Kopulation drückt das Männchen den Hinterleib beiseite und führt seinen Hemipenis in die Kloake des Weibchens ein. Die für beide Tiere anstrengende Kopulation kann bis zu einer Stunde dauern.

Nach einer Tragezeit von 165 bis 170 Tagen bringt das Weibchen zwischen zehn und zwanzig Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere kommen in einer dünnen Eimembrane zur Welt und durchstoßen diese unmittelbar nach der Geburt. Sie verfügen bereits mit dem Schlupf über Giftzähne und über ein hochwirksames Gift. Bereits nach einem Tag machen sie sich auf den Weg und verlassen die Mutter. Die Jungschlangen sind fortan auf sich alleine gestellt. Ende der ersten Lebenswoche erfolgt bereits die erste Häutung. Die Sterblichkeit ist in den ersten Jahren hoch. Es erfrieren viele Jungschlangen im ersten Winter oder fallen den zahlreichen Fressfeinden zum Opfer.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536

Links

Weitere Fotos der Texas-Klapperschlange
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