Texaskükennatter

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Texaskükennatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata )
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Gattung: Kletternattern (Pantherophis)
Art: Erdnatter (Pantherophis obsoletus)
Unterart: Texaskükennatter
Wissenschaftlicher Name
Pantherophis obsoletus lindheimeri
Baird & Girard, 1853

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Texaskükennatter (Pantherophis obsoletus lindheimeri, früher Elaphe obsoleta lindheimeri) stellt eine Unterart der Erdnatter (Pantherophis obsoletus) dar und zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Kletternattern (Pantherophis). Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde die Unterart im Jahre 1853 von Spencer Fullerton Baird und Charles Frédéric Girard, zwei US-amerikanischen Zoologen. Im Englischen wird sie Texas Ratsnake genannt. Die Bezeichnung der Unterart mit lindheimeri bekam die Texaskükennatter zu Ehren des deutsch-amerikanischen Naturwissenschaftlers Ferdinand Jacob Lindheimer.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Texaskükennatter erreicht in der Regel eine Länge von 110 bis zu 150 Zentimetern Gesamtlänge, maximal erreicht sie etwa 180 bis 220 (250) Zentimeter Gesamtlänge, was jedoch wohl eher die Ausnahme darstellt. Der Körper ist sehr muskulös und kräftig aber auch sehr schlank im Bezug auf dessen Länge. Die Nominatform der Subspezies legt eine relativ gewöhnliche und wenig attraktive Färbung an den Tag. Sie weist eine gelbgraue bis braune Grundfärbung verschieden starker Farbtöne auf, dabei zeigen sich auf dem Rücken niemals Längsstreifen, wie es bei anderen Unterarten der Erdnatter der Fall ist. Der Rücken zeigt allerdings eine auffällige Fleckenzeichnung, welche je nach Gemütszustand und Farbgebung mehr oder weniger deutlich zu erkennen ist, manchmal hebt sich die Färbung der Flecken kaum von der Grundfärbung ab, in der Regel sind sie jedoch mit einer grauen bis schwarzen Färbung dunkler. Generell kann das Erscheinungsbild der Texaskükennatter sehr variieren, Tiere aus dem südlichen Teil des Verbreitungsgebietes weisen eine stärkere Gelbfärbung auf. Die Schuppen sind gekielt und das Afterschild ist geteilt, zwischen den Schuppen kann sich die Haut in Rot- oder Orangetönen zeigen. Der lange und schlanke Kopf ist oft schwarz gefärbt und weist kaum ein Muster auf, auf der Kopfoberseite können jedoch verwaschen wirkende Flecken liegen und auf der Schnauze lässt sich eine Querbinde sowie eine Binde zwischen Auge und Mundwinkel erkennen. Jungtiere verschiedener Erdnattern-Subspezies lassen sich oftmals nur schwer oder gar nicht voneinander Unterscheiden. Die Jungtiere der Texaskükennatter sind vom Grund her grau gefärbt und haben eine deutlichere Fleckenzeichnung, als die adulten Tiere. Für die Terraristik werden häufig leucistische Farbzüchtungen angeboten. Diese sind strahlend-weiß, allerdings keine Albinos.

Lebensweise

Texaskükennatter: leucistische Zuchtform.
vergrößern
Texaskükennatter: leucistische Zuchtform.

Die Subspezies legt ein temperamentvolles Verhalten an den Tag, sie gilt, im Gegensatz zu anderen Unterarten der Erdnatter (Pantherophis obsoletus), als eine der aggressivsten und beißfreudigsten Schlangen (Serpentes) von Nordamerika. Die Texaskükennatter ist in der Regel während der Nacht, im Schutz der Dunkelheit aktiv, wobei sie in Büschen und auf Bäumen, in Hütten und Scheunen, an Hängen und Felsen klettert sowie in Gärten, Feuchtgebieten und Ebenen kriecht. Sie sonnt sich in den späten Nachmittagsstunden auch sehr gerne in der vollen Sonne oder in der Dämmerung auf dem heißen Teer der Straßen in den letzten Sonnenstrahlen eines Tages, was ihnen oftmals den Verkehrstod bringt. Die Schlange ruht sich beispielsweise in Gebüschen, unter Blechen, in Scheunen und Schuppen oder sonstigen Versteckmöglichkeiten.

Im Terrarium legt sich das aggressive Verhalten der Texaskükennatter zumeist auch nach jahrelanger Terrarienhaltung kaum, allerdings bestätigen zahlreiche Ausnahmen die Regel.

Ernährung

Die Texaskükennatter ist eine aktiv jagende Schlange (Serpentes). Sie geht im Regelfall im Schutz der Dunkelheit auf Nahrungssuche. Dabei klettert sie hervorragend an Bäumen um sich an die Küken von Vögeln (Aves) oder an Altvögel ranzumachen. Auch Nagetiere (Rodentia) und gelegentlich auch kleinere Kriechtiere (Reptilia) wie zum Beispiel Echsen (Lacertilia) sowie verschiedene Froschlurche (Anura) stehen auf dem Speiseplan der Texaskükennatter. Des Weiteren findet man sie häufig in der Nähe von Farmen, wo regelmäßig kleinere Hühner und deren Eier auf das Konto der Schlange gehen. Die Subspezies ist eine kräftige Würgeschlange, die ihre Beute mit dem Geruchssinn über die gespaltene Zunge und das Jakobson'sche Organ aufspürt, mit einem blitzschnellen Biss packt und sie dann mit der Kraft des Körpers erdrosselt. Die Beute stirbt weniger durch Ersticken aufgrund der Sauerstoffunterversorgung, als an Kreislaufversagen. Nach dem Eintreten des Todes wird das Beutetier in einem Stück heruntergeschlungen. Im Magen-Darm-Trakt wird es dann schnell verdaut, die Stoffwechselvorgänge erfolgen jedoch nur langsam, weshalb die meisten Schlangen mehrere Wochen lang fasten können.

Verbreitung

Vorkommen und Habitat

Die Texaskükennatter ist in den Vereinigten Staaten von Amerika verbreitet. Sie kommt in den Bundesstaaten Luisiana, Westkansas und dem zentralen und östlichen Texas vor. Ihre bevorzugten
Texaskükennatter: Lebensraum Wald; Ost-Texas.
vergrößern
Texaskükennatter: Lebensraum Wald; Ost-Texas.
Lebensräume stellen lichte Waldbestände dar, in denen sich die Natter (Colubridae) häufig in den Bäumen aufhält, und landwirtschaftliche Vieh- und Getreidebetriebe, wo die Texaskükennatter oftmals sehr viele Beutetiere zur Verfügung hat. Man sieht sie in der Regel in der unmittelbaren oder ferneren Nähe zu verschiedenen Gewässern, jedoch hält sie sich selten im Wasser auf.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Texaskükennatter beginnt nach der Winterruhe mit dem Steigen der Temperaturen. Während dieser Zeit kommt es zur Kopulation zwischen Männchen und Weibchen, dabei werden die weiblichen Eizellen von den männlichen Spermien, die über den sogenannten Hemipenis in die Geschlechtsöffnung des Weibchens eingeführt werden, befruchtet. Die Texaskükennatter zählt zu den oviparen Schlangen, sie legt also Eier, aus denen die Jungtiere schlüpfen. Die Eier wachsen bis zu einem gewissen Entwicklungsstand der darin enthaltenen Embryonen im Mutterleib, werden allerdings vor dem Schlupf der Jungtiere in ein Gelege abgelegt, bei der Texaskükennatter geschieht dies zwischen Juni und August. Das Gelege kann je nach dem drei bzw. sechs bis dreißig Eier umfassen. Die Jungschlangen schlüpfen bei Bruttemperaturen zwischen 25 und 27 Grad Celsius etwa zwei bis drei Monate nach der Eiablage. Die juvenilen Texaskükennattern messen zwischen 25 und knapp 40 Zentimetern. Erste Nahrung nehmen sie nach der ersten Häutung zu sich.

Terraristik

Haltung

Die Unterbringung der Texaskükennatter für die Gefangenschaftshaltung sollte von einem Glasterrarium oder einem Holzterrarium dargestellt werden. Holzterrarien müssen jedoch mit biologisch unbedenklichen Mitteln gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Das Becken sollte für ein bis zwei Tiere eine Frontlänge von 1,0 der Gesamtlänge einer der Schlangen mal 0,5 mal 1,0 der Gesamtlänge betragen. Das macht beispielsweise bei einer Schlange, die 140 Zentimeter misst ein Terrarienmaß von 140 cm Länge x 70 cm Tiefe x 140 cm Höhe. Als ein gut gewähltes Maß würden sich 180 cm x 100 cm x 150 cm herausstellen, da dabei kaum eine Übertretung der Länge zu erwarten ist und grundsätzlich sowieso gilt, desto größer das Becken ist, umso artgerechter ist die Haltung. Das Terrarium muss so eingerichtet sein, dass sich die Tiere darin aus dem Weg gehen können. Es sollte den Texaskükennattern Verstecke und Klettermöglichkeiten bieten. Dazu können zum Beispiel stabile Äste, Korkrindstücke und Kokusschalen verwendet werden. Das Bodensubstrat sollte locker und trocken sein, die Verstecke etwas feucht. Ein Badebecken, in dass die Tiere gut reinpassen, darf auch nicht fehlen. UV-Beleuchtung ist zwar vorteilhaft, jedoch bei den meisten Schlangen, und so auch bei der Texaskükennatter, nicht zwangsläufig erforderlich.
Texaskükennatter: aggressives Verhalten.
vergrößern
Texaskükennatter: aggressives Verhalten.
Es sollte jedoch mindestens ein Spotstrahler, besser mehrere, im Terrarium eingebracht werden. Diese werden von den Tieren als Sonnenbadeplätze genutzt, in den Lichtspots sollte man den Tieren erhöhte Plätze in Form von Wurzeln oder Steinen bieten. Aufgrund der Lebensweise lässt sich eine Texaskükennatter allerdings wohl eher selten unter einem Spotstrahler blicken. Um bei den Tieren für einen guten Tag-Nachtrhythmus zu sorgen sollte das Terrarium komplett ausgeleuchtet werden, es muss jedoch für dunkle und kühle Plätze oder Teilbereiche gesorgt werden.

Pflege

Die Pflege besteht vor allem aus dem Bewusstsein über die Verantwortung, die man für das Leben des Tieres trägt. Der Pfleger und Besitzer des Tieres, hat sich um dieses zu kümmern und es zu verpflegen. Dazu gehört die Überwachung und Steuerung der Klimaverhältnisse, das Reinigen sowie das Füttern und Tränken. Das Alpha und das Omega für die Gesunderhaltung der Terrarientiere ist die Hygiene. Kotreste müssen täglich entsorgt werden und das Wasserbecken mehrmals wöchentlich und bei Wasserverschmutzungen sofort gereinigt werden. Die Texaskükennatter bevorzugt eine Temperatur von generell 22 bis 28, lokal bis 35 Grad Celsius, in der Nacht sollte sie etwa bei Zimmertemperatur liegen. Die Luftfeuchte kann zwischen 50 und 70, nachts bei etwas mehr Prozent liegen, die Verstecke müssen regelmäßig befeuchtet werden, dürfen aber nicht nass sein. Futter sollte etwa alle 14 Tage gereicht werden, je nach Größe der Schlange ein bis mehrere Eintagsküken, Mäuse (Mus) oder Ratten (Rattus) in entsprechenden Größen.

Über die kalten Monate, etwa von Dezember bis März, sollte eine Winterruhe für die Schlange(n) abgehalten werden. Dadurch werden die Immunkräfte gestärkt und das Paarungsverhalten unterstützt bzw. ausgelöst. Die Winterruhe kann drei bis vier Monate dauern. Die Temperatur sollte dabei zwischen 10 und 15 Grad Celsius liegen und die Lampen bleiben ausgeschaltet. Möchte man das Terrarium dennoch auch während der Winterruhe beleuchten, dürfen keine erhitzenden Lampen verwendet werden. Anbieten lassen sich zum Beispiel Energiesparlampen. Die Natter muss langsam an die Winterruhe und danach langsam an die steigenden Temperaturen und längeren Beleuchtungszeiten gewöhnt werden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge