Pferdebremse

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Pferdebremse

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Teilordnung: Tabanomorpha
Überfamilie: Tabanoidea
Familie: Bremsen (Tabanidae)
Unterfamilie: Tabaninae
Tribus: Tabanini
Gattung: Hybomitra
Art: Pferdebremse
Wissenschaftlicher Name
Hybomitra epistates
(Osten-Sacken, 1878)

Die Pferdebremse (Hybomitra epistates), auch unter den Synonymen Tabanus californicus, Tabanus epistates und Tabanus socius, Therioplectes epistates bekannt, zählt innerhalb der Familie der Bremsen (Tabanidae) zur Gattung Hybomitra. Im Englischen wird die Pferdebremse horse fly genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 14,0 bis 16,0 Millimeter. Die Art ist eher klein und orange-braun gefärbt. Die Antennen sind meist orange und haben einen ausgeprägten dorsalen Winkel. Das zweite Palpal-Segment ist an der Basis geschwollen. Das Auge ist mit kurzem Flor besetzt und schillert grün-blau. Des Weiteren zeigen sich drei dunkelviolett gefärbte Binden. Die Stirn ist am Ansatz fünfmal so hoch wie breit, oben deutlich verbreitert und weist eine graue oder gelblich-braune Färbung auf und ist mit schwarzen Härchen besetzt. Die prominenten ocellaren Tuberkel sind von einer glänzend dunkelroten Tönung. Der basale Callus ist mattschwarz, fast quadratisch und berührt meist nicht das ganze Auge. Der mediane Callus ist linear und ist mit dem basalen Callus verbunden und reicht auf halbem Weg bis zum Scheitel. Der Subcallus, der Clypeus (Stirnplatte) und die Seitenpartie der Kopfkapsel unterhalb der Augen weisen eine graue Färbung, oft mit einer Spur von Gelb, auf. Die Härchen auf dem Clypeus und auf den Seitenpartien der Kopfkapsel sind cremefarben. Die Antennen weisen eine orange Färbung auf und die Spitze des dritten Segmentes erscheint manchmal dunkel. Die ersten beiden Segmente sind mit schwarzen Härchen bedeckt. Der basale Teil des dritten Segmentes ist ziemlich breit und weist einen ausgeprägten dorsalen Winkel sowie eine moderate dorsale Exzision auf. Der ringförmige Teil ist deutlich kürzer als der basale Teil. Das zweite basale Palpal-Segment ist geschwollen und zur scharfen Spitze hin verjüngend, ist weiß oder cremefarben und mit schwarzen und weißen Härchen besetzt.

Der Saugrüssel erscheint eher kurz. Das Mesonotum (Mittelbrust) ist dunkelgrau und mit schwarzen sowie weißen Härchen bedeckt. Die Pleura, das Brustbein und die Coxae sind von einer dunkelgrauen Färbung. Die Flügel sind durchscheinend und der vordere Teil der Flügel ist oft deutlich mit brauner Tönung überzogen. Die Äderung ist normal. Femora schwarz meist mit grauem Pollen bestäubt. Die Tibia an der Basis sowie die ganze Mitte des Schienbeins und die Hinterbeine der Tibia, mit Ausnahme der Spitze, sind orangefarben. Die Tarsen sind dunkel rötlich bis schwarz gefärbt. Die Beine sind mit grauen und cremefarbenen Härchen besetzt. Die Hinterbeine sind am tibialen Rand schwarz getönt und nahe der Basis mit cremefarbenen Härchen bedeckt. Das Abdomen erscheint oben schwarz und die Tergiten eins bis vier sind weitgehend orangefarben.
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Median zeigen sich weiße kleine Flecken. Der Bauch ist orange-braun getönt, apikal dunkler und auf dem mittleren Sternit 1. zeigt sich ein dunkel gefärbter Fleck. Beim Männchen sind die Augen mit einem dichten braunen Flor ausgestattet. Die Facetten sind fast einheitlich groß. Der Clypeus und die Seitenpartie der Kopfkapsel unterhalb der Augen sind etwas brauner getönt als beim Weibchen. Das zweite Palpal-Segment ist deutlich geschwollen. Die schwarzen Streifen sind auf dem dritten Segment des Bauches etwas mehr verengt als beim Weibchen. Des Weiteren sind die ocellaren Tuberkel beim Männchen sehr ausgeprägt.

Lebensweise

Die Art ist transkontinental und kommt offenbar häufig vor. Die Larven halten sich im feuchten Moos, in eher offenen Wäldern, in Sümpfen sowie in Mooren auf.

Verbreitung

Diese Art ist von Alaska bis Quebec und im Süden bis Utah, Ohio und New York weit verbreitet. Die Flugzeit der Art findet von Mai bis August statt.

Ernährung

Das Männchen ernährt sich hauptsächlich vom Pollen und vom Nektar der Blumen und das Weibchen ernährt sich vom Blut großer Säugetiere wie zum Beispiel von Rindern, Pferden und Hirschen. Die Larven ernähren sich vorwiegend von kleinen Insekten (Insecta) und deren Larven.

Fortpflanzung

Die Art legt ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in den Erdboden ab. Hier schlüpfen die Larven nach rund einer Woche. Die Larven weisen eine langgestreckte Form auf und besitzen einen voll ausgebildeten Kopf. Sie sind weiß gefärbt und sind mit hellbraunen Querstreifen versehen. Die Larven erreichen eine Körperlänge von etwa 22,0 bis 36,0 Millimeter. Ihre Beißwerkzeuge sind gut entwickelt. Die Beißwerkzeuge haben sich aus den Mandibeln und Maxillen gebildet. Mit ihnen gehen sie auf die Jagd nach Insekten (Insecta) und deren Larven. Die Überwinterung erfolgt im larvalen Stadium. Mit Ende ihrer Entwicklungsphase verpuppen sich die Larven im Juni oder Juli im Boden. Die Puppen sind mit dicken Dornen dorsal am Abdominalsegment und caudal mit einer Reihe von Stacheln versehen. Am siebten dorsalen Bauch-Segment zeigt sich posterior eine Reihe von zwei langen Stacheln und mehrere, dicht gestellt am seitlichen Ende befinden sich kürzere Dornen. Die Kopf-Kapsel ist zwischen den Basen der Antennen leicht erhöht, gerundet und wirkt ziemlich runzelig. Aus der Puppe schlüpft nach etwa zwei oder drei Wochen die fertige Fliege.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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