Thyene imperialis

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Thyene imperialis
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Thyene
Art: Thyene imperialis
Wissenschaftlicher Name
Thyene imperialis
(Rossi, 1846)

Die Art Thyene imperialis, auch unter dem Synonym Attus imperialis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Thyene.

Die Bestimmung dieser Art in Metzner (1999) erfolgte nach Simon im Jahre 1937, nach Wesolowska im Jahre 1981 und nach Proszynski im Jahre 1987. Die Spinne weist eine weitreichende Verbreitung auf, die sich von Ostafrika über den mediterranen Raum bis nach Indonesien erstreckt. Aufgrund ihrer weitläufigen Verbreitung und dem variablen Habitatus ist man der Auffassung, weitere Untersuchungen durchzuführen und eine Aufteilung in verschiedene Arten vorzunehmen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter. Das Prosoma (PS) des Männchens ist sehr variabel verbreitert, enganliegend dünn, schwarz behaart und weist dorsal eine gelborange Färbung auf. Der thorakale Bereich ist an den Seiten abfallend und dunkel rostbraun gefärbt. Der Rand ist schwarz und ist mit einer weißen Behaarung versehen. Die Kopfplatte (Cucullus) ist orangebraun gefärbt und die Augenumrandungen zeigen eine schwarze Tönung. Der Bereich hinter den Hauptaugen (das Paar der vorderen Mittelaugen, VMA) ist weiß beschuppt. Die Flanken unterhalb der Lateralaugen sind mit einem Längsband aus weißen Schuppenhaaren versehen, das sich bis an die nach hinten abfallende Kante erstreckt. Das gesamte Prosoma, vor allem aber die frontale und laterale Kopfplatte (Cucullus) ist braun beborstet und unter den hinteren Mittelaugen (HMA) zeigen sich typische nach vorn gebogene Büschel aus weißen und braunen Borsten. Der Clypeus (CL), auch Stirnplatte genannt, weist eine dunkel rostbraune Färbung auf und ist dünn hell beborstet. GAB weiß gezeichnet. Die Cheliceren (CH), die Labien (LA) sowie die Maxillen (MX) zeigen eine dunkel rostbraune Tönung und sind distal etwas heller gefärbt. Das Sternum (ST) ist schwarz, abstehend, dunkel behaart und beborstet. Das Opisthosoma (OS) ist dorsal schwarz und insgesamt enganliegend gelblich-weiß behaart sowie metallisch glänzend beschuppt. Im vorderen Bereich mit T-förmigen weißen Schuppen gezeichnet. Die hintere Hälfte ist mit je zwei lateralen schmalen Flecken aus weißen Schuppenhaaren besetzt. Der Hinterleib ist ventral schwarz gefärbt und ventral schwarz mit glänzender Beschuppung versehen. Lateral ist der Hinterleib von weißen Schuppenhaaren durchsetzt und mit einer weiß behaarten schrägen Längsbande versehen. Die Spinnwarzen (SP) weisen eine schwarzbraune Färbung auf. Die Beine sind hellorange bis rostbraun gefleckt und geringelt. Die Femur-Basen, der Metatarsus, die Tarsen II bis IV sind hell getönt. Das Beinpaar (BP) I zeigt sich dunkel rostbraun mit gelbem Tarsus (TA). Alle Beine, überwiegend Tibia (TI) I und Metatarsus (MT) I sind abstehend hell-dunkel behaart, vor allem das Femur (FE) I ist ebenfalls weiß beschuppt. Die Pedipalpen (PP) weisen eine helle Färbung mit dunkler Femur-Basis auf. Das Cymbium (dornartiger Fortsatz, umgestalteter Tarsus der männlichen Pedipalpen) zeigt eine rotbraune Tönung mit heller Spitze. <2>

Thyene imperialis - Weibchen
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Thyene imperialis - Weibchen

Das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 8 Millimeter. Das Prosoma (PS) des Weibchens weist eine helle sandfarbene Tönung auf. Die Kopfplatte (Cucullus) und der hintere Flankenbereich sind etwas dunkler gefärbt. Die Behaarung und die Beborstung sind ähnlich wie bei dem Männchen gezeichnet. Die nach vorne weisenden Borsten unter den hinteren Mittelaugen (HMA) sind von einer schwarzen Färbung. Der Clypeus (CL) ist abstehend weiß beschuppt. GAB weiß und dorsal leicht orangefarben. Die Cheliceren (CH), die Labien (LA) und die Maxillen (MX) sind hellorange gefärbt, letztere distal etwas heller getönt. Das Sternum (ST) ist hell beige und mit gezacktem schwarzen Rand versehen und weist wenige dunkle Borsten auf. Das Opisthosoma (OS) ist dorsal orangefarben behaart und lateral mit beigefarbenen Längsstreifen und Querstreifen versehen. Median zeigen sich weiß eingerahmte schwarze Bande und ein schwarzes Fleckenmuster, das vier kurze weiße horizontal verlaufende Linien aufweist. Vor den Spinnwarzen (SP) befindet sich ein dunkles dreieckiges, hell beschupptes Feld. Der Hinterleib ist ventral hell beigefarben. Median und lateral zeigen sich schwarze Längsbanden, welche die Basis der hellen Spinnwarzen (SP) nicht tangieren. Die Epigyne (EP) erscheint als eine quadratische Grube und ist lateral schwach sklerotisiert. Die Samenkanäle sind deutlich gebogen und die Samentaschen sind als verschwommene Flecken durch die Epigyne-Platte noch erkennbar. Die Beine sind einheitlich hell beigefarben getönt und mit einer dunklen abstehenden Behaarung bedeckt. Das Femur (FE) I weist ventral eine dunkle Fleckenzeichnung auf und der Tarsus ist hell gezeichnet und mit schwarzen, weißen sowie weiß-schwarzen Haaren besetzt. <2>

Lebensweise

Die Art hält sich zwischen Sträuchern und Pflanzen auf. Mit Vorliebe sucht die Spinne solche Pflanzen, die große grüne Blätter besitzen, wie zum Beispiel Ingwer (Zingiber). Allerdings kann das Habitat der Spinne je nach Verbreitungsgebiet sehr variabel sein. So kann man die Spinne unter anderem auch auf Geröllwüsten, auf Feldern und auf Sand antreffen. Oft ist die Spinne auf Wanderschaft oder sonnt sich am oberen Rand eines Blattes. Manchmal ruht sie in einer Zelle unter einem Blatt. Bei Gefahr zieht sich die Spinne zwischen und an zwei eng überlappenden Blättern zurück. Thyene imperialis hat eine Reichweite, die sich vom Mittelmeer bis nach China und Indonesien erstreckt.

Verbreitung

Diese Art weist ein großes Verbreitungsgebiet auf, unter anderem gehören dazu: Afghanistan, Algerien, Arabien, Myanmar, Kanarische Inseln, China, Korsika, Dalmatien, Ägypten, Griechenland, Indien, Indonesien, Iran, Israel, Italien, Libyen, Malaysia, Marokko, Sardinien, Sizilien, Spanien, Sudan, Syrien, Tunesien, Türkei, Turkmenistan, Russland, Jemen sowie Slowenien und Kroatien. Zu den weiteren Verbreitungsgebieten zählen noch Afrika, die Kykladen Inseln sowie die Wüste Negev. Die Spinnenart hält sich meist in Sträuchern oder auf Pflanzen mit großen grünen Blättern auf. Oft ist sie aber auf Wanderschaft oder sonnt sich am oberen Rand von Blättern. <3>

Ernährung

Wie alle Springspinnen ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie auch die Jagd, so ist auch das Balz- und Paarungsverhalten stark auf den Sehsinn geprägt. Das Männchen folgt dem Weibchen in seinen Schlupfwinkel und vollzieht dort die Paarung. Das Männchen bringt mit seinen Pedipalpen die Samenpakete an das Begattungsorgan des Weibchens. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. In einem Gespinst legt das Weibchen ihren Kokon ab und betreut ihn bis zum Schlüpfen der Jungspinnen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • [2] [3] Dipl. Biol. Dr. METZNER, H. (1999): Die Springspinnen (Arachnida, Araneae, Salticidae) Griechenlands. Andrias 14: 1-279, Karlsruhe.
  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
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