Thylamys elegans

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Thylamys elegans

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Unterfamilie: Eigentliche Beutelratten (Didelphinae)
Gattung: Fettschwanzbeutelratten (Thylamys)
Art: Thylamys elegans
Wissenschaftlicher Name
Thylamys elegans
(Waterhouse, 1839)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Thylamys elegans zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Fettschwanzbeutelratten (Thylamys). Im Englischen wird die Art Elegant Fat-tailed Mouse Opossum oder Elegant Fat-tailed Opossum genannt (IUCN, 2014). Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Systematik

In der Vergangenheit wurde die Arten der Gattung der Fettschwanzbeutelratten in die Gattung der Zwergbeutelratten (Marmosa) eingeordnet. Grundlage für die Zuordnung in eine eigene Gattung war die Tatsache, dass Fettschwanzbeutelratten Unterschiede in der Schädel- und Zahnmorphologie aufweisen und ihren Schwanz als Fettspeicher nutzen (Palma, 1997).

Erkennung und Unterschiede

Thylamys elegans lebt zusammen mit Thylamys pallidior, Thylamys pusillus und Thylamys venustus in trockenen, offenen Habitaten. Die Arten können insbesondere anhand der Größe, der Fellfärbung, der Länge der Vibrissen und aufgrund der behaarten Füße unterschieden werden. Thylamys elegans unterscheidet sich von Thylamys pusillus aufgrund der längeren Schnauzenlänge, in der Condylobasallänge und der engeren Jochbeinbreite. Thylamys pallidior hat ein längeres Fell, ist größer, hat größere Füße und einen längeren Schwanz. Thylamys elegans hat einen größeren Schädel und eine größere Condylobasallänge als Thylamys venustus (Palma, 1997).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Thylamys elegans erreicht je nach Geschlecht unterschiedliche Maße. Männchen erreichen eine Körperlänge von 127 bis 137 (132) mm, eine Schwanzlänge von 129 bis 146 (138) mm, eine Hinterfußlänge von 18 mm, eine Ohrlänge von 24 mm, eine Schädellänge von 32,2 bis 34,1 (33,2) mm, eine basale Schädellänge von 29,5 bis 31,1 (30,0) mm und eine Jochbeinbreite von 16,9 bis 17,8 (17,4) mm. Weibchen erreichen eine Körperlänge von 110 bis 130 (119) mm, eine Schwanzlänge von 127 bis 133 (130) mm, eine Hinterfußlänge von 17 mm, eine Ohrlänge von 23 mm, eine Schädellänge von 30,1 bis 30,3 (30,2) mm, eine basale Schädellänge von 27,7 bis 29,0 (28,2) mm und eine Jochbeinbreite von 16,8 bis 17,8 (17,4) mm. Thylamys elegans hat ein auffälliges und eindeutiges Muster in der Fellfärbung. Dorsal verläuft ein breiter brauner Streifen über den Rücken. Die helle graubraune Grundfärbung wird nach lateral und ventral deutlich heller. Das Fell ist dicht und samtweich. Die großen schwarzen Augenringe berühren sich fast auf dem Nasenrücken. Die Ohren sind groß und nackt, die Füße sind weißlich gefärbt. Der Schwanz ist länger als die Körperlänge und zweifarbig. Die Basis des Schwanzes kann einen Durchmesser von 1 cm aufweisen. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 11 bis 13 Milchdrüsen. Der olfaktorische Apparat der Art ist gut entwickelt. Die langen Vibrissen sind sensorische Struktur ebenfalls gut entwickelt. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/4, p3/3, m4/4 (Palma, 1997).

Lebensweise

Die Art ist überwiegend dämmerungsaktiv und lebt meist am Boden. Die Nahrungssuche erfolgt jedoch auch in Bäumen und Sträuchern. Die Reviere einzelner Individuen umfasst im Schnitt zwischen 791 und 1.383 m². Die Reviere im Winter sind deutlich größer als im Sommer. Die Nester der Art liegen in verlassenen Vogelnestern, unter Steinen, Baumhöhlen oder an ähnlich geschützten Stellen. Nicht selten werden auch die Höhlen von Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus) übernommen. Über das Sozialverhalten und die Fortpflanzung ist nichts bekannt (Palma, 1997).

Verbreitung und Lebensraum

Thylamys elegans ist westlich der Anden im zentralen Chile endemisch. Die Art ist sowohl in Nebelwäldern und Buschland als auch entlang von Flussufern anzutreffen. Insbesondere Chaparrals werden häufig besiedelt. Thylamys elegans ist im Flachland und in Höhenlagen bis in Höhen von gut 2.500 m über NN anzutreffen. Die Tiere leben sowohl am Boden als auch in Bäumen und Sträuchern. Sie gelten daher als ausgezeichnete Kletterer (IUCN, 2014).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden zählt vor allem die Kaninchen-Eule (Athene cunicularia) der Virginia-Uhu (Bubo virginianus) und der Andenschakal (Pseudalopex culpaeus) (Palma, 1997).

Ernährung

Thylamys elegans ernährt sich von Gliederfüßer (Arthropoda), insbesondere Insekten, deren Larven sowie von Früchten und kleinen Wirbeltieren (Vertebrata). Auch Aas wird nicht verschmäht (Palma, 1997).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Thylamys elegans zählt heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Größere Gefahren sind nicht bekannt, jedoch kann sich die anhaltende Zerstörung und Fragmentierung der natürlichen Lebensräume langfristig negativ auf die Populationen auswirken (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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