Thylamys macrurus

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Thylamys macrurus
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Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Unterfamilie: Eigentliche Beutelratten (Didelphinae)
Gattung: Fettschwanzbeutelratten (Thylamys)
Art: Thylamys macrurus
Wissenschaftlicher Name
Thylamys macrurus
(Olfers, 1818)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Thylamys macrurus zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Fettschwanzbeutelratten (Thylamys). Im Englischen wird die Art Paraguayan Fat-tailed Mouse Opossum oder Long-tailed Fat-tailed Opossum genannt (IUCN, 2014). Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Der griechische Gattungsname Thylamys bedeutet "Beutelmaus", der griechische Artname macrurus bedeutet "Langschwänzig" (Smith, 2009).

Inhaltsverzeichnis

Systematik

In der Vergangenheit wurde die Arten der Gattung der Fettschwanzbeutelratten in die Gattung der Zwergbeutelratten (Marmosa) eingeordnet. Grundlage für die Zuordnung in eine eigene Gattung war die Tatsache, dass Fettschwanzbeutelratten Unterschiede in der Schädel- und Zahnmorphologie aufweisen und ihren Schwanz als Fettspeicher nutzen (Palma, 1997).

Erkennung und Unterschiede

Von anderen Beutelratten lassen sich Vertreter der Gattung leicht durch das zweifarbige Fell unterscheiden. Die Weibchen verfügen anders als andere Beutelratten über bilateral symmetrisch angeordnet Zitzen. Sie sind demnach beidseitig symetrisch angeordnet. Von der allopatrisch vorkommenden Art Thylamys pusillus lässt sich Thylamys macrurus aufgrund der Größe und der Schwanzlänge unterscheiden (Smith, 2009).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die mittelgroße und korpulent gebaute Beutelmaus Thylamys pusillus erreicht je nach Geschlecht unterschiedliche Maße. Männchen erreichen eine Körperlänge von 111,3 bis 133,5 (122,4) mm, eine Schwanzlänge von 130,5 bis 146,3 (138,4) mm, eine Hinterfußlänge von 15,5 bis 17,3 (16,9) mm, eine Ohrlänge von 18,6 bis 24,2 (21,4) mm sowie ein Gewicht von 50,2 bis 64,6 (52,4) g. Weibchen erreicht eine Körperlänge von 58,3 bis 111,3 mm, eine Schwanzlänge von 128,0 bis 139,4 (133,9) mm, eine Hinterfußlänge von 14,8 bis 16,8 (15,8) mm, eine Ohrlänge von 16,8 bis 21,6 (19,2) mm sowie ein Gewicht von 31 bis 51 (41) g. Männchen sind größer und schwerer als Weibchen. Das Fell ist kurz, dicht und glatt. Es ist dorsal graubraun gefärbt und hellgrau an den Flanken. Im Bereich der Schultern zeigt sich eine leicht rötliche Einfärbung. Auf dem Rücken zeigt sich ein dunkler Aalstrich. Das Deckhaar auf dem Rücken erreicht eine Länge von 10 bis 12 mm. Ventral ist das Fell cremeweiß bis weißlich gefärbt. Die Augen sind groß und von einem dunklen Ring umgeben. Die Ohren sind groß, nackt und rötlichbraun gefärbt. Ein weißlicher Haarbüschel ist hinter den Ohren zu erkennen. Der Schwanz weist basal einen Durchmesser von gut 10 mm auf. Die Schwanzschuppen sind klein und rundlich bis quadratisch geformt. Die Gliedmaßen sind im oberen Bereich grau und an den Füßen weißlich gefärbt. Die Zehen weisen lange Krallen auf. Der Hodensack der Männchen ist dunkel pigmentiert und liegt im Fell verborgen. Der Schädel ist robust und weist einen breiten Jochbeinbogen auf. Der Schädel erreicht eine basale Länge von 30,06 bis 32,88 (31,47) mm, eine Hirnschädelbreite von 9,82 bis 10,7 (10,26) mm, eine Hirnschädelbreite von 11,71 bis 12,47 (12,09) mm und eine Jochbeinbreite von 16,46 bis 18,8 (17,63) mm. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/4, p3/3, m4/4 (Smith, 2009).

Lebensweise

Thylamys macrurus ist hauptsächlich dämmerungsaktiv und lebt überwiegend am Boden in dichter Bodenvegetation. In Bäumen und Sträuchern klettern die Tiere eher selten. Über die allgemeine Lebensweise ist ansonsten nur wenig bekannt (Smith, 2009).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist in Südamerika in Brasilien und Paraguay endemisch. Das genaue Verbreitungsgebiet ist jedoch weitestgehend unbekannt. Die Hauptvorkommen erstrecken sich über das südliche Pantanal, eines der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Erde. Thylamys macrurus besiedelt hauptsächlich feuchte Laubwälder und Feuchtsavannen mit einer dichten Bodenvegetation (Smith, 2009).

Biozönose

Zu den nachgewiesenen Ektoparasiten gehören Zecken (Ixodida) wie Argas miniatus und Kieferläuse (Mallophaga) wie Gyropus lenti (Smith, 2009).

Ernährung

Thylamys macrurus ist primär ein Insektenfresser mit Tendenz zum Allesfresser. Detailierte Untersuchungen des Ernährungsverhaltens gibt es jedoch nicht (Smith, 2009).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten ist nur wenig bekannt. Juvenile Tiere wurden fast ausschließlich während der Regenzeit von Oktober bis März gesichtet oder gefangen. Man vermutet bei der Art ein nicht-monogames Sozialsystem (Smith, 2009).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Thylamys macrurus zählt heute zu den gering bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie NT, Near Threatened, geführt. Größere Gefahren sind nicht bekannt, jedoch kann sich die anhaltende Zerstörung und Fragmentierung der natürlichen Lebensräume langfristig negativ auf die Populationen auswirken. In einigen Regionen, insbesondere in Paraguay, kommt die Art in ausgewiesenen Schutzgebieten vor (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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