Thylamys pusillus

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Thylamys pusillus
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Unterfamilie: Eigentliche Beutelratten (Didelphinae)
Gattung: Fettschwanzbeutelratten (Thylamys)
Art: Thylamys pusillus
Wissenschaftlicher Name
Thylamys pusillus
(Desmarest, 1804)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Thylamys pusillus zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Fettschwanzbeutelratten (Thylamys). Im Englischen wird die Art Small Fat-tailed Opossum genannt (IUCN, 2014). Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Der griechische Gattungsname Thylamys bedeutet "Beutelmaus" (Smith, 2009).

Inhaltsverzeichnis

Systematik

In der Vergangenheit wurde die Arten der Gattung der Fettschwanzbeutelratten in die Gattung der Zwergbeutelratten (Marmosa) eingeordnet. Grundlage für die Zuordnung in eine eigene Gattung war die Tatsache, dass Fettschwanzbeutelratten Unterschiede in der Schädel- und Zahnmorphologie aufweisen und ihren Schwanz als Fettspeicher nutzen (Palma, 1997)

Erkennung und Unterschiede

Von anderen Beutelratten lassen sich Vertreter der Gattung leicht durch das zweifarbige Fell unterscheiden. Die Weibchen verfügen anders als andere Beutelratten über bilateral symmetrisch angeordnet Zitzen. Sie sind demnach beidseitig symetrisch angeordnet. Von der allopatrisch vorkommenden Art Thylamys macrurus lässt sich Thylamys pusillus aufgrund der Größe und der Schwanzlänge unterscheiden (Smith, 2009).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Thylamys pusillus erreicht eine Körperlänge von 93 bis 111,6 (102,3) mm, eine Schwanzlänge von 106,9 bis 125,8 (116,5) mm, eine Hinterfußlänge von 13,0 bis 14,6 (13,8) mm, eine Ohrlänge von 19,8 bis 23,0 (21,4) mm, eine Jochbeinbreite von 15,0 bis 15,2 mm, eine Dondylobasallänge von 26,5 bis 26,6 mm sowie ein Gewicht von 18,9 bis 31,2 (25,0) g. Die Geschlechter unterscheiden sich nur unwesentlich. Thylamys pusillus ist eher klein, das Fell ist kurz, dicht und glatt. Das Fell ist dorsal graubraun gefärbt und hellgrau an den Flanken. Auf dem Rücken zeigt sich ein dunkler Aalstrich. Ventral ist das Fell cremeweiß bis weißlich gefärbt. Die Augen sind groß und von einem dunklen Ring umgeben. Die Ohren sind groß, nackt und rötlichbraun gefärbt. Die Schwanzschuppen sind klein und rundlich bis quadratisch geformt. Die nackte Schwanzspitze ist weißlich gefärbt. Die Gliedmaßen sind im oberen Bereich grau und an den kleinen Füßen weißlich gefärbt. Die Zehen sind lang und weisen kurze Krallen auf. Weibchen verfügen über 15 Zitzen, die bilateral symmetrisch angeordnet sind. Der Schädel ist robust gebaut, der Jochbogen ist breit. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/4, p3/3, m4/4 (Smith, 2009).

Lebensweise

Thylamys pusillus ist hauptsächlich nachtaktiv und lebt überwiegend in Bäumen und Sträuchern. Den Boden betreten die Tiere jedoch auch häufig. Dies belegen Fänge mit Bodenfallen. Am Tage lebt Thylamys pusillus in verlassenen Nestern oder ähnlich geschützten Orten. In einer Saison bringt ein Weibchen in 2 Würfen 14 bis 15 Jungtiere zur Welt. Über die allgemeine Lebensweise und das Fortpflanzungsverhalten ist nur wenig bekannt (Smith, 2009).

Verbreitung und Lebensraum

Thylamys pusillus ist in Südamerika im nördlichen Argentinien, im südlichen Zentralbolivien sowie im zentralen und westlichen Paraguay verbreitet. Das genaue Verbreitungsgebiet ist jedoich weitestgehend unbekannt, da Fänge relativ selten sind. Aride Lebensräume werden bevorzugt. Die Art siedelt hauptsächlich im Gran Chaco, wo Trockenrasen sowie dornige und chaparralartige Vegetation vorherrscht. Auch lichte Trockenwälder werden besiedelt. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere zählen Sumachgewächse (Anacardiaceae) wie Schinopsis sp., Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) wie der Quebrachobaum (Aspidosperma quebracho-blanco), Jochblattgewächse (Zygophyllaceae) wie Bulnesia sarmientoi, Malvengewächse (Malvaceae) wie Chorisia insignis, Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae) wie Tabebuia nodosa, Hülsenfrüchtler (Fabaceae) wie Prosopis sp. und Mimosen (Mimosa), Meerträubelgewächse (Ephedraceae) wie Ephedra sp., Bromeliengewächse (Bromeliaceae) wie Bromelia hieronymii und Bromelia serra (Smith, 2009).

Ernährung

Thylamys pusillus ist primär ein Insektenfresser mit Tendenz zum Allesfresser. Auch Früchte werden saisonal gefressen. In Zeiten reichhaltiger Nahrung legen die Tiere in ihren Schwänzen Fettreserven an. In mageren Zeiten zehren die Tiere von diesen Reserven. Detaillierte Untersuchungen über die genaue Art der Nahrung gibt es jedoch nicht (Smith, 2009).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Thylamys pusillus zählt heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Größere Gefahren sind nicht bekannt, jedoch kann sich die anhaltende Zerstörung und Fragmentierung der natürlichen Lebensräume langfristig negativ auf die Populationen auswirken. In einigen Regionen, insbesondere in Paraguay, kommt die Art in ausgewiesenen Schutzgebieten vor (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge